„Honorarberatung erfordert Mentalitätswechsel“

Die Qualität der Finanzberatung in Deutschland beurteilten die Diskutanten sehr unterschiedlich. „Wir haben in Deutschland überwiegend Verkauf und keine Beratung“, erklärte Verbraucherschützer Nauhauser. Berater würden meist nicht die Interessen der Kunden berücksichtigen, sondern die des Produktgebers. So habe die Untersuchung des Finanzmarktwächters ergeben, dass das Kundeninteresse häufig nicht an erster Stelle stehe.

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Nauhauser sprach sich für strengere Vergütungsvorschriften in Deutschland aus und verwies auf die Provisionsverbote in Großbritannien und den Niederlanden, die sich seiner Ansicht nach positiv auf die dortigen Märkte ausgewirkt hätten.

Nauhauser: „Falschberatung muss weh tun“

In Bezug auf die Leitlinien für mehr Qualität in der Finanzberatung merkte Nauhauser an, dass sich auf Basis von Leitlinien nichts einklagen lasse. Er fordere daher strengere Gesetze. „Falschberatung muss weh tun“, so der Verbraucherschützer. „Gute Finanzberatung können wir nur sehr eingeschränkt über gesetzliche Vorschriften sichern“, gab indes BMJV-Referatsleiter Paetz zu bedenken.

Laut einer Analyse der Stiftung Warentest lasse vor allem die Produktempfehlung in Deutschland zu Wünschen übrig, obwohl die Bedarfsanalyse häufig gut gemacht werde. Eine eigene Untersuchung vor zwei Jahren sei zu dem Ergebnis gekommen, dass Honorarberater zwar besser berieten als andere, aber auch hier noch Verbeserungsbedarf bestehe.

Heinz: Nur wenige Beschwerden über Vermittler

BVK-Präsident Heinz räumte zwar auch ein, dass es nach wie vor Verbesserungsbedarf bei der Beratungsqualität gäbe, betonte jedoch gleichzeitig, dass der Ombudsmann jedoch jährlich lediglich 250 Beschwerden verzeichne – bei 240.000 Versicherungsvermittlern in Deutschland.

Heinz forderte von der Politik, Banken und Strukturvertriebe genauer zu überwachen, da hier vielfach noch eine „Höher-schneller-weiter-Mentalität“ vorherrsche. Auch würden zu viele Versicherer in Deutschland nach wie vor Fehlanreize für einzelne Vertriebsformen setzen. „Das ist eine große Wurzel des Übels“, so der BVK-Präsident.

Seite vier: Aus- und Weiterbildung wichtig für Qualität

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