Anzeige
17. Oktober 2006, 00:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Studie: EU-Richtlinien schaffen neuen Berater-Typus

Finanz- und Versicherungsvermittler müssen in Zukunft einer Fülle von neuen Anforderungen genügen, um im Wettbewerb bestehen zu können, so das Fazit der Studie ?MiFID und VVR ? Zeit für (die) Neuorientierung bei den deutschen Finanzdienstleistern? von Professor Dr. Hans-Peter Schwintowski, Humboldt-Universität zu Berlin. Mit der Einführung der neuen Richtlinien werden die Vermittler gezwungen, sich vollkommen neu aufzustellen und ihre Arbeit zu professionalisieren.

?Überraschend ist, dass die Europäische Kommission die strukturelle Identität zwischen Versicherungs- und Bankdienstleistungen nicht zum Anlass genommen hat, eine einzige Direktive für den modernen Typ des Finanzdienstleisters zu schaffen?, erläuterte Schwintowski, einer der führenden Experten im Bereich der Versicherungswirtschaft, anlässlich der Veröffentlichung seiner Studie. Die beiden Richtlinien stehen laut Schwintowski unverbunden nebeneinander und bewirken eine künstliche Trennung zwischen funktional zusammengehörenden Dienstleistungen.

?Die Komplexität der Anforderungen ist derart groß, dass der Rückgriff auf professionelle Beratungs- und Softwareanbieter für Finanzdienstleister zum Muss wird?, erklärte der Wissenschaftler. ?Andernfalls werden sie sich nicht nur in Haftungsfallen verstricken, sondern auch von professionell arbeitenden Vertrieben vom Markt verdrängt.? Der Finanzdienstleister muss künftig eine Symbiose aus MiFID und VVR praktizieren. Diese hohe Anforderung kann er nur erfüllen, wenn er sowohl für die gewerbe- und haftungsrechtlichen als auch für die beratungs- und dokumentationsorientierten Pflichten auf spezifische Software und professionelle Dienstleister zurückgreifen kann. Das anspruchsvolle Anforderungsprofil im Hinblick auf Qualifikation, Haftungsdach, Produktzugang und Administration beider Richtlinien muss zusammengefasst und aufgearbeitet werden, um daraus eine an den Wünschen und Bedürfnissen der Kunden ausgerichtete Beratung zu entwickeln.

Auf den Finanzdienstleister kommen daher weitreichende Veränderungen zu, so die Studie. Um künftig nicht in Haftungsfallen zu geraten, müssen Finanzdienstleister wie beispielsweise Versicherungsvermittler auch Aktiensparpläne, Investmentanteile und ähnliche Finanzdienstleistungen in ihr Portfolio mit aufnehmen. Damit entsteht laut Schwintowski eine neue Gesellschaftsrechtsform und ein neuer Berufstypus, denn Vermittler von Finanzdienstleistungen sind künftig sowohl Versicherungsmakler als auch Wertpapierfirma.

Dies bedeutet, sie müssen die umfangreichen Anforderungen der VVR (Versicherungsvermittlerrichtlinie) ebenso wie die der MiFID (Markets in Financial Instruments Directive) erfüllen. Die wichtigsten dabei sind laut Studie:

? Registrierung/Erlaubnis
? Eigenkapital/Berufshaftpflichtversicherung
? Gewerberechtliche Zuverlässigkeit, guter Leumund, insolvenzfrei
? Berufsqualifikation (Sachkundeprüfung)
? Beratung im bestmöglichen Kundeninteresse
? Dokumentation von Rat und Empfehlung
? Haftung für Informations- und Beratungsfehler

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Absolute-Return – Insurtechs – Robo Advisors – Denkmalimmobilien


Ab dem 26. Januar im Handel.

Cash. 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Trumps Sieg in Rendite ummünzen - Themen, Produktangebote und Trends 2017 - Rentenreform

Versicherungen

Insurtechs: Über 80 Millionen US-Dollar für deutsche Start-ups

Im Jahr 2016 haben die deutschen Insurtechs in Finanzierungsrunden mehr als 80 Millionen US-Dollar eingesammelt. Das geht aus einer Untersuchung des Münchener Fintech-Start-ups Finanzchef24 hervor. Demnach hat sich das Finanzeriungsvolumen im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt.

mehr ...

Immobilien

Baufi Secure: Neues Absicherungsprodukt für Immobiliendarlehen

Was geschieht, wenn Immobilienkäufer ihre Darlehensraten aufgrund von Krankheit oder Arbeitslosigkeit nicht mehr bedienen können? Das Produkt Baufi Secure will die Immobilienfinanzierung flexibel absichern.

mehr ...

Investmentfonds

Merck Finck sieht Rückenwind für Aktien

Kurz vor der Amtseinführung von Donald Trump sind vermehrt kritische Stimmen von der Investmentseite laut geworden. Merck Finck blickt der kommenden Handelswoche dennoch optimistisch entgegen.

mehr ...

Berater

WhoFinance und Defino bauen Kooperation aus

Wie das Bewertungsportal WhoFinance und das Defino Institut für Finanznorm mitteilen, haben sie ihre beiden Portale eng miteinander vernetzt. Dadurch sollen Finanzberater und Vermittler künftig die Qualität ihrer Beratung noch besser im Internet darstellen können.

mehr ...

Sachwertanlagen

Doric zieht positive Bilanz für 2016

Quadoro Doric hat mit der kernsanierten Büroimmobilie Trappenburch in Utrecht eine weitere Immobilie für den offenen Spezial-AIF Vescore Sustainable Real Estate Europe übernommen und damit das Jahr 2016 erfolgreich abgeschlossen.

mehr ...

Recht

LV-Verträge als Kreditsicherung: Widerspruchsrecht verwirkt

Werden Lebensversicherungsverträge zur Immobilienfinanzierung eingesetzt, kann das Widerspruchsrecht des Versicherten verwirkt sein, auch wenn die Widerspruchsbelehrungen der Policen nicht korrekt sind. Knackpunkt ist die Bedeutung der Policen als Sicherungsmittel.

mehr ...