Anzeige
Anzeige
28. Oktober 2013, 09:30
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Banken managen Einlagengeschäft nicht optimal

Nach einer Untersuchung der Strategieberatung Roland Berger Strategy Consultants fehlen vielen Banken auf europäischer Ebene die Instrumente, um ihr Einlagengeschäft optimal zu verwalten.

Bank in Banken managen Einlagengeschäft nicht optimal

Die Flucht der Bankkunden in Einlagenprodukte mit niedrigem Risiko hält an.

Vor der Krise waren Kundeneinlagen für die Banken eine deutlich günstigere Refinanzierungsquelle als Interbankenkredite oder der Kapitalmarkt. Als Folge der Finanzkrise und zahlreicher Zentralbankinterventionen ist heute das Gegenteil der Fall.

“Die Banken sind bereit, für Einlagen zu zahlen, weil sie weitgehend stabil und unter Basel III-Gesichtspunkten zwingend notwendig sind”, erklärt Frank Heideloff, Partner von Roland Berger Strategy Consultants. “Aber eigentlich bezahlen Banken im Vergleich zu anderen Refinanzierungsquellen noch zu viel für Einlagen, auch wenn das absolute Niveau inzwischen abgesenkt wurde.”

Schwierige Balance halten

Um im Einlagen- und Spareinlagengeschäft erfolgreich zu sein, müssten Kreditinstitute die schwierige Balance zwischen Einlagenstabilität, Profitabilität der Bank und Kundenbindung halten.

Dafür sollten europäische Banken auf eine Optimierung der Passivseite ihrer Bilanz achten. In der Regel verfügten Banken über hochentwickelte ökonometrische Verfahren, um ihre Assets optimal zu verwalten. Doch um die Passivseite ihrer Bilanz – allen voran ihr Einlagengeschäft – zu managen, fehlten etlichen Kreditinstituten solche Instrumente.

Die europäischen Privathaushalte verfügen über stolze 8,5 Billionen Euro an Einlagen. Diese stellen somit einen Grundpfeiler des europäischen Wirtschaftssystems dar und repräsentieren ein Drittel der gesamten Finanzanlagen.

Flucht in Einlagenprodukte mit niedrigem Risiko

Obwohl die Realrenditen in den letzten Jahren in den meisten EU-Ländern negativ ausfielen, hält die Flucht der Bankkunden in Einlagenprodukte mit niedrigem Risiko an. Seit 2009 haben die Finanzkrise und die Einführung von Liquiditätszielen unter Basel III bei den Banken dazu geführt, dass sich viele auf das Einlagengeschäft zurückbesonnen haben.

Darüber bestreiten Kreditinstitute mehr als die Hälfte ihrer Refinanzierung, so die Ergebnisse der neuen Studie von Roland Berger Strategy Consultants “Retail deposits – prepare for a bumpy ride”.

Sparverhalten genau analysieren

“Banken entscheiden oft über Preise und Produkte im Einlagengeschäft auf Basis der Einschätzungen von Produktmanagern oder auch ad hoc, wenn Liquiditätsdruck herrscht, anstatt auf solide mathematische Modelle zurückzugreifen” erklärt Roland Berger-Experte Heideloff.

“Einlagenmanagement durch Kampagnen – das funktionierte noch vor der letzten Finanzkrise, ist aber heute kein praktizierbares Modell mehr. Denn heute entscheidet eine optimierte Passivseite der Bilanz zunehmend über die Gewinne der Banken mit.”

In erster Linie sollten Finanzinstitute das Sparverhalten ihrer Kunden genau analysieren, um Potenzial und Gefahren schnell zu erkennen. “Anhand der Kundenaktivitäten können Banken verstehen, ob ein Kunde bereit ist, zu einer anderen Bank zu wechseln oder ein Angebot für ein anderes Spar- oder Anlageprodukt anzunehmen”, rät Berger-Partner Heideloff. (fm)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 4/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Tech-Aktien – Fondspolicen – Baufinanzierung – Frauen in der Finanzberatung

Ab dem 16. März im Handel.

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Versicherungen

Krankenkassen geben mehr für freiwillige Angebote aus

Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für freiwillige Leistungen haben sich in den vergangenen vier Jahren fast verdoppelt. Das geht nach einem Bericht der “Berliner Zeitung” (Mittwoch) aus Daten des Bundesgesundheitsministeriums hervor, die die Linken-Gesundheitspolitikerin Birgit Wöllert angefordert hat.

mehr ...

Immobilien

Vorgeschobener Eigenbedarf: Mieter steht Schadensersatz zu

Ein Mieter, dem aufgrund von Eigenbedarf gekündigt wurde, klagte vor mehreren Instanzen auf Schadensersatz, da der Vermieter die Wohnung nach seinem Auszug nicht wie angekündigt nutzte. Der Bundesgerichtshof (BGH) gab dem Kläger in einem Urteil am Mittwoch Recht.

mehr ...

Investmentfonds

Münchener Rück erwartet Brexit-Schaden für UK-Wirtschaft

Der Rückversicherer Munich Re erwartet in den nächsten zwei Jahren einen deutlich spürbaren Brexit-Schaden für die britische Konjunktur.

mehr ...

Berater

Finanzierung für Selbstständige und Unternehmer

Für Selbstständige und Freiberufler ist es deutlich schwieriger, einen Kredit zu erhalten als für Angestellte. Aber es gibt nicht nur den klassischen Bankkredit. Wer bei der Kreditanfrage von seiner Hausbank eine Absage erhält, kann zu anderen Mitteln greifen. Wir zeigen auf, welche Alternativen es gibt.

mehr ...

Sachwertanlagen

Offshore-Strom legt deutlich zu

Lange fehlten oft die Verkabelungen, um den aus See produzierten Strom an Land zu bringen. Doch jetzt scheinen die Offshore-Windparks ihren Beitrag zur Stromerzeugung in einem deutlich größeren Umfang zu leisten.

mehr ...

Recht

Makler oder Mehrfach-Agent? Versicherungsnehmer ist beweisbelastet

Für die Behauptung, ein Versicherungsvermittler, der die Antragsfragen aufgenommen hat, sei als Mehrfach-Agent tätig geworden, ist der Versicherungsnehmer beweisbelastet. Dies entschied das Oberlandesgericht Dresden in einem aktuellen Urteil.

mehr ...