Anzeige
Anzeige
8. August 2008, 00:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Schadensersatz für versteckte Gebühren

Die 3. Zivilkammer des Landgerichts Heidelberg hat die HDV Heidelberger Vermögensverwaltung, Leimen, zu Schadensersatz in Höhe von etwa 58.000 Euro verurteilt (Az.: 3 O 98/08), weil diese einer Kundin die tatsächlichen Rückvergütungen nicht ausreichend offengelegt habe. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

In der entsprechenden Klausel im Vertrag hieß es, die Rückvergütungen könnten “bis zu 100 Prozent” der gesamten Verwaltungsgebühren betragen. Damit sei der Anbieter der Aufklärungspflicht über die Höhe der verdeckten Zahlungen nicht gerecht geworden, so die Richter.

Das Urteil hat Rechtsanwalt Alexander Heinrich von der Kanzlei Tilp aus Kirchentellinsfurt erstritten. ?Soweit ersichtlich, ist dies der erste Fall, in dem eine Klausel als unzureichend qualifiziert wird, in der schonungslos sogar mitgeteilt wird, dass der Vermögensverwalter die gesamten Verwaltungsgebühren als Kickback zurückerhalten kann?, so Heinrichs Kommentar.

In der betreffenden Vertragsklausel war explizit festgelegt worden, dass die Gebührenrückvergütungen “entgegen den gesetzlichen Regelungen” nicht an den Auftraggeber ausgezahlt, sondern als zusätzliche Vergütung beim Depotverwalter verbleiben sollten.

Die Geschäftsführung der HDV erklärte gegenüber cash-online lediglich, dass das Berufungsverfahren bereits laufe.

Kickbacks sind verdeckte Provisionen, die beispielsweise Fondsgesellschaften den Vermittlern, vor allem Banken, zahlen und aus den erhobenen Verwaltungsgebühren finanzieren. Die versteckten Rückzahlungen können dazu führen, dass Vermögensverwalter nicht im Sinne ihrer Anleger handeln, sondern in Anlagen mit den höchsten Kickbacks investieren.

Seit November verpflichtet die EU-Transparenzrichtlinie MiFID zur vollständigen Offenlegung sämtlicher Rückvergütungen. (hb)

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Absolute-Return – Insurtechs – Robo Advisors – Denkmalimmobilien


Ab dem 26. Januar im Handel.

Cash. 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Trumps Sieg in Rendite ummünzen - Themen, Produktangebote und Trends 2017 - Rentenreform

Versicherungen

IDD: BVK zufrieden mit Kabinettsentwurf

Wie der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) mitteilt, sieht er sich durch den Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Umsetzung der Versicherungsvertriebsrichtlinie Insurance Distribution Directive (IDD) bestätigt. Wichtige Forderungen des BVK seien umgesetzt worden; dennoch bestehe Nachbesserungsbedarf.

mehr ...

Immobilien

Interhyp: Immobilienkäufer können aufatmen

Die EZB behält ihre Geldpolitik vorerst bei, das legte sie auf ihrer geldpolitischen Sitzung am Donnerstag fest. Daher erwarten Immobilienexperten, dass die Baugeldzinsen zunächst niedrig bleiben, wie aus dem Interhyp-Bauzins-Trendbarometer hervorgeht.

mehr ...

Investmentfonds

Amtsantritt von Donald Trump: Das sagen die Investment-Experten

Die heutige Amtseinführung von Donald Trump ist auch an der Wall Street das Top-Thema. Cash. hat führende Investmentexperten zu ihren Einschätzungen in Bezug auf die Auswirkungen für die Kapitalmärkte befragt.

mehr ...

Berater

IDD: AfW kritisiert Regierungsentwurf

Der Gesetzesentwurf zur Umsetzung der europäischen Vertriebsrichtlinie (IDD) in deutsches Recht hat gestern das Bundeskabinett passiert. Nach Ansicht des AfW – Bundesverband Finanzdienstleistung e.V. hat es die Regierung versäumt, wichtige Änderungen vorzunehmen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Doric zieht positive Bilanz für 2016

Quadoro Doric hat mit der kernsanierten Büroimmobilie Trappenburch in Utrecht eine weitere Immobilie für den offenen Spezial-AIF Vescore Sustainable Real Estate Europe übernommen und damit das Jahr 2016 erfolgreich abgeschlossen.

mehr ...

Recht

LV-Verträge als Kreditsicherung: Widerspruchsrecht verwirkt

Werden Lebensversicherungsverträge zur Immobilienfinanzierung eingesetzt, kann das Widerspruchsrecht des Versicherten verwirkt sein, auch wenn die Widerspruchsbelehrungen der Policen nicht korrekt sind. Knackpunkt ist die Bedeutung der Policen als Sicherungsmittel.

mehr ...