Anzeige
28. Juni 2006, 00:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

MSF-Fonds: Urteil gegen Walter Rasch

Erstmals ist ein prominenter Repräsentant des MSF Master Star Fund Deutsche Vermögensfonds I (MSF) der Berliner DA Deutsche Anlagen AG verurteilt worden. Am 16. Juni 2006 (AZ 10 O 594/05) verurteilte das Landgericht Potsdam den Fondsgeschäftsführer und früheren Berliner Schulsenator Walter Rasch zu Schadenersatz in Höhe von 15.000 Euro. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. ?Wie das Gericht festgestellt hat, wimmelt es im Emissionsprospekt, mit dem die Anleger angeworben wurden, nur so von Fehlern und undurchsichtigen Berechnungen?, sagt Rechtsanwalt Mathias Corzelius von der Kanzlei Göddecke, Siegburg. ?Hierfür muss der Ex-Senator nun gerade stehen.”

Nach Angaben von Corzelius bemängelt das Gericht insbesondere die enge Verflechtung des MSF mit der Göttinger Gruppe, von der im Prospekt kein Wort stehe. Die Göttinger Gruppe war vor allem ab Ende der 90er Jahre in Verruf geraten, da sich von ihr aufgelegte Kapitalanlagen als Verlustgeschäft entpuppten.

Des Weiteren beanstandet das Landgericht Potsdam, dass im Prospekt häufig davon die Rede ist, das Anlegergeld solle unter anderem in einen Vertrieb – die Invictum – investiert werden, der ausschließlich exklusive Mitarbeiter anbindet, also Vermittler beschäftigt, die nur die Produkte des Unternehmens anbieten. Tatsächlich wurden aber ausnahmslos Mehrfachagenten rekrutiert, die auch Konkurrenzprodukte vertreiben können und daher im Vergleich zu exklusiven Mitarbeitern weniger Wertvoll sind.

Schließlich bemängelt das Gericht die verschiedenen Berechnungen im Emissionsprospekt als nicht nachvollziehbar und widersprüchlich. Ein potentieller Anleger könne anhand der Zahlenkolonnen kaum erkennen, ob und wie welche Gelder wo investiert werden sollen. Auch hierfür müsse Ex-Senator Rasch einstehen.

Nach Ansicht von Anwalt Corzelius dürfte das Urteil auch dem Vertrieb Futura Finanz, der maßgeblich für die Vermarktung des MSF verantwortlich war, nicht schmecken. Erste Klagen gegen Futura Finanz und deren Kopf Michael Turgut seien bereits eingereicht worden.

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Absolute-Return – Insurtechs – Robo Advisors – Denkmalimmobilien


Ab dem 26. Januar im Handel.

Cash. 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Trumps Sieg in Rendite ummünzen - Themen, Produktangebote und Trends 2017 - Rentenreform

Versicherungen

Gerüchteküche um Generali brodelt

Um den italienischen Versicherer Generali ranken sich neue Übernahmegerüchte. Die italienische Tageszeitung “La Repubblica” berichtete am Dienstag, die Bank Intesa Sanpaolo erwäge ein Übernahmeangebot für Generali. Die Aktien des Versicherers trieb das in die Höhe.

mehr ...

Immobilien

Immobilienfinanzierung wird digitaler

Die Digitalisierung nimmt in der Immobilienfinanzierung einen immer höheren Stellenwert ein. Der Gesamtmarkt für Immobilienfinanzierungen ist im Jahr 2016 unter dem Vorjahr geblieben. Nach eigenen Angaben konnte der Marktplatz Europace dennoch wachsen.

mehr ...

Investmentfonds

Danske-Invest sieht Osteuropa-Aktien positiv

Im Jahr 2016 entwickelten sich die osteuropäischen Aktienmärkte keinesfalls einheitlich. Insgesamt ist die Bewertung immer noch noch attraktiv.

mehr ...

Berater

Knip, Clark & Co.: Neue Bedrohung für die Maklerbestände

Das Geschäftsmodell von Insurtechs ist faktisch tot. Das ist ein gut gehütetes, aber dem Grunde nach trotzdem offenes Geheimnis. Weniger bekannt ist die Tatsache, dass die App-Anbieter dies erkannt und ihre Strategie modifiziert haben. Deren Sprengkraft ist noch bedrohlicher.

Die Pradetto-Kolumne

mehr ...

Sachwertanlagen

ZBI baut Geschäftsfeld Projektentwicklung aus

Die ZBI Zentral Boden Immobilien Gruppe hat 2016 im Geschäftsfeld Projektentwicklung/Bauträger etwa 460 Wohneinheiten für insgesamt rund 90 Millionen Euro verkauft (Vorjahr 80 Millionen Euro) und die Projektpipeline um ein Drittel ausgebaut.

mehr ...

Recht

Berufshaftpflichtschutz verloren: Architekt versus Anwalt

Aufgrund einer Pflichtverletzung aus dem Anwaltsvertrag verlor ein Architekt in einem Haftpflichtverfahren seinen Versicherungsschutz. Daraufhin klagte er gegen seinen Anwalt auf Zahlung von Schadensersatz. Doch kam ihm die Verjährung in die Quere.

mehr ...