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Donnerstag, 19. November 2009

Akquise: Mit Leads auf Kundenfang

Am Ende bleiben drei Möglichkeiten der Kundenakquisition. Entweder der Berater kauft Leads, um an Kunden zu kommen, er bekommt sehr gute Empfehlungen oder macht Kaltakquisition. Cash. hat festgestellt, dass einige Anbieter das Leadsgeschäft eingestellt haben. Ein Unternehmen verzichtet aus geschäftspolitischen Gründen auf die Dienstleistung, ein anderes Unternehmen gab an, auf das Geschäft aufgrund der veränderten Gesetzeslage für telefonische Kaltakquisition zu verzichten. Der Gesetzgeber hat die Zügel für die Telefonakquisition erneut angezogen.

Kaltakquisition kann viel kosten

Telefonieren-127x150 in Akquise: Mit Leads auf KundenfangSeit dem 4. August 2009 gilt das „Gesetz zur Bekämpfung unerlaubter Telefonwerbung und zur Verbesserung des Verbraucherschutzes bei besonderen Vertriebsformen“. Damit ist Telefonwerbung gegenüber Verbrauchern ohne deren vorherige ausdrückliche Einwilligung beziehungsweise gegenüber sonstigen Marktteilnehmern ohne deren zumindest mutmaßliche Einwilligung nicht erlaubt.

Das Verbot an sich ist nicht ganz neu, aber die jetzt eingeführten Geldstrafen dafür nun umso saftiger. Verstöße gegen das bestehende Verbot der unerlaubten Telefonwerbung gegenüber Verbrauchern können empfindliche Geldbußen bis zu 50.000 Euro nach sich ziehen. Ein Werbeanruf ist nur zulässig, wenn der Angerufene vorher ausdrücklich erklärt hat, Werbeanrufe erhalten zu wollen. Auch die Rufnummer darf nicht mehr unterdrückt werden, dieser Verstoß kann bis zu 10.000 Euro kosten.

Im Klartext: Will der Vermittler keine Geldstrafe riskieren, muss beim Abheben des Telefonhörers bereits die Einwilligung des potenziellen Kunden vorliegen. Diese muss er sich zuvor besorgen, um sich auf rechtlich sicherem Terrain zu befinden oder er muss auf diesen Weg der Akquisition verzichten.

Lizenz zum Gelddrucken?

Was ist aus dem Angebot für Bauer geworden? Dietrich analysiert für uns das Angebot: „Der Makler hat schnell reagiert, aber er arbeitet nicht orientiert. Auf Fragestellungen seitens der Interessentin hat er sich nicht eingelassen. Er empfiehlt Versicherungen, die teurer für den Kunden sind, aber höhere Provisionen abwerfen. Es stellt sich also die Frage, welches Interesse der Makler vertritt. Das der Kundin oder das seine? Zunächst wäre ein Fragebogen gut gewesen, auch vor allem zur Gesundheit. Eine Analyse geht dem Angebot voraus, nur nicht bei Leads.“ Bauer wundert sich, dass von den 19 Euro nie die Rede war. Ihr Angebot lag zwischen 180 bis 230 Euro plus Selbstbeteiligung.

Gielen findet dieses geschäftliche  Gebaren nicht gut: „Über solche Angebote wie eine PKV ab 49 Euro kommen sehr viele Leute, die finanziell große Probleme haben und versuchen etwas einzusparen. Aber damit ist dem Finanzberater auch nicht geholfen. Und wenn es keine finanziellen Probleme sind, dann passt das Angebot zu 99 Prozent nicht auf den Menschen.“

Fazit: Für die einen ist es die Lizenz zum Gelddrucken, für die anderen die schnellste Geldvernichtungsmaschinerie. Klar ist: Ein Datensatz kann eine Beratung nicht ersetzen.

Zur Anbieterübersicht gelangen Sie hier.

Fotos: Shutterstock, Finanzkunden.net, Leadsbutler

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5 Kommentare

  1. [...] GmbH in Lohfelden bei Kassel. Ein Geschäftsmodell, bei dem alle Beteiligten gewinnen. NO LEADS heißt es dort. Was ist damit [...]

    Pingback von “fiduxx” Ein Geschäfstmodell ohne Leads « PKV Blog — 20. November 2009 @ 15:54

  2. Der Bericht gibt einige Wahrheiten wieder. Das Leadgeschäft betreibe ich seit cs. 7 Jahren. Leider muss man feststellen, dass die Anbieter keine gelebten Partnerschaften mehr ausüben. Die Qualität ist eigentlich nicht mehr vorhanden. Die Reklamtionsabläufe sind erschreckend. Die Reklamationsquoten sind in Wahrheit über 60 % (dies bestätigen mir auch meine Kollegen und selbst diverse Anbieter). Diese Geschäftssegment betreiben nur wenige erfolgreich und wer sich darauf einlässt sollte sich dies gut überlegen, denn hier ist ein sehr hoher Stressfaktor vorausgesetzt.

    Das Problem was ich hier sehe ist dass diverse Anbieter miteinander Verknüpfungen gesucht haben und die Adressen so doppelt oder dreifach verkaufen.

    Die meisten Kollegen wenden sich von diesem Geschäftssegment ab. Die Anbieter kommuniziren zu wenig, wie sie Adressen generieren und sind wohl auch nicht bereit Qualität anzubieten.

    Kommentar von Frank Wagner — 25. November 2009 @ 12:25

  3. Fast 15 Jahre habe ich Leads gekauft und lange Zeit damit sehr gute Erträge generiert. Seit 2-3 Jahren wird dieser Markt von zahlreichen Vertrieben und deren Abspaltungen kaputt gemacht. Aber auch viele Lieferanten haben ihre alten Tugenden vergessen. Manche haben nie welche gehabt, sondern nur den eigenen Profit auf dem Rücken der Vermittler im Fokus. Werbung für PKV ab 59€ sorgt zwangsläufig für falsches Klientel. Gute Leads werden immer mehr intern, also von den Verkäufern der Leadhändler selbst, bearbeitet und stehen dem freien Markt daher nicht mehr zur Verfügung. Die minderwertigen Leads sorgen aufgrund der sehr hohen Reklamationsquoten von bis zu 70% für extremen Stressfaktor auf allen Seiten. Nicht wenige Leadkäufer nehmen aktuell gerade mal soviel Provisionen ein wie sie für Leads ausgegeben haben. Das Geschäftsmodell ist in dieser Form nicht mehr tragfähig und wird sich radikal ändern müssen. Eine Weile noch werden es Ex-MEGler und Co versuchen und schließlich doch scheitern. Dauerhaft setzt sich nur Qualität durch. Bei Vermittlern UND Lieferanten. Weniger ist mehr!

    Kommentar von Michael Buchholz — 8. Dezember 2009 @ 10:07

  4. [...] GmbH in Lohfelden bei Kassel. Ein Geschäftsmodell, bei dem alle Beteiligten gewinnen. NO LEADS heißt es dort. Was ist damit [...]

    Pingback von "fiduxx" Ein Geschäfstmodell ohne Leads « PKV Blog — 11. Mai 2010 @ 10:41

  5. Es ist schwer auf dem ersten Blick zu erkennen bei welchem Leadanbieter eigene, gehandelte oder auch eine Kombination von beidem angeboten werden. Ich empfehle die Rahmenbedingungen genau zu vergleichen. Nicht nur der Preis, Abrechnung sondern auch die Reklamationsbedingungen sindvorher genau zu prüfen. Wenn der Anbieter eine kostenlose Registrierung ermöglicht sollte man dies zunächst tun.

    Kommentar von Stefan — 2. Januar 2012 @ 10:42

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