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20. Juli 2010, 11:40
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Stiftung Warentest stellt Bankberatern Armutszeugnis aus

Die Stiftung Warentest übt erneut schwere Kritik an Bankberatern: Die Qualität der Anlageberatung von Kreditinstituten sei in den letzten Monaten noch schlechter geworden, so das Fazit der Verbraucherschützer. Hauptgrund seien Verletzungen gesetzlicher Vorgaben.  

Daumen-runter in Stiftung Warentest stellt Bankberatern Armutszeugnis aus

So würden Bankberater den Kunden mitunter nicht alle Fragen stellen, die für eine adäquate Beratung angemessen wären. Zudem werde häufig nicht über wesentliche Eigenschaften und Kosten der Anlageprodukte aufgeklärt.

Außerdem seien die Berater in über der Hälfte der 146 im Rahmen der Analyse bei 21 Banken durchgeführten Testberatungen ihrer Pflicht nach der Aushändigung eines Beratungsprotokolls nicht nachgekommen, obwohl danach gefragt wurde.

Der Wunsch der Testkunden, 35.000 Euro über zehn Jahre lang anzulegen, brachte den Beratern noch einen weiteren Vorwurf ein: Die meisten Banken empfehlen der Studie zufolge einen zu riskanten Anlagemix. Unter dem Strich stellt die Stiftung Warentest den Instituten ein Armutszeugnis aus: Sechs Banken bekamen das Urteil “mangelhaft”, zwölf “ausreichend”, drei “befriedigend” und keine einzige “gut”.

Bereits Ende 2009 hatten die Tester die Anlageberatung bei 21 Banken unter die Lupe genommen. Das Ergebnis war bereits damals eine große Blamage. Daraufhin drohte Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU)  den Banken mit schärferen Kontrollen und weiteren Gesetzen, sollten sie ihre Leistungen nicht verbessern. Außerdem wurde ein Beratungsprotokoll Pflicht, wenn über Wertpapiere beraten wird. Die Kreditinstitute selbst gelobten Besserung. Doch die aktuellen Tests fielen noch schlechter aus.

Das größte Problem sei, so Stiftung Warentest, dass die Banken das Wertpapierhandelsgesetz missachten. Sie müssten die Kunden nach ihren finanziellen und persönlichen Verhältnissen fragen, seien verpflichtet zu ermitteln, welches Ziel die Kunden mit ihrer Geldanlage erreichen wollen und welche Kenntnisse sie haben. Bei der Beratung über Wertpapiere müsse zudem ein Beratungsprotokoll ausgehändigt werden. (hb)

Foto: Shutterstock

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2 Kommentare

  1. Das Ergebnis an sich und auch die Tatsache, dass bei den Banken keinerlei Besserung zu erkennen ist, verwundert nicht. Banken geht es nicht darum den Kunden reich zu machen, sondern sich selbst. Von daher kann man Kunden nur raten, informiert Euch selbst und entscheidet selbst. Die Bank ist dann nur Erfüllungsorgan. Zu mehr taugt sie ja auch ganz offentlich nicht.

    Kommentar von Der Finanzschrauber — 21. Juli 2010 @ 13:11

  2. […] bei BankenZEIT ONLINESchlechte Noten für Anlageberatung der BankenNDR OnlineBILD -cash-online.de -hr onlineAlle 178 […]

    Pingback von Hasen Chat Nachrichten Blog » Blog Archive » Verbraucherschützer strafen Bankberater ab – Spiegel Online — 20. Juli 2010 @ 12:03

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