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14. Mai 2008, 00:00
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AWD sichert sich Mehrheit an Proventus

Der Hannoveraner Finanzdienstleister AWD hat 50,4 Prozent der Anteile an der Vertriebsgesellschaft Deutsche Proventus AG, mit Sitz in Bremen, erworben.
Dies teilte der AWD und Proventus-Gründer und Vorstandsvorsitzender Martin Thomas heute gegenüber cash-online mit. ?Durch die Partnerschaft mit AWD können wir auf eine wesentlich breitere Produktpalette zugreifen und unseren Beratern somit ein größeres Maß an Unabhängigkeit bieten?, sagte Thomas gegenüber cash-online. ?Wir haben uns diesen Schritt genau überlegt und sind überzeugt, dass wir sehr gut mit AWD zusammenarbeiten werden?, so Thomas weiter. Die von Wettbewerbern behauptete Gefährdung der unabhängigen Beratung durch den Versicherer Swiss Life, der die große Mehrheit am AWD hat, sieht er nach Prüfung aller vertragsrelevanten Unterlagen nicht.

In einem internen Schreiben von AWD-Vorstandsvorsitzenden Carsten Maschmeyer an die Proventus-Berater, das cash-online vorliegt, teilt er mit, dass Proventus weiterhin bestehen bleiben wird: ?Wir versichern Ihnen, dass wir für Sie verlässliche Partner sein werden. Sämtliche gültigen Verträge bleiben bestehen, Sie müssen keine Provisionskürzungen befürchten. Vielmehr möchten wir Ihnen ein ?Buffet der Verbesserungen? bieten.?

Zudem soll die Geschäftsleitung von Proventus mit Vorstandsvorsitzendem Thomas sowie seinen Kollegen Torsten Apitz und Jörg Schlabach das Unternehmen auch in Zukunft weiter führen. Maschmeyer erklärte in dem Brief zudem, dass aus fairen Wettbewerbern nun echte Partner werden. Dass es dem AWD-Chef damit ernst ist, dafür könnte die Tatsache sprechen, dass er und Thomas einmal Arbeitskollegen bei der Kölner OVB waren.

Aktuell liegen noch 49,4 Prozent der Proventus-Anteile beim Kölner Versicherer Axa. Laut einem AWD-Sprecher verhandelt Maschmeyer zurzeit mit Proventus-Anteilseignerin Axa über die Partnerschaft. Da AWD bereits seit vielen Jahren Axa-Produkte vertreibt und stets vertrauensvoll mit der Gesellschaft zusammengearbeitet habe, werden keine Probleme erwartet.

Bislang war Proventus eigenen Angaben zufolge einer der zehn größten Finanzvertriebe in Deutschland, dabei allerdings vorwiegend in Nord- und Ostdeutschland tätig. ?Wir wollen auch im osteuropäischen Markt aktiver werden, was ohne einen starken Partner wie den AWD kaum zu bewältigen ist?, begründet Thomas die Kooperation weiter. Hinzu komme, dass die Proventus-Vermittler von der Beratungs-Software, dem Internet und anderen Service-Tools des AWD profitieren können. Aufgrund der gesetzlichen Auflagen in der Finanzberatung wie die Reform des Versicherungsvertragsgesetzes sei eine gute Vertriebsunterstützung und entsprechende technische Infrastruktur wichtiger, aber auch kostenintensiver denn je. (aks)

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