Anzeige
Anzeige
20. Dezember 2013, 13:30
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Infinus-Skandal: Staatsanwaltschaft Wien ermittelt

Die Folgen des Skandals um die Dresdener Unternehmensgruppe könnten noch schwerwiegender sein als bisher angenommen. Medienberichten zufolge ermittelt die Staatsanwaltschaft Wien gegen Infinus wegen des Verdachts der Geldwäsche. Unterdessen warnt ein Experte davor, dass ein Insolvenzverfahren bis zu einem Jahrzehnt andauern könnte. 

Infinus-Skandal

Die Wiener Staatsanwaltschaft prüft den Verdacht der Geldwäsche gegen Infinus wegen dubiosen Rentenversicherungsverträgen mit einem östereichischen Versicherer.

Laut Handelsblatt-Recherche prüft die Staatsanwaltschaft Wien wegen des Verdachts der Geldwäsche die Versicherungsgeschäfte der “Infinus Ihr Kompetenzpartner AG” (rote Infinus). In diesem Zusammenhang ermittelt die Staatsanwaltschaft der österreichischen Hauptstadt zudem gegen weitere 15 Personen, die im “wirtschaftlichen Einflussbereich und Umfeld der Infinus” stehen.

Im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen demnach 13 fondsgebundene Rentenversicherungen, die die rote Infinus zwischen August und Dezember 2012 an eine der größten Versicherungsgesellschaften Österreichs, die “Wiener Städtische Versicherung”, vermittelt hatte. Die Laufzeiten der Policen lagen bei 35 bis 40 Jahren, monatliche Raten beliefen sich auf bis zu 5.000 Euro.

Für die 13 strittigen Versicherungen wurden rund eine dreiviertel Million Euro an Provisionen durch die rote Infinus eingenommen. Zudem wurde der österreichische Versicherer dazu verpflichtet, das eingezahlte Kapital in Finanzprodukte von Infinus-Töchtern anzulegen. So habe die Infinus doppelt profitiert.

Infinus-Skandal: Verdacht auf Geldwäsche und Scheingeschäfte

Die Wiener Städtische Versicherung gibt an, ursprünglich nicht gewusst zu haben, dass die Versicherungsnehmer der 13 strittigen Policen jeweils Vermittler, Makler oder Direktionsmanager der Infinus-Unternehmensgruppe waren. Ende 2012 beziehungsweise Anfang 2013 habe Infinus auf Nachfrage der Versicherung nach dem dahinterstehenden Interesse “keine zufriedenstellenden Angaben”  gemacht.

Das Geschäft mit der Infinus sei daraufhin eingestellt worden. Nachdem sich wiederholt die Versicherungsnehmer der 13 Versicherungen nach nur einjähriger Laufzeit einen Teil der Einzahlungen ausbezahlen ließen, habe die Wiener Städtische Versicherung zudem die Behörden eingeschaltet.

Da die Verträge weiter mit den monatlichen Einzahlungen bedient wurden, sieht die Staatsanwaltschaft Indizien für Geldwäsche, und vermutet, dass mit den Teilentnahmen weitere Prämien finanziert werden sollten. Zudem bestehe der der Verdacht auf Scheingeschäfte, da die Policen von Infinus zum Zwecke der Generierung hoher Provisionszahlungen abgeschlossen worden seien.

Erste Schritte für Vermittler und Anleger

Im Zuge des Infinus-Skandals haben sich Anleger, Rechtsanwälte und Gläubiger mit Anfragen an die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) gewandt. Diese hat ihre Antworten auf die häufigsten Fragen ins Netz gestellt. Auch der vorläufige Insolvenzverwalter der zur Infinus-Gruppe gehörenden Future Business, Dr. Bruno M. Kübler, hat erste Informationen  für Anleger auf einer Website gesammelt. Die Berliner Kanzlei Wirth-Rechtsanwälte hat die wichtigsten Fragen und Antworten für Vermittler zusammengestellt.

Gegen Infinus wird wegen Betrugsverdachts ermittelt. Beamte der Staatsanwaltschaft Dresden und des Landeskriminalamts Sachsen hatten im Zuge einer Razzia am 5. November die Geschäftsräume von rund 30 Firmen sowie Privaträume in Deutschland und Österreich untersucht. Sechs Beschuldigte wurden festgenommen. Bisher haben insgesamt 18 der 30 Unternehmen der Dresdener Gruppe vorläufige Insolvenzanträge gestellt. Mit einer Eröffnung der Insolvenzverfahren ist nach Expertenmeinung frühestens Ende Februar 2014 zu rechnen.

Rechtsanwalt Lutz Arnold von der auf Vermittlerrecht und Anlegerschutz spezialisierten Anwaltskanzlei Arnold in Dresden geht davon aus, dass die Insolvenzverfahren der Unternehmen der Infinus-Gruppe nach Eröffnung acht bis zehn Jahre dauern können. Das sei der unübersichtlichen Unternehmensstruktur und der Vielzahl der eingesetzten Insolvenzverwalter geschuldet.

Seite zwei: Infinus-Skandal: Anleger sollten Ruhe bewahren

3 Kommentare

  1. Wie geht es nun weiter? Was sollen Geschädigte als nächstes unternehmen ?

    Kommentar von Dr.Hannusch — 8. Januar 2014 @ 14:47

  2. Ich bin total ratlos! Soll man handeln ? zum Anwalt gehen und zusätzl. Geld loswerden oder abwarten?

    Kommentar von m.schmitt — 6. Januar 2014 @ 14:01

  3. Ich bin nun total ratlos, was ist nun das richtige !!!

    Kommentar von Hans-Jürgen Jensch — 20. Dezember 2013 @ 18:17

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 4/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Tech-Aktien – Fondspolicen – Baufinanzierung – Frauen in der Finanzberatung

Ab dem 16. März im Handel.

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Versicherungen

Viele Bundesbürger befürchten Geldprobleme im Alter

Mehr als ein Drittel der Bundesbürger zwischen 40 und 55 Jahren geht von einer schlechten eigenen Finanzlage im Alter von 75 Jahren aus, wie aus einer Studie des Sinus-Institutes im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervorgeht.

mehr ...

Immobilien

Wohnungsbau in Berlin zieht deutlich an

Der Wohnungsbau in Berlin kommt weiter in Schwung. Im vergangenen Jahr genehmigten die Behörden 25.063 neue Wohnungen, wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg am Montag mitteilte. Das ist die höchste Zahl seit 1997.

mehr ...

Investmentfonds

Brasilien bietet ausgezeichnete Reformdynamik

In den vergangenen Jahren war das Image von Brasilien bei Anlegern deutlich angekratzt. Allerdings hat sich in dem bevölkerungsreichsten Land viel bewegt, so dass die Situation neu bewertet werden muss. Gastkommentar von Maarten-Jan Bakkum, NN Investment Partners

mehr ...

Berater

Indexpolicen: Einstieg in die “Kapitalmarkt-Denke”?

Seit geraumer Zeit wird in der Assekuranz die Frage diskutiert, ob Kunden über den Zwischenschritt Indexpolicen eher bereit sind, den Schritt in die Welt der rein fondsgebundenen Lösungen zu wagen. Doch viele Versicherer sind skeptisch, ob dies der richtige Weg ist.

mehr ...

Sachwertanlagen

Die Sachwertbranche lebt noch

Zwei Veranstaltungen in der vergangenen Woche belegen eine Belebung der Sachwertbranche, ließen aber auch Fragen offen. Antworten gibt es vielleicht auf einem weiteren Event an diesem Mittwoch. Der Löwer-Kommentar

mehr ...
24.03.2017

Lacuna goes Canada

Recht

Elternunterhalt: Betreuungsleistung nicht einkommensmindernd

Im Rahmen einer Überprüfung der Leistungsfähigkeit für den Elternunterhalt ist die vom Unterhaltsschuldner an sein minderjähriges Kind geleistete Betreuung nicht zu monetarisieren und kann somit nicht einkommensmindernd geltend gemacht werden, so der BGH.

mehr ...