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Dienstag, 22. November 2011

Trendforscher Matthias Horx: „Das Spiel ist vorbei“

Cash.: Was sollten Berater in dieser Situation tun?

Horx: Ich fürchte, sie müssen verstehen, dass das Spiel vorbei ist und der Markt massiv schrumpfen wird. Fonds wird man auf absehbare Zeit kaum noch verkaufen können. Gefragt ist in Zukunft der „ehrliche, transparente Makler“, der seinen Kunden nichts mehr aufschwatzt. Und kreative, neue Formen der alternativen Geldanlage.

Cash.: Gibt es weitere Tipps?

Horx: Ein Zukunftsforscher ist nicht für Tipps zuständig, sondern für die Zukunft. Aber ein Berater sollte sich überlegen, ob er irgendein Alleinstellungsmerkmal hat, das ihn vom klassischen Geschäft abhebt. Ist er spezialisiert, weil er viel Menschenkenntnis hat oder hat er Fähigkeiten, die andere nicht haben? Kann er Produkte anbieten, die krisenresistent sind?

Cash.: Steht die Branche vor einem Kollaps?

Horx: Nicht vor dem Zusammenbruch, aber vor einem massiven Strukturwechsel. Ein Drittel aller Finanzberater in Deutschland wird in zwei Jahren kein Finanzberater mehr sein. Bei den restlichen wird sich eine massive Entscheidung abspielen: Entweder sie werden wirklich Zocker, die hohe Risiken fahren. Oder sie ziehen sich auf eine Position des konservativen Verwalters zurück, der extrem vorsichtig agiert.

Cash.: Machen Sie das an den gesetzlichen Rahmenbedingungen fest oder an der Qualität der Beratung?

Horx: Beides. Menschen haben zunehmend keinen Glauben mehr daran, dass sich ihr Geld durch guten Rat vermehrt. Sie haben jetzt in zehn Jahren drei Börsencrashs erlebt, und sie realisieren, dass sich die Fundamentaldaten eines Unternehmens überhaupt nicht mehr im Börsenkurs spiegeln. Der Staat wird sich immer mehr einmischen. Das Casino wird geschlossen. Es wird irgendwann stark renoviert wieder aufmachen. Und dann kein Casino mehr sein können, sondern vielleicht eher eine langweilige Behörde.

Interview: Katja Schuld

Foto: René Golz

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1 Kommentar

  1. sehr geehrter Herr Horx, ich bin genau Ihrer Meinung es wird eine große Veränderung in der Beratung geben. Wenn sich Finanzberater und die Banken sich nicht entlich aus die Bedürnissen der Kunden einstellen sondern immer nur nach Vertrieb mit Produkten die keiner benötig, schielt werden Sie die Quitung bekommen. Es sollte eine Betreuungpauschale geben so ist jeder daran interessiert den Kunden mit seiner Beratung zu halten. Ich arbeite schon lange mit diesem Ansatz doch es wird nicht honriert. Es kann nur besser werden.
    Mit freundlichen Grüßen
    Elke Zimmermann

    Kommentar von Elke Zimmermann — 22. November 2011 @ 20:11

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