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22. Juni 2015, 08:03
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“Zwei Drittel der Befragten meint, dass eine Finanzberatung kostenlos ist”

Im zweiten Teil des Cash.-Interviews mit Professor Dr. Rolf Tilmes, wissenschaftlicher Leiter des PFI Private Finance Institute der EBS Business School, spricht er über seine Studie, die die Provisions- und Honorarberatung aus Kundensicht untersucht.

Honorarberatung

“Insbesondere Befragte mit höherer finanzieller Allgemeinbildung beziehungsweise höherem Haushaltsnettogeldvermögen haben überproportional häufig von Honorarberatung gehört”.

Cash.: Insbesondere zur Akzeptanz der Honorarberatung existieren bereits zahlreiche Studien. Was war die Zielsetzung Ihrer Erhebung und wie unterschiedet sich diese von anderen Untersuchungen?

Tilmes: Bestehende Studien zum Thema Honorarberatung sind häufig aufgrund der verkürzten Darstellung einer komplexen Materie wenig aussagekräftig und führen zu teilweise vollständig konträren Ergebnissen bei prinzipiell sehr ähnlichen Stichproben. Die einfache Frage nach der Honorarzahlungsbereitschaft von Privatkunden, die in der Vergangenheit am häufigsten als zentrales Ergebnis vieler Studien kontrovers diskutiert wurde, springt daher auch deutlich zu kurz.

Von entscheidender Bedeutung sind bei der Betrachtung letztendlich die zentralen Themen der Beratungsqualität und die hinter dem Nachfrageverhalten stehenden Einflussfaktoren. Die vom Gesetzgeber mit dem Gesetz zur Förderung und Regulierung einer Honorarberatung über Finanzinstrumente unterstellte Fähigkeit von Verbrauchern, sich bewusst für eine provisionsbasierte oder Honorarberatung zu entscheiden, setzt voraus, dass diese sich mit den jeweiligen Vergütungsformen und deren möglichen Auswirkungen auf Incentivierungssysteme und Beratungsverhalten auskennen.

So stellt sich die Frage, inwiefern Verbrauchern überhaupt mögliche Interessenkonflikte, Provisionsinteressen und -höhen und deren möglicher Einfluss auf Beratungsergebnisse bewusst sind und von diesen quantifiziert werden können. Somit spielt auch die finanzielle Allgemeinbildung ebenso wie die Bereitschaft zu einer Auseinandersetzung mit derartigen Fragestellungen eine zentrale Rolle bei der Entscheidung für oder gegen ein Beratungsangebot und das damit einhergehende Vergütungssystem. Genau diese Hintergründe sind Gegenstand unserer Untersuchung.

Seite zwei: Was sind die zentralen Ergebnisse Ihrer Studie?

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