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26. September 2008, 00:00
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Allianz testet umstrittenes AO-Modell

Der Finanzdienstleister Allianz Deutschland hat zu Testzwecken drei GmbHs gegründet, die für Gruppen von rund sechs Vertretern gegen Gebühr Verwaltungsarbeiten erledigen. Das meldet die ?Financial Times Deutschland? (FTD).

Der Branchenprimus, der vor allem über selbstständige Handelsvertreter verkauft, habe in München, Chemnitz und Herborn Gesellschaften gegründet, weitere seien geplant. Dies habe die Allianz gegenüber der FTD bestätigt.

Ziel dieser neuen GmbHs sei es, dass die Vertreter mehr Zeit für den Verkauf haben, zitiert die Zeitung einen Konzernsprecher. Unter anderem übernehmen sie Verwaltungsarbeiten von der Terminvereinbarung bis zur Führung des Kassenbuchs und die Pflege der Vertreter-Homepage. Auch die Zuordnung von Laufkundschaft an die Vertreter und der Verkauf einfacher Produkte sollen dort organisiert werden.

Das Modell dürfte die Stimmung zwischen dem größten deutschen Versicherer und seinen 10.500 Vertretern zusätzlich trüben, heißt es in dem Bericht weiter. Erst im Februar hatten die Vertriebsleute dem Konzern bereits die Absenkung der Provision für Autoversicherungen in einem Einfachtarif gerichtlich untersagen lassen (cash-online berichtete hier).

Andere Gesellschaften seien ebenfalls darauf aus, durch größere Einheiten mit mehreren Vertretern die Effizienz des Außendienstes zu steigern, so die FTD. In diesen Fällen läge indes die Organisation der Verwaltung bei den Vertretern, nicht bei Firmen des Versicherers. Quellen werden dafür in dem Bericht nicht genannt.

?Allianz erhält die volle Kontrolle?

Im Allianz-Vertrieb stoße das Modell auf geteilte Resonanz. Offenbar gab es keine Probleme, Vertreter für die Tests zu finden. Skeptisch sei dagegen die Vertretervereinigung: ?Wir halten nichts davon und sind auch nicht gefragt worden. Wir sind selbstständige Handelsvertreter. Wenn wir uns unsere kaufmännischen Entscheidungen vom Konzern abnehmen lassen, werden wir zu Treppenterriern?, wird ein ?führendes Mitglied? zitiert. Es stelle sich die Frage, ob die Vertreter dadurch nicht zu Scheinselbstständigen würden.

Der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute verurteilte den Allianz-Vorstoß in dem FTD-Bericht. Es werde der gläserne Vertreter geschaffen. Zudem verschaffe sich die Allianz so die volle Kontrolle über Terminbücher und Gesprächszahlen, sagte der Vorsitzende Michael Heinz der Zeitung. (hi)

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