Anzeige
4. Mai 2005, 00:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Kabinett stimmt 15b zu ? mit Hintertür?

Der Gesetzentwurf zur Einschränkung der Verlustverrechnungsmöglichkeit wurde heute im Bundeskabinett beschlossen ? und enthält möglicherweise ein vom Finanzministerium übersehenes Schlupfloch. Geplant ist laut Kabinettsbeschluss, über den neuen Paragrafen 15 b Einkommensteuergesetz (EStG) künftig steuerliche Verluste nur noch bis zu einer Grenze von zehn Prozent zum Ausgleich mit anderen Einkünften zuzulassen. Darüber hinausgehende Verluste sollen ausschließlich mit Gewinnen der gleichen Einkunftsquelle, des gleichen Fonds also, verrechenbar sein (cash-online berichtete).

Wichtig: Laut vorgesehener Übergangsregelung gelten die neuen Vorschriften bereits ab morgen, Fonds mit Verlusten von mehr als zehn Prozent sollten daher grundsätzlich vorläufig nicht vertrieben werden.

Das BMF-Schreiben lässt jedoch auch künftig höhere Anfangsverluste als die genannten zehn Prozent zu. Denn der darin enthaltene Bezug der Verlusthöhe auf das ?gezeichnete und nach dem Konzept auch aufzubringende? Kapital ermöglicht es, einen Fremdkapitalhebel auf Anlegerseite anzusetzen. Auf diese Option macht unter anderem der Berliner Finanzrichter und Fondsexperte Hans-Joachim Beck in der heutigen Ausgabe des Handelsblattes aufmerksam.

Nach Angaben der Zeitung erwartet Beck, dass ? sofern der Gesetzentwurf wie derzeit bekannt auch von Bundestag und Bundesrat beschlossen wird ? künftig reine Eigenkapitalfonds aufgelegt werden. Die steuermindernden Verluste würden in dem Fall durch die individuelle Anteilsfinanzierung der Anleger gesteigert.

?Die erforderlichen Kreditverträge dürfen allerdings vom Berater nicht gleich mit den Zeichnungsscheinen mitgeliefert werden und schon gar nicht in den Prospekten vorgesehen sein?, gibt Stefan Löwer, Handlungsbevollmächtigter der Hamburger cash.medien AG, zu bedenken. Der langjährige Geschäftsführer und Chefanalyst der Ratingagentur G.U.B. betont, dass eine solche Verbindung des Zeichnungsvorganges mit dem Abschluss des Darlehensvertrages zu einer auch unter den neuen Bedingungen des Paragrafen 15 b steuerschädlichen Modellhaftigkeit führen könne.

?Da sich jeder Zeichner um seine Finanzierung selbst kümmern müsste, ist mit dieser Variante kaum ein Massengeschäft zu erwarten?, so Löwer.

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Absolute-Return – Insurtechs – Robo Advisors – Denkmalimmobilien


Ab dem 26. Januar im Handel.

Cash. 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Trumps Sieg in Rendite ummünzen - Themen, Produktangebote und Trends 2017 - Rentenreform

Versicherungen

Insurtechs: Über 80 Millionen US-Dollar für deutsche Start-ups

Im Jahr 2016 haben die deutschen Insurtechs in Finanzierungsrunden mehr als 80 Millionen US-Dollar eingesammelt. Das geht aus einer Untersuchung des Münchener Fintech-Start-ups Finanzchef24 hervor. Demnach hat sich das Finanzeriungsvolumen im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt.

mehr ...

Immobilien

Immobilienverrentung mit Nießbrauchrecht – die Knackpunkte

Das Vermögen vieler Senioren ist in Immobilieneigentum gebunden. Eine Immobilienverrentung durch ein sogenanntes Nießbrauchrecht kann den Eigentümern zu mehr finanzieller Freiheit verhelfen und bietet gleichzeitig Chancen für Investoren.

Gastbeitrag von Otto Kiebler, Haus plus Rente

mehr ...

Investmentfonds

Merck Finck sieht Rückenwind für Aktien

Kurz vor der Amtseinführung von Donald Trump sind vermehrt kritische Stimmen von der Investmentseite laut geworden. Merck Finck blickt der kommenden Handelswoche dennoch optimistisch entgegen.

mehr ...

Berater

WhoFinance und Defino bauen Kooperation aus

Wie das Bewertungsportal WhoFinance und das Defino Institut für Finanznorm mitteilen, haben sie ihre beiden Portale eng miteinander vernetzt. Dadurch sollen Finanzberater und Vermittler künftig die Qualität ihrer Beratung noch besser im Internet darstellen können.

mehr ...

Sachwertanlagen

Patrizia kauft sechs Hotels für Immobilienfonds

Die Patrizia Immobilien AG hat sechs im Bau befindliche Hotelimmobilien in zentralen deutschen Großstadtlagen erworben. Die Hotels mit insgesamt rund 600 Zimmern entstehen aktuell in Berlin, Dortmund, Heidelberg, Krefeld, Stuttgart und Wuppertal und sind langfristig für 20 Jahre an erfahrende Hotelbetreiber vermietet.

mehr ...

Recht

LV-Verträge als Kreditsicherung: Widerspruchsrecht verwirkt

Werden Lebensversicherungsverträge zur Immobilienfinanzierung eingesetzt, kann das Widerspruchsrecht des Versicherten verwirkt sein, auch wenn die Widerspruchsbelehrungen der Policen nicht korrekt sind. Knackpunkt ist die Bedeutung der Policen als Sicherungsmittel.

mehr ...