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9. August 2005, 00:00
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Nebenberufliche Vermittler auf Prüfstand

Nebenberufliche Versicherungsvermittler stehen branchenweit auf dem Prüfstand. Hauptgrund: Die Vermittlerrichtlinie der EU sieht unter anderem vor, dass Berater für Vermögensschäden haftbar gemacht werden können. Laut ?Insurance Trend?, einer Studie der Unternehmensgruppe Steria Mummert Consulting, Hamburg, scheuen viele Gesellschaften dieses Risiko und setzen lieber auf Vollprofis. Mehr als ein Drittel der Versicherungen erwartet, dass der Vertrieb über die Teilzeit-Vermittler schon binnen zwei Jahren an Bedeutung verliert. Zehn Prozent sehen ihn sogar in der Bedeutungslosigkeit verschwinden.

Basis der Untersuchung ist eine Umfrage unter Fach- und Führungskräften der Branche. Eine stark wachsende Bedeutung messen sie dagegen dem Vertrieb über freie Makler und das Internet bei. Auch Banken und Direktmarketing sollen neue Kunden ansprechen ? doch für die Nebenerwerbler sieht ein großer Teil der Insider schwarz.

Steria Mummert Consulting sieht dieses Ergebnis bestätigt durch den aktuellen ?Branchenkompass Versicherungen?. In dieser Studie bilanzieren die Experten, dass die Fülle rechtlicher Vorgaben etwa zu Steuern und Förderung inzwischen nicht nur viele Kunden, sondern auch den ein oder anderen Vermittler überfordert. Da der Beratungsbedarf steigt, steht solides Fachwissen im Vordergrund ? und damit schwindet der Spielraum für Vermittler, die vielleicht nicht immer auf dem neuesten Stand sind und ohne Marke oder größeres Büro im Rücken einen schlechteren Eindruck auf Kunden machen. Nebenberuflich zu arbeiten wird auch schwieriger, weil die Vermittlungsrichtlinie neben den Haftungsansprüchen auch den Aufwand erheblich erhöht: Gespräche müssen dokumentiert und die Kontakte mit Kunden standardisiert werden.

Vermittler sind laut Studie zudem immer seltener Ansprechpartner bei Schadensfällen oder Vertragsfragen: Bis zum Jahr 2007 wird etwa jedes dritte Unternehmen ein zentrales Servicecenter eingerichtet haben. Ebenfalls zu Lasten der Teilzeit-Tätigen geht der zunehmende Vertrieb per Makler: Wo kein ausschließlicher Vertreter einer Marke aktiv ist, übernehmen diese mehr und mehr die Vermarktung von Policen und graben den Nebenerwerbs-Vermittlern hier mit einem größeren Angebot und einer besseren Vergleichbarkeit das Wasser ab. Auch Ausschließlichkeitsorganisationen dürften langfristig gegenüber dem Maklervertrieb laut der Studie etwas an Bedeutung verlieren. Doch bisher setzen die Versicherer auf einen stärkeren Mix der Vertriebskanäle und wollen deshalb ihre Vertreterschaft vielfach sogar stärken.

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