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24. Oktober 2013, 10:37
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Digitalisierung der Finanzdienstleistung: Die Marke macht’s

Kunden kaufen lieber Markenware. Auch in der Finanzindustrie sind starke Marken umsatzmäßig auf den Spitzenplätzen zu finden. Wer zukünftig in der Finanzdienstleistung keine ausformulierte Marke vorweist, wird es schwer haben. Warum?

Gastbeitrag von Joachim Leuther, BS Baugeld Spezialisten

Finanzdienstleistung

“Wir haben errechnet, das Vermittler pro Tag zwei Stunden in Marketing investieren müssten, um sich online einigermaßen über Wasser zu halten.”

Ein Mensch lebt heute zwei Leben: ein digitales und ein analoges. Ein analoges Erlebnis, wie beispielsweise eine Party, wird in den sozialen Medien aufwändig rekonstruiert und interpretiert. Dadurch vervielfältigt sich die erlebte Freude.

Finanzdienstleistung analoges Geschäft

Finanzdienstleistung war ein analoges Geschäft, wo Menschen anderen Menschen etwas verkaufen. Kunden gewöhnen sich nun zunehmend an die volldigitalen Dienste von Amazon & Co. Und die verdienen sich das Kundenvertrauen sowohl durch Transparenz als auch durch Dominanz mit Content auf allen digitalen Kanälen.

Manche Marken sind so scharf definiert, dass zum Beispiel kein Kunde bei Zalando fragen wird “Wo ist ihre Filiale?”

Jedoch wird das Finanzdienstleistungsbüro um die Ecke gefragt werden, wo sich denn der digitale Vertrauensbringer aus Content und “5-Sterne-Meinungen” im Netz befindet.

Analoge Leistung im Netz vollständig duplizieren

Das heißt: analoge Dienstleister werden gezwungen, ihre Leistungsfähigkeit im Netz vollständig zu duplizieren, damit Kunden auch dort die Anmutung von Transparenz verspüren. Das Fehlen dieser Anmutung dürfte im Umkehrschluss zu Misstrauen, ergo: nichtkaufen, führen.

Große Produktanbieter können dies leisten und so lässt sich unter anderem die unerwartete Renaissance der gebundenen Vermittler erklären.

Analoge Firmen müssen ebenfalls zwei Leben führen – das digitale parallel zum analogen. Kleinen, ungebundenen Vermittlern wird es schwer fallen, den nötigen zeitlichen und finanziellen Aufwand zu stemmen, um sich als Marke zu etablieren.

Investment in Online-Marketing

Wir haben errechnet, das Vermittler pro Tag zwei Stunden in Marketing investieren müssten, um sich online einigermaßen über Wasser zu halten. Und Fremdkosten für Suchmaschinenoptimierung (SEO) oder Suchmaschinenwerbung (SEM) sind nicht einmal eingerechnet.

Was ist zu tun? Das bisschen Zeit und Geld in weitere (Online)-Kanäle zu verteilen ist so sinnvoll wie in der Wüste eine Flasche Wasser in den Sand zu schütten, in der Hoffnung, dass ein Apfelbaum wächst. Das kann man sich sparen. Strategische Entscheidungen dieser Kategorien sind gefragt:

a) Größer werden oder
b) Sich an eine Marke binden oder
c) Spezialisieren, damit man seine Akquisitionskosten fokussieren kann, um sich dann…
d) …eventuell mit anderen Gattungen der Finanzdienstleistung zu verbinden.

Unternehmen, die sich mit diesen Fragestellungen nicht auseinandersetzen und keine langfristige Strategie entwickeln, werden im digitalen Umfeld mittelfristig keine Chance haben.

Autor Joachim Leuther ist Vorstand bei der BS Baugeld Spezialisten AG.

Foto: BS Baugeld Spezialisten AG

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