Anzeige
7. Mai 2013, 09:30
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Die Bedingungen in Deutschland sind gut”

Stefanie Kühn ist Inhaberin der Private Finanzplanung Kühn in Grafing bei München. Mit Cash. hat die Honorarberaterin über die Männerdomäne Finanzvertrieb, ihre Karriere und die unterschiedlichen Bedürfnisse männlicher und weiblicher Kunden gesprochen.

Stefanie Kühn, Inhaberin der Private Finanzplanung Kühn

Stefanie Kühn, Private Finanzplanung Kühn: “Stellen Sie sich vor, es gibt eine vorgeschriebene Frauenquote, aber keine Frauen die wollen und können.”

Die Finanzbranche ist im Vertrieb und auf der Führungsebene eine Männerdomäne. Was hält Frauen von der Branche fern?

Kühn: Ich glaube, dass viele Frauen keine Karriere machen möchten. Oder falsche Vorstellungen haben. Es ist meines Erachtens völlig normal, dass eine Frau, die eine Berufspause von 10 Jahren macht, weil Kinder da sind, erstmal einiges nachzuholen hat. Da sind viele Männer einfach schon weiter gezogen.

Die Branche hat – meines Erachtens leider zu recht – keinen guten Ruf. Das schreckt sicherlich auch viele ab.

Warum sind Sie in die Finanzberatung gegangen?

Mein Mann und ich sind beinahe einem richtig schlechten Finanzberater aufgesessen, aus einem Strukturvertrieb. Da war die Idee geboren: Das müsste man besser machen, auf Honorar, ohne Provision. Danach haben wir beide das Studium Finanzökonomie an der European Business School gemacht und dann habe ich mich selbständig gemacht. Seit 1999 bin ich dies nun schon.

 Wie können mehr Frauen für die Beratertätigkeit gewonnen werden?

Ich glaube, die Rahmenbedingungen sind gerade in dieser Branche okay. Selbständige Finanzdienstleisterinnen können sich ja geradezu perfekt selbst organisieren. Auch Banken sind mit Teilzeitjobs recht weit.

Könnte eine gesetzlich vorgeschriebene Frauenquote hilfreich sein, den Frauenanteil zu erhöhen?

Nein, ich glaube, dass die Bedingungen in Deutschland gut sind. Das sollte der Markt regeln. Stellen Sie sich vor, es gibt eine vorgeschriebene Frauenquote, aber keine Frauen die wollen und können.

Denken Sie, dass der Frauenanteil im Vertrieb in den nächsten Jahren zunehmen wird?

Ich glaube schon, dass insgesamt der Anteil Frauen im Berufsleben und auch in sogenannten Männerdomänen zunehmen wird. Dafür werden verbesserte Rahmenbedingungen, zum Beispiel bei der Kinderbetreuung, sorgen.

Wie unterscheiden sich die Beratungsgespräche mit männlichen und weiblichen Kunden?

Bei Frauen ist noch immer das Mutmachen mehr von Nöten als bei Männern. Viele Frauen, gerade die jungen, sind finanziell sehr selbständig. Diejenigen aber, die entweder bewusst oder unbewusst zu lange auf den Mann gesetzt haben und das plötzlich nicht mehr können, brauchen viel Ermutigung und viele kleine Schritte.

Was sind die wichtigsten Versicherungen / Finanzprodukte, die frau heute haben sollte?

Eine Haftpflichtversicherung, eine Berufsunfähigkeitsversicherung, eine Risikolebensversicherung, wenn Kinder da sind. Dazu ein Tagesgeldkonto, ein Festgeld und einen Fondssparplan. Das gilt übrigens genauso für den Mann.

 

Interview: Julia Böhne

Foto: Private Finanzplanung Kühn 

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Absolute-Return – Insurtechs – Robo Advisors – Denkmalimmobilien


Ab dem 26. Januar im Handel.

Cash. 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Trumps Sieg in Rendite ummünzen - Themen, Produktangebote und Trends 2017 - Rentenreform

Versicherungen

Insurtechs: Über 80 Millionen US-Dollar für deutsche Start-ups

Im Jahr 2016 haben die deutschen Insurtechs in Finanzierungsrunden mehr als 80 Millionen US-Dollar eingesammelt. Das geht aus einer Untersuchung des Münchener Fintech-Start-ups Finanzchef24 hervor. Demnach hat sich das Finanzeriungsvolumen im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt.

mehr ...

Immobilien

Baufi Secure: Neues Absicherungsprodukt für Immobiliendarlehen

Was geschieht, wenn Immobilienkäufer ihre Darlehensraten aufgrund von Krankheit oder Arbeitslosigkeit nicht mehr bedienen können? Das Produkt Baufi Secure will die Immobilienfinanzierung flexibel absichern.

mehr ...

Investmentfonds

Merck Finck sieht Rückenwind für Aktien

Kurz vor der Amtseinführung von Donald Trump sind vermehrt kritische Stimmen von der Investmentseite laut geworden. Merck Finck blickt der kommenden Handelswoche dennoch optimistisch entgegen.

mehr ...

Berater

WhoFinance und Defino bauen Kooperation aus

Wie das Bewertungsportal WhoFinance und das Defino Institut für Finanznorm mitteilen, haben sie ihre beiden Portale eng miteinander vernetzt. Dadurch sollen Finanzberater und Vermittler künftig die Qualität ihrer Beratung noch besser im Internet darstellen können.

mehr ...

Sachwertanlagen

Doric zieht positive Bilanz für 2016

Quadoro Doric hat mit der kernsanierten Büroimmobilie Trappenburch in Utrecht eine weitere Immobilie für den offenen Spezial-AIF Vescore Sustainable Real Estate Europe übernommen und damit das Jahr 2016 erfolgreich abgeschlossen.

mehr ...

Recht

LV-Verträge als Kreditsicherung: Widerspruchsrecht verwirkt

Werden Lebensversicherungsverträge zur Immobilienfinanzierung eingesetzt, kann das Widerspruchsrecht des Versicherten verwirkt sein, auch wenn die Widerspruchsbelehrungen der Policen nicht korrekt sind. Knackpunkt ist die Bedeutung der Policen als Sicherungsmittel.

mehr ...