Anzeige
Anzeige
3. August 2007, 00:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Steuerkonzepte: Steinbrück greift an

Der Spielraum für die Finanzämter, die Anerkennung steuerlicher Konzepte zu versagen, soll erheblich größer und damit unkalkulierbar werden. Und die Beweislast dafür, dass wirtschaftliche und nicht steuerliche Gründe für eine bestimmte Gestaltung ausschlaggebend waren, will Bundesfinanzminister Peer Steinbrück zukünftig den Anlegern aufbürden.

Das sieht der Gesetzentwurf für das ?Jahressteuergesetz 2008? vor, der nun vom Finanzministerium veröffentlicht wurde. Der Entwurf wurde gegenüber einer zuvor bekannt gewordenen Fassung zwar etwas entschärft, er enthält aber ? anders als in manchen ersten Kommentaren angenommen ? weiterhin enormen Sprengstoff für geschlossene Fonds.

Es geht um die Neufassung von Paragraf 42 Abgabenordnung (?Gestaltungsmissbrauch?). Demnach liegt zukünftig ein Missbrauch des bestehenden Rechts vor, ?wenn eine zu einem Steuervorteil führende ungewöhnliche rechtliche Gestaltung gewählt wird, für die keine beachtlichen außersteuerlichen Gründe durch den Steuerpflichtigen nachgewiesen werden.?

Als ungewöhnlich soll ein Konzept jedoch nicht etwa nur dann eingestuft werden, wenn es selten oder neu ist. Sondern dann, wenn es ?nicht der Gestaltung entspricht, die vom Gesetzgeber in Übereinstimmung mit der Verkehrsanschauung zum Erreichen bestimmter wirtschaftlicher Ziele vorausgesetzt wurde?, so der Gesetzentwurf.

Im Klartext: Sobald ein Fonds eine günstige steuerliche Regelung nutzen will, besteht die Gefahr, dass der Finanzbeamte die Anerkennung verweigert und behauptet, dafür sei das Gesetz nicht vorgesehen. Der Anleger muss dann nachweisen, dass wirtschaftlichen Erwägungen ihn zu der Gestaltung veranlasst haben. Gelingt ihm das nicht, ?entsteht der Steueranspruch wie bei einer gewöhnlichen rechtlichen Gestaltung?.

Wer also zukünftig hofft, durch komplizierte Konzeptionen zum Beispiel steuerfreie Erträge zu generieren, muss damit rechnen, dass das Finanzamt die Konstruktion nicht anerkennt und die Erträge dann doch voll steuerpflichtig werden – eine gewaltige Bedrohung für eine Branche, für die ausgefeilte Steuerkonzepte nach wie vor eine Domäne sind.

Die Neufassung des Gesetzes soll ab 2008 angewendet werden. Für bestehende Fonds und für solche, die bis Ende 2007 platziert werden, gilt die bisherige Fassung. (sl)

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 4/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Tech-Aktien – Fondspolicen – Baufinanzierung – Frauen in der Finanzberatung

Ab dem 16. März im Handel.

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Versicherungen

DVAG mit Rekord-Umsatz

Die Unternehmensgruppe Deutsche Vermögensberatung (DVAG) meldet für das Jahr 2016 überdurchschnittlich erfolgreiche Geschäftszahlen in Bezug auf Umsatz und Jahresüberschuss.

mehr ...

Immobilien

Immobilien in Hamburg werden teurer

Immobilien- und Grundstückspreise in Hamburg sind im vergangenen Jahr kräftig gestiegen. Wie die Bausparkasse LBS am Dienstag mitteilte, müssen Käufer vor allem in Zentrumsnähe tiefer in die Tasche greifen als noch im Vorjahr.

mehr ...

Investmentfonds

Schlumberger geht zu StarCapital

Der Vermögensverwalter StarCapital AG bekommt zum 1. April 2017 prominenten Zuwachs im Vorstand, der künftig aus fünf Personen besteht. 

mehr ...

Berater

Insolvenzverwalter der Infinus-Mutter geht leer aus

Eine Ordensgemeinschaft ist nicht verpflichtet, ein von der Infinus-Mutter Future Business KGaA zurückgezahltes Nachrangdarlehen an den Insolvenzverwalter der Unternehmensgruppe auszuschütten. Dies entschied das Landgericht Düsseldorf in einem aktuellen Urteil.

mehr ...

Sachwertanlagen

Lloyd Fonds beendet weiteren Hotelfonds mit Erfolg

Die Lloyd Fonds Gruppe aus Hamburg hat eine weitere Fonds-Hotelimmobilie inklusive der Einzelhandelsflächen an die Hotelgruppe „Motel One“ verkauft. Für das von Motel One betriebene Hotel in Leipzig wurde ein Kaufpreisfaktor von 22,2 bezogen auf die Jahresnettomiete erzielt, teilt Lloyd Fonds mit.

mehr ...

Recht

BU versus AU: Abgrenzung der Leistungsversprechen

Die Arbeitsunfähigkeitskomponente im Rahmen einer Berufsunfähigkeitspolice kann bei unbedarften Versicherungsnehmern zu Verwirrung führen, auch wenn AU und BU zwei gänzlich unterschiedliche Leistungsversprechen beinhalten.

mehr ...