Anzeige
22. Februar 2010, 14:38
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Beratungsprotokoll stößt auf breite Zustimmung

Das neue Beratungsprotokoll für den Finanzvertrieb kommt bei den Privatanlegern offenbar gut an. Über drei Viertel halten die Vorschrift, die seit Jahresbeginn Pflicht für Beratungsgespräche geworden ist, für sinnvoll. 13 Prozent stehen der neuen Regelung ablehnend gegenüber.

Checkliste-127x150 in Beratungsprotokoll stößt auf breite ZustimmungDas ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage von 1.131 Privatanlegern, die TNS Infratest im Auftrag der DZ Bank Anfang Februar durchgeführt hat.

Des Weiteren erklärte der Umfrage zufolge jeder Dritte, sich mit dem Thema Beratungsdokumentation sehr gut auszukennen. 45 Prozent sagten, sie hätten schon davon gehört, würden jedoch keine Details kennen. Immerhin ist an knapp 25 Prozent der Privatanleger das Thema vorbei gegangen. Sie gaben an, davon noch nicht gehört zu haben.

Elf Prozent der Befragten haben bereits Erfahrungen mit Gesprächen, in denen das Protokoll eingesetzt wird, heißt es in der Mitteilung. Über 75 Prozent zeigten sich mit dem Beratungsgespräch inklusive Protokoll zufrieden.

Der Großteil der Anleger ist der Umfrage zufolge mit der Protokollierung zufrieden. Damit steht das Ergebnis im Widerspruch zu einer Studie der Unternehmensberatung Steria Mummert. Deren Marktbeobachtungen hatten Anfang Februar ergeben, dass die Protokollierung noch nicht wirklich klappt. Es müsse nachgebessert werden, lautete das Fazit der damaligen Untersuchung. Auch die Verbraucherzentrale NRW kritisierte zum gleichen Zeitpunkt, dass die Protokolle sehr große Defizite haben und zweifelte die Verbraucherfreundlichkeit an. Sie hatte in einer Stichprobe Musterprotokolle und Protokollvorlagen von 14 Privat- und Genossenschaftsbanken sowie Sparkassen untersucht.

Immerhin steht dabei für die meisten Anleger die Funktion der Absicherung im Vordergrund, so das Umfrageergebnis der DZ Bank. Aber auch die Aspekte rechtliche Grundlage und höhere Transparenz werden genannt. Die Erwartung, dass durch ein Beratungsprotokoll auch die Qualität der Beratung beeinflusst würde, erfüllt sich nur bei 46 Prozent der Anleger-Gruppe, die bereits ein Gespräch mit Protokoll geführt hat.

Ihren Handlungsspielraum sehen knapp 90 Prozent der Anleger nicht beeinflusst. Kritisch sieht jedoch jeder dritte Befragte den Umstand, aufgrund des Beratungsprotokolls zu viele persönliche Informationen offen legen zu müssen. Zwei Drittel halten die Menge an Informationen für angemessen. (ks)

Foto: Shutterstock

Anzeige

5 Kommentare

  1. Ich finde es sehr wichtig. Man muss nur einmal lesen: http://www.gratis-tagesgeld.de/tagesgeld-und-gerechtigkeit/ !

    Kommentar von Miri — 23. Mai 2011 @ 19:16

  2. Gerade so ein Beratungsprotokoll ist sehr wichtig geworden.

    Kommentar von Beratungsprotokoll — 9. November 2010 @ 15:31

  3. Das Beratungsprotokoll ist nichts weiter als Toilettenpapier . Wenn ein Kunde / Mandat z.B. nach 3 Jahren sich dieses Protokoll durchlesen will , kann er nichts mit anfangen.
    Ich fertige seit vielen Jahren ein Gesprächsprotokoll an , dort steht alles was gesprochen und durchgeführt wurde , dann gemeinsam gelesen , alle Beteiligten unterschreiben , und alle Beteiligten bekommen eine Ausfertigung . Die Kunden/ Mandanten sind begeistert . Die Rechtssicherheit ist da. KEINE UNKLARHEITEN MEHR. Ich brauche kein Gesetz für seriöse Beratung .
    Horst N O L L

    Kommentar von Versicherungsmakler Horst Noll — 25. Februar 2010 @ 10:58

  4. Ein beratungsprotokoll ist absolut wichtig… doch der papierwust, der gleich mitgeliefert werden soll ist Wahnsinn.
    Dem Kunden werden ca. 50 -100 Seiten (AGB, Erklärungen, usw…) “aufs Hirn geklebt”! Was macht er? Er liest die erste Seite, dann sieht er in der Mitte nach, die besonders fleißigen auch noch das letzte Blatt…. und unterschreibt, dass er es erhalten und verstanden hat.
    Schwachsinn!
    Causa

    Kommentar von Causa — 23. Februar 2010 @ 18:39

  5. Ich fürchte, es ist keineswegs immer sicher, dass der Verbaucher versteht, ob und was er da unterschreibt.

    Kommentar von Der Finanzschrauber — 23. Februar 2010 @ 14:40

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Absolute-Return – Insurtechs – Robo Advisors – Denkmalimmobilien


Ab dem 26. Januar im Handel.

Cash. 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Trumps Sieg in Rendite ummünzen - Themen, Produktangebote und Trends 2017 - Rentenreform

Versicherungen

Gerüchteküche um Generali brodelt

Um den italienischen Versicherer Generali ranken sich neue Übernahmegerüchte. Die italienische Tageszeitung “La Repubblica” berichtete am Dienstag, die Bank Intesa Sanpaolo erwäge ein Übernahmeangebot für Generali. Die Aktien des Versicherers trieb das in die Höhe.

mehr ...

Immobilien

Immobilienfinanzierung wird digitaler

Die Digitalisierung nimmt in der Immobilienfinanzierung einen immer höheren Stellenwert ein. Der Gesamtmarkt für Immobilienfinanzierungen ist im Jahr 2016 unter dem Vorjahr geblieben. Nach eigenen Angaben konnte der Marktplatz Europace dennoch wachsen.

mehr ...

Investmentfonds

Danske-Invest sieht Osteuropa-Aktien positiv

Im Jahr 2016 entwickelten sich die osteuropäischen Aktienmärkte keinesfalls einheitlich. Insgesamt ist die Bewertung immer noch noch attraktiv.

mehr ...

Berater

Knip, Clark & Co.: Neue Bedrohung für die Maklerbestände

Das Geschäftsmodell von Insurtechs ist faktisch tot. Das ist ein gut gehütetes, aber dem Grunde nach trotzdem offenes Geheimnis. Weniger bekannt ist die Tatsache, dass die App-Anbieter dies erkannt und ihre Strategie modifiziert haben. Deren Sprengkraft ist noch bedrohlicher.

Die Pradetto-Kolumne

mehr ...

Sachwertanlagen

ZBI baut Geschäftsfeld Projektentwicklung aus

Die ZBI Zentral Boden Immobilien Gruppe hat 2016 im Geschäftsfeld Projektentwicklung/Bauträger etwa 460 Wohneinheiten für insgesamt rund 90 Millionen Euro verkauft (Vorjahr 80 Millionen Euro) und die Projektpipeline um ein Drittel ausgebaut.

mehr ...

Recht

Berufshaftpflichtschutz verloren: Architekt versus Anwalt

Aufgrund einer Pflichtverletzung aus dem Anwaltsvertrag verlor ein Architekt in einem Haftpflichtverfahren seinen Versicherungsschutz. Daraufhin klagte er gegen seinen Anwalt auf Zahlung von Schadensersatz. Doch kam ihm die Verjährung in die Quere.

mehr ...