Anzeige
9. Februar 2006, 00:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

VIP Medienfonds: Drei Banken im Visier

Wegen ihrer Geschäfte mit dem Filmfonds-Anbieter Film & Entertainment VIP Medienfonds droht drei Großbanken eine Schadenersatzklage. Jens-Peter Gieschen, Rechtsanwalt bei der Bremer Kanzlei Kälberer Tittel Ahrens Gieschen (KTAG): “Wir bereiten im Namen von rund 70 Anlegern eine Schadenersatzklage gegen Verantwortliche der VIP Medienfonds, aber auch gegen die Commerzbank, die Dresdner Bank und die Hypovereinsbank vor.”

VIP-Vorstandsvorsitzende Andreas Schmid, seit dem 29. September 2005 in Untersuchungshaft, soll bei den VIP Fonds 3 und 4 mit einem Volumen von 235 Millionen beziehungsweise 392 Millionen Euro entgegen den Angaben in den Fondsprospekten und in Steuererklärungen einen geringen Teil des von den Anlegern eingesammelten Geldes in die Filmproduktion investiert haben.

Der Großteil der Anlegergelder soll hingegen über Zwischenstationen auf Konten der Dresdner Bank und der HVB geflossen sein, um so genannte Schuldübernahme-Garantien der Banken zu finanzieren, heißt es.

“Damit hätte sich der Fonds die prospektierten Garantien selbst erkauft”, sagt Katja Fohrer, Rechtsanwältin der Münchner Kanzlei Mattil & Kollegen. Einen Prospektfehler sieht Fohrer darin, dass die Angaben über die Risikoabsicherung falsch dargestellt seien, da die Garantiezahlung am Ende der Laufzeit nicht an die Anleger, sondern an den Fonds selbst fließe.

Die Dresdner Bank und die HVB hätten das ins Visier der Staatsanwaltschaft geratene Fondskonzept durch ihre Beteiligung erst ermöglicht, behauptet Gieschen. Daraus erwachse der Verdacht der Beihilfe. Die Commerzbank habe die Fonds als sichere Anlage empfohlen, ohne darauf hinzuweisen, dass das Investment wirtschaftlich überwiegend als festverzinsliche Anleihe mit niedrigen Zinsen und hohen Kosten zu bewerten sei. Das sei als Falschberatung zu werten.

“Wir befürchten schlimmstenfalls eine Insolvenz, wenn entsprechend viele Anleger wegen obiger Vorkommnisse die Beteiligungen kündigen und ihr Kapital zurückverlangen”, so Dietmar Kälberer, Kanzlei KTAG.

Aufgrund des laufenden Verfahrens ist von den betroffenen Banken derzeit keine Stellungnahme zu erfahren.

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 4/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Tech-Aktien – Fondspolicen – Baufinanzierung – Frauen in der Finanzberatung

Ab dem 16. März im Handel.

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Versicherungen

VZBV: “Restschuldversicherungen sind maßlos überteuert”

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) fordert, dass Restschuldversicherungen künftig nur noch separat und nicht gekoppelt an Kreditverträge vermittelt werden dürfen. Das sollte nach dem Willen der Verbraucherschützer im Umsetzungsgesetz der EU-Richtlinie Insurance Distribution Directive (IDD) verankert werden.

mehr ...

Immobilien

Bauhauptgewerbe verzeichnet besten Jahresstart seit 1996

Das Bauhauptgewerbe startet erfolgreich in 2017, es verzeichnete zuletzt vor über 20 Jahren mehr Auftragseingänge zu Beginn eines Jahres. Im Vergleich zum Vormonat Dezember sind die Aufträge jedoch leicht gesunken.

mehr ...

Investmentfonds

Deutsche Börse tritt auf Kostenbremse

Die Deutsche Börse plant kurzfristig Einsparungen in mindestens zweistelliger Millionenhöhe. Zudem gilt zunächst ein Einstellungsstopp für fast alle Bereiche. Der Konzern reagiert damit auf sinkende Umsätze und das erwartete Scheitern der Fusion mit der London Stock Exchange (LSE).

mehr ...

Berater

Patientenverfügung: BGH präzisiert Anforderungen

Im Einzelfall kann sich die erforderliche Konkretisierung in einer Patientenverfügung auch durch Bezugnahme auf ausreichend spezifizierte Krankheiten oder Behandlungssituationen ergeben – ohne detaillierte Benennung bestimmter ärztlicher Maßnahmen. Das geht aus einem aktuellen Beschluss des Bundesgerichtshofs (BGH) hervor.

mehr ...

Sachwertanlagen

Weitere Ausschüttung für Anleger der Deutschen Finance

Die Geschäftsführung des PPP Privilege Private Partners Fund des Asset Managers Deutsche Finance aus München wird den Anlegern nach einer erfolgreichen Zielfonds-Transaktion für das Geschäftsjahr 2017 eine Vorabausschüttung in Höhe von 15 Prozent vorschlagen.

mehr ...
24.03.2017

Lacuna goes Canada

Recht

LV-Vertrag: Bei Änderung Steuerlast wie bei Neuabschluss

Wird ein Lebensversicherungsvertrag (LV-Vertrag) vor Ablauf der Vertragslaufzeit geändert, ohne dass die Modifikation von vornherein vertraglich vereinbart worden ist, liegt hinsichtlich der Änderungen aus ertragsteuerlicher Perspektive ein neuer Vertrag vor. Dies entschied der Bundesfinanzhof.

mehr ...