Anzeige
12. August 2009, 00:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

MLP: Provisionserlöse schrumpfen um 16 Prozent

Die Gesamterlöse des Finanz- und Vermögensberaters MLP sind im Vergleich zu den ersten sechs Monaten des Vorjahres um 18 Prozent geschrumpft.

Die Wieslocher erwirtschafteten im Berichtszeitraum einen Erlös in Höhe von 231,4 Millionen Euro gegenüber 282,2 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2008. Die darin enthaltenen Provisionserlöse gingen um 16 Prozent auf 203,5 Millionen Euro (erstes Halbjahr 2008: 241,2 Millionen Euro) zurück.

Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) liegt mit einem Minus von 84 Prozent sehr deutlich unter dem Vorjahreswert von 35,8 Millionen Euro. Für die ersten sechs Monate 2009 lag das Ebit bei nur noch 5,9 Millionen Euro.

Beeinflusst wurde der starke Rückgang durch eine einmalige Sonderausgabe in Höhe von 3,4 Millionen Euro, eine Folge der Beteiligung von Swiss Life und damit verbundenen Beratungsleistungen. Daneben sind im zweiten Quartal 2009 Belastungen aus Restrukturierungen bei den Tochterunternehmen, dem Vermögensverwalter Feri und der Unternehmensberatung für betriebliche Vorsorge TPC in Höhe von 1,1 Millionen Euro angefallen.

Geschmälert wurde das Ergebnis des Weiteren durch eine Steuernachzahlung, die den Wieslochern einen Verlust von 0,1 Millionen Euro bescherte. Im Vorjahreszeitraum konnte mit 17,4 Millionen Euro ein Gewinn verbucht werden

Zuwachs bei Sachversicherungen

Der Schwerpunkt im Vertrieb lag in den ersten sechs Monaten des Jahres 2009 auf der Sachversicherung, bei der MLP die Erlöse nach einem Anstieg in den Monaten April bis Juni zum Halbjahr mit 18,7 Millionen Euro (erstes Halbjahr 2008: 18,7 Millionen Euro) auf Vorjahresniveau halten konnte. Eine stabile Entwicklung im Vergleich zu Zeitraum des Vorjahres konnte der Finanzdienstleister bei der Krankenversicherung in Höhe von 22,8 Millionen Euro aufweisen. Von Zurückhaltung ist immer noch der kapitalmarktnahe Bereich geprägt. Hier sanken die Erlöse um 20 Prozent auf 33,1 Millionen Euro (erstes Halbjahr 2008: 41,5 Millionen Euro).

Rückgang beim Vermögensmanagement

Vor dem Hintergrund der Finanzkrise büßte das Unternehmen im Bereich des Vermögensmanagements 16 Prozent Erlöse ein. Diese betrugen 17,2 Millionen Euro im Vergleich zu 20,5 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Einen Rückgang verbuchte MLP auch bei der Altersvorsorge. Hier sanken die Erlöse von 150,6 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum) auf 123 Millionen Euro für die Monate Januar bis Juni (minus 18,3 Prozent).

“Neben zahlreichen regulatorischen Änderungen sind unsere Rahmenbedingungen derzeit vor allem dadurch gekennzeichnet, dass private und institutionelle Kunden Anlageentscheidungen vor dem Hintergrund der Wirtschafts- und Finanzkrise in die Zukunft verschieben”, sagte Dr. Uwe Schroeder-Wildberg, Vorstandsvorsitzender von MLP.

Zweites Quartal im Vergleich zu 2008 schwach

Die Gesamterlöse im zweiten Quartal 2009 betrugen 105,9 Millionen Euro gegenüber 126,4 Millionen Euro im zweiten Quartal 2008. Die darin enthaltenen Provisionserlöse gingen um zehn Prozent auf 91,9 Millionen Euro (zweites Quartal 2008: 102,5 Millionen Euro) zurück.Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) liegt mit einem Minus von 78 Prozent stark unter dem Vorjahreswert von 10,7 Millionen Euro. Für die Monate April bis Juni 2009 lag das Ebit bei nur noch 2,4 Millionen Euro.

Kostensenkungen greifen

Die angestrebten Kostensenkungen zeigen nach Unternehmensangaben erste Wirkungen: die Fixkosten konnten um 14 Prozent gesenkt werden, was nicht das Ende der Fahnenstange bedeutet. “Wir werden unser striktes Kostenmanagement fortsetzen und unser Einsparziel erreichen”, erläutert Andreas Dittmar, Direktor Finanzen bei MLP, das weitere Vorgehen. Die Wieslocher wollen bis Ende 2010 34 Millionen Euro einsparen.

Alle Werte sind bereits durch die zur Veräußerung stehenden Auslandsgesellschaften in Österreich und den Niederlanden (cash-online berichtete hier) bereinigt.

Im zweiten Quartal konnte der Finanzdienstleister 8.500 Neukunden gewinnen. Die Gesamtkundenzahl stieg auf 777.000. Die Beraterzahl schrumpfte zwischen April und Juni von 2.435 auf 2.405, was einem Minus von 1,23 Prozent entspricht.

Für den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres rechnet MLP “mit einer schrittweisen Verbesserung der Geschäftsentwicklung”. Vor allem im vierten Quartal erwarte das Unternehmen eine deutliche Belebung bei gleichzeitig weiter zurückgehenden Kosten. (ks)

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 4/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Tech-Aktien – Fondspolicen – Baufinanzierung – Frauen in der Finanzberatung

Ab dem 16. März im Handel.

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Versicherungen

Münchener Verein baut Eigenkapitalbasis aus

Die Münchener Verein Versicherungsgruppe konnte im Geschäftsjahr 2016 ein Ergebnis nach Steuern in Höhe von 99,6 Millionen Euro erzielen. Das entspricht einer Steigerung von 5,1 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr.

mehr ...

Immobilien

Die Top Sechs der teuersten und günstigsten Studentenstädte

Nicht alle Studenten leben gerne in WGs, in einigen Hochschulstädten ist das Leben ohne Mitbewohner aber besonders teuer. Immowelt hat untersucht, wo Studenten am teuersten wohnen und in welchen Städten die Mieten besonders niedrig sind.

mehr ...

Investmentfonds

Banken leihen sich von EZB 233,5 Milliarden Euro

Die europäischen Kreditinstitute haben vorerst die letzte Gelegenheit sehr stark genutzt, um sich zum Nullzins Kredite von der EZB zu besorgen. Auch in der Eurozone verdichten sich mittlerweile die Anzeichen für einen strafferen Notenbankkurs.

mehr ...

Berater

Sparkassen im Norden forcieren Online-Banking

Trotz wachsender Belastungen durch die Niedrigzinsen haben die Sparkassen in Schleswig-Holstein 2016 ihren Jahresüberschuss nach Steuern auf 143,2 Millionen Euro steigern können. Das teilt der Sparkassen- und Giroverband für Schleswig-Holstein mit. Um sinkenden Erträgen entgegenzuwirken, wollen die Sparkassen ihr digitales Angebots ausbauen.

mehr ...

Sachwertanlagen

US-Justiz ermittelt gegen Hapag-Lloyd und Møller-Maersk

Sprechen die großen Reedereien im Hinterzimmer ihre Preise ab? US-Behörden haben eine Untersuchung gegen die Branche eingeleitet. Stellung nehmen soll auch der deutsche Container-Riese Hapag Lloyd.

mehr ...

Recht

LV-Vertrag: Bei Änderung Steuerlast wie bei Neuabschluss

Wird ein Lebensversicherungsvertrag (LV-Vertrag) vor Ablauf der Vertragslaufzeit geändert, ohne dass die Modifikation von vornherein vertraglich vereinbart worden ist, liegt hinsichtlich der Änderungen aus ertragsteuerlicher Perspektive ein neuer Vertrag vor. Dies entschied der Bundesfinanzhof.

mehr ...