Anzeige
Anzeige
17. November 2010, 13:05
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Jahresendgeschäft: Auf der Suche nach dem Mythos

In jedem Herbst werden massenhaft Roadshows veranstaltet, neue Produkte auf den Markt gebracht und Vermittler auf die kommenden Monate eingestimmt, in denen es richtig brummen soll. Doch was ist wirklich drin, im Jahresendgeschäft? Cash. hat recherchiert.

Mythos in Jahresendgeschäft: Auf der Suche nach dem Mythos

Text: Katja Schuld

“Wir laden Sie ein zu mehr Umsatz”, steht in großen Lettern auf der Einladung zu einer Roadshow eines Vertriebs. Wer seinen eigenen Umsatz noch zum Jahresende steigern wolle, dürfe das Event auf keinen Fall verpassen, erfährt der Interessent. Auf der Veranstaltung selbst dann die Frage an einige Vermittler, warum sie denn hier seien? „Ich bin hauptsächlich wegen der Informationen hier“, sagt einer, die anderen nicken zustimmend. – Nicht aufgrund des bereits laufenden Jahresendgeschäfts? – Kurzes Schweigen, dann verdutzte Blicke und ein kurzes Auflachen – „Nein, das können Sie getrost vergessen“, sagt ein anderer. Zugegeben, es war eine Veranstaltung, die über geschlossene Fonds informiert.

Vor dem Jahr 2005 wurden Beteiligungen dieser Art regelmäßig als Steuersparmodelle konzipiert, wovon auch die Kunden profitierten. Bei geschlossenen Immobilienfonds beispielsweise wurde die Steuerersparnis durch hohe Sonderabschreibungen erreicht, unter anderem durch das Fördergebietsgesetz (FördGG) zur Förderung des Aufbaus in den neuen Bundesländern. Die Einführung des Paragrafen 15 b im Einkommenssteuergesetz machte die Sparmodelle weitgehend unmöglich. „Das Geschäft verteilt sich auf das gesamte Jahr“, ergänzt einer der Vermittler.

Das sieht auch Björn Meschkat, Vorstand des Hamburger Unternehmens Deutsche Zweitmarkt AG, so. Die Makler- und Handelsgesellschaft führt seit 2006 Käufer und Verkäufer von Anteilen an geschlossenen Fonds zusammen. Meschkat hat bereits vor einem Jahr in seinem Zweitmarkt-Blog geschrieben, dass es das Jahresendgeschäft nicht mehr gibt – und er bleibt bei dieser Aussage: „Seitdem die Fonds nicht mehr von steuerlichen Verlusten profitieren, gibt es das sogenannte Jahresendgeschäft nicht mehr, aber dennoch spricht man jedes Jahr wieder davon.“ Im Erstgeschäft laufe derzeit hauptsächlich der Bereich Fotovoltaik, also die Investitionen in Solarfonds, da der Kunde hier noch von der staatlichen Förderung der Einspeisevergütung profitiere – aber auch nur, wenn die Anlage bis April 2011 in Betrieb genommen wird. Danach sinkt der prozentuale Förderungsanteil rapide.

Seite 2: Wer am Jahresendgeschäft weiter festhält

Weiter lesen: 1 2 3 4 5 6

1 Kommentar

  1. Schlußendlich wird es ein “Jahresendgeschäft” so lange geben, wie es Geschäftspläne mit Zielvorgaben gibt. Die verstärkten Vertriebsaktivitäten im 4. Quartal eines jeden Jahres dienen nichts anderem als der Erfüllung eben dieser Geschäftspläne. Es ist also nicht verwunderlich, wenn dieses Phänomen hauptsächlich dort zu beobachten ist, wo Vermittler durch die Erfüllung Ihrer Geschäftspläne Bonifikationen für das laufende oder Vorausszahlungen für das kommende Geschäftsjahr sichern können oder müssen. Es liegt in der Natur der Sache, dass die übergeordneten Vertriebseinheiten sowie Unternehmen, die schwerpunktmäßig mit eigenem Vertrieb Umsatz generieren, dies durch entsprechende Massnahmen flankieren.

    Kommentar von Sascha Büsing — 23. November 2010 @ 18:56

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 4/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Tech-Aktien – Fondspolicen – Baufinanzierung – Frauen in der Finanzberatung

Ab dem 16. März im Handel.

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Versicherungen

Viele Bundesbürger befürchten Geldprobleme im Alter

Mehr als ein Drittel der Bundesbürger zwischen 40 und 55 Jahren geht von einer schlechten eigenen Finanzlage im Alter von 75 Jahren aus, wie aus einer Studie des Sinus-Institutes im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervorgeht.

mehr ...

Immobilien

Wohnungsbau in Berlin zieht deutlich an

Der Wohnungsbau in Berlin kommt weiter in Schwung. Im vergangenen Jahr genehmigten die Behörden 25.063 neue Wohnungen, wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg am Montag mitteilte. Das ist die höchste Zahl seit 1997.

mehr ...

Investmentfonds

Brasilien bietet ausgezeichnete Reformdynamik

In den vergangenen Jahren war das Image von Brasilien bei Anlegern deutlich angekratzt. Allerdings hat sich in dem bevölkerungsreichsten Land viel bewegt, so dass die Situation neu bewertet werden muss. Gastkommentar von Maarten-Jan Bakkum, NN Investment Partners

mehr ...

Berater

Indexpolicen: Einstieg in die “Kapitalmarkt-Denke”?

Seit geraumer Zeit wird in der Assekuranz die Frage diskutiert, ob Kunden über den Zwischenschritt Indexpolicen eher bereit sind, den Schritt in die Welt der rein fondsgebundenen Lösungen zu wagen. Doch viele Versicherer sind skeptisch, ob dies der richtige Weg ist.

mehr ...

Sachwertanlagen

Die Sachwertbranche lebt noch

Zwei Veranstaltungen in der vergangenen Woche belegen eine Belebung der Sachwertbranche, ließen aber auch Fragen offen. Antworten gibt es vielleicht auf einem weiteren Event an diesem Mittwoch. Der Löwer-Kommentar

mehr ...
24.03.2017

Lacuna goes Canada

Recht

Elternunterhalt: Betreuungsleistung nicht einkommensmindernd

Im Rahmen einer Überprüfung der Leistungsfähigkeit für den Elternunterhalt ist die vom Unterhaltsschuldner an sein minderjähriges Kind geleistete Betreuung nicht zu monetarisieren und kann somit nicht einkommensmindernd geltend gemacht werden, so der BGH.

mehr ...