GKV-Zahlen 2011: Arzneimittelausgaben runter, Krankenhauskosten rauf

Insbesondere das Arzneimittel-Neuordnungsgesetz und das GKV-Finanzierungsgesetz hätten ihre ausgabenbegrenzenden Ziele erreicht, heißt es beim BMG.

Der Rückgang der Arzneimittelausgaben lag im vergangenen Jahr bei minus vier Prozent (siehe Grafik). Diese Entwicklung zeichnete sich bereits seit August 2010 ab, als die Krankenkassen durch die Anhebung des Pharmarabatts für Nicht-Festbetragsarzneimittel jeden Monat um mehr als 100 Millionen Euro entlastet wurden, erklärt das Ministerium. Allerdings seien im Arzneimittelbereich seit dem August 2011 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wieder Zuwächse zu verzeichnen. Denn seit diesem Zeitpunkt seien im Vergleich zum Vorjahreszeitraum keine zusätzlichen Einsparungen aus der Anhebung des gesetzlichen Pharmarabatts für Nicht-Festbetrags-Arzneimittel mehr entstanden. Ein Zuwachs von 1,2 Prozent im vierten Quartal habe dazu geführt, dass sich der deutliche Rückgang von 5,7 Prozent im ersten bis dritten Quartal um rund 1,7 Prozentpunke im Gesamtjahr 2011 abgeflacht hatte.

Zunehmend Sorge bereitet den Kassen die Kostenentwicklung in den Krankenhäusern: Dort stand laut BMG ein Plus von 3,7 Prozent zu Buche (siehe Grafik). Berechnungen des GKV-Spitzenverbandes bei den drei größten Leistungsbereichen kommen gar auf ein Kostenplus von 4,2 Prozent. Der durchschnittliche Kostenanstieg habe in den ersten drei Quartalen 2011 nur bei 2,5 Prozent gelegen, teilte der Verband mit.

Im Jahr 2011 lagen die Ausgaben der Krankenkassen für Kliniken erstmals über 60 Milliarden Euro, erklärte Johann-Magnus von Stackelberg, stellvertrendender Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes. Stackelberg forderte Strukturreformen bei den Kliniken, um die Kosten in den Griff zu bekommen.

Das größte Kostenplus (10,7 Prozent) entstand nach BMG-Berechnungen bei der häuslichen Krankenpflege. Diese kommt dann zum Einsatz, wenn einen Krankenhausaufenthalt vermieden oder verkürzt werden kann oder wenn ein Krankenhausaufenthalt aus bestimmten Gründen nicht möglich ist. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten je Krankheitsfall für einen Zeitraum von bis zu vier Wochen – in begründeten Ausnahmefällen auch länger. Die häusliche Krankenpflege umfasst in der Regel die Grund- und Behandlungspflege, wie beispielsweise Verbandswechsel, sowie hauswirtschaftliche Versorgungsleistungen. (lk)

GKV-Zahlen 2011

Foto: Shutterstock

Grafik: BMG

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