Anzeige
1. Februar 2016, 08:15
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Deutschland sollte seinen eigenen Weg gehen”

Ulf Niklas, Gründungsmitglied und erster Sprecher der Bundesinitiative der Honorarberater und Geschäftsführer der Berliner Honorarberater GmbH, hat mit Cash.Online über die Regulierung der Honorarberatung und deren Zukunft gesprochen.

Honorarberatung: Deutschland sollte seinen eigenen Weg gehen

Ulf Niklas: “Wir sind keine Verfechter eines klaren Provisionsverbots, da dies für die Etablierung der Honorarberatung auch nicht zwingend erforderlich ist.”

Cash.Online: Am 1. August 2014 ist das Honoraranlageberatungsgesetz in Kraft getreten. Wie bewerten Sie den Schritt des Gesetzgebers?

Niklas: Ganz klar: Ein erster wesentlicher Schritt ist mit Inkrafttreten des Honoraranlageberatungsgesetzes erreicht. Der Kunde kann sich nach dem Willen des Gesetzgebers erstmals tatsächlich darauf verlassen, dass zugelassene Honorar-Anlageberater und Honorar-Finanzanlagenberater auch tatsächlich provisionsfrei beraten.

Trotz der gesetzlichen Pflicht zur Offenlegung von Zuwendungen ist der Mehrheit der Kunden in Deutschland unverändert noch nicht bewusst, dass der provisionsfinanzierte Berater von Produktanbietern oder Emittenten – und damit direkt aus dem anzulegenden Vermögen des Kunden – vergütet wird.

Der Honorarberater darf sich dagegen ausschließlich transparent vom Kunden bezahlen lassen. Ein möglicher Interessenkonflikt in der Beratung wird so von vornherein konsequent vermieden. Das Bewusstsein für diesen Unterschied muss in der erforderlichen Breite unverändert erst noch ausreichend transportiert werden – das Honoraranlageberatungsgesetz ist ein wesentlicher Schritt hierfür.

Im Register der DIHK sind derzeit knapp über hundert Honorar-Finanzanlagenberater gemäß Paragraf 34h Gewerbeordnung (GewO) eingetragen. Wieso ist die Resonanz bisher so gering?

Im November 2015 werden 17 Honorar-Anlageberater in dem entsprechenden öffentlichen Verzeichnis der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) geführt. Im DIHK-Register sind insgesamt 106 Honorar-Finanzanlagenberater geführt.

Häufig ist im Hinblick auf diese vergleichsweise geringen Zulassungszahlen zu hören, dass sich die Honorarberatung nicht aus Ihrer anfänglichen Nische heraus auch in der Breite habe ausreichend etablieren können. Der Kunde in Deutschland wolle also gar keine Honorarberatung. Doch diese Schlussfolgerung ist natürlich kurz gegriffen und nicht richtig.

Können Sie das näher erläutern?

Nicht erfasst sind in diesen Zahlen diejenigen vielen Berater, die nach derzeitigem juristischen Auslegungsstand der Gewerbeordnung als klassische Finanzanlagenvermittler mit Zulassung nach Paragraf 34f Gewerbeordnung ihre Kunden im Rahmen so genannter Mischmodelle sowohl gegen Provision als auch gegen Honorar beraten.

Nicht erfasst sind in diesen Zahlen sämtliche Regelungstatbestände außerhalb der Anlageberatung – also zum Beispiel Versicherungen, Altersvorsorge, Finanzierungen oder Finanzplanung. Viele Beratungen werden hier bereits auf Honorarbasis unabhängig erbracht. Beim DIHK sind derzeit knapp über 300 Versicherungsberater nach Paragraf 34e GewO registriert. Hinzu kommen die Berater aus Banken und Haftungsdächern.

Seite zwei: “Die Etablierung der Honorarberatung schreitet voran

Weiter lesen: 1 2 3

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Rendite+ 3/2016 "Immobilien"

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Deutschlands beste Wohnimmobilien-Standorte - Marktreport Anlageimmobilien - Aktuelle Baufinanzierungstrends - Mietrecht etc.


Ab dem 1. September im Handel.

Cash. 9/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Brexit - China - Digitalisierung - Offene Immobilienfonds - Berlin - Hitliste Maklerpools

Ab dem 11. August im Handel.

Versicherungen

“Unser Ansatz ist, Mobilität zu versichern”

“Langfristig wird das autonome Fahren dazu führen, dass die klassische Kraftfahrtversicherung nachhaltig schrumpft”, sagt Frank Edelmeier, Leiter Geschäftsfeld Kraftfahrtversicherungen beim Versicherer Axa, im Interview mit Cash. Die Frage sei, in welcher Geschwindigkeit dies geschehe.

mehr ...

Immobilien

Baufinanzierung ist so günstig wie nie zuvor

Seit dem Sommer 2015 sinken die Baufinanzierungszinsen stetig. Über aktuelle Trends in der Baufinanzierung anhand der Ergebnisse des Dr. Klein Trendindikators Baufinanzierung (DTB) berichtet Stephan Gawarecki, Vorstandssprecher der Dr. Klein & Co. AG.

mehr ...

Investmentfonds

Die drei Wachstum-Champions aus den Emerging Markets

In den Schwellenländern gibt es einige Staaten, deren Wirtschaftswachstum extrem boomt. Antti Raappana, Chief Portfolio Manager für mehrere Schwellenländer-Fonds von Danske Invest, hat drei Schlüsselmärkte analysiert.

mehr ...

Berater

Erste Sparkassen im Osten wollen Negativzinsen verlangen

Unternehmen in Ostdeutschland sehen sich ersten Forderungen von Negativzinsen bei Sparkassen ausgesetzt. Nach Angaben des Ostdeutschen Sparkassenverbands wollen einige Sparkassen künftig sogenannte Verwahrentgelte erheben.

mehr ...

Sachwertanlagen

ILG startet ins institutionelle Geschäft

Die zur ILG Gruppe gehörende ILG Capital GmbH hat den ersten institutionellen Fonds des Unternehmens aufgelegt. Der als offener Spezial-AIF konzipierte ILG Einkaufen Deutschland I plant eine Gesamtinvestitionen von 400 Millionen Euro in großflächige deutsche Einzelhandelsimmobilien.

mehr ...

Recht

IVD fordert Nachbesserung der WIKR

Der Immobilienverband Deutschland (IVD) fordert, dass der Gesetzgeber bei der EU-Wohnimmobilienkreditrichtlinie (WIKR) nachbessert. Dafür hat er ein neunseitiges Positionspapier mit Vorschlägen herausgegeben, mit denen sich die Kreditklemme lösen lasse.

mehr ...