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14. November 2008, 00:00
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Schifffahrt: Zwischen Bangen und Hoffen

Den Schifffahrtsmärkten steht ein äußerst schwieriges Jahr 2009 bevor, es herrscht aber keine Katastrophenstimmung. Das war der Tenor der Statements ? jedenfalls der meisten öffentlich geäußerten – auf dem diesjährigen ?Hansa Forum? der Fachzeitschrift ?Hansa?. Die Stimmung war weniger negativ, als angesichts der Finanzkrise und ihrer Folgen für den Welthandel zu befürchten gewesen war.

Selbst Veranstaltungsleiter Jürgen Dobert, der ansonsten als sehr kritisch bekannt ist, wollte nicht von einer Schifffahrtskrise sprechen. ?Dazu gehört sicherlich noch mehr?, so Dobert. Schließlich werde in der Schifffahrt noch Geld verdient, und es gäbe noch Wachstum, wenn auch nicht überall.

Delle oder Gletscherspalte?

Derzeit allerdings wird der Markt von mehreren Seiten in die Zange genommen: Die Charterraten für Container- und vor allem für Massengutfrachter (Bulker) sind abgestürzt, die Branche sitzt auf einem Berg von Neubaubestellungen, die Eigenkapitalplatzierung ist seit Mitte September weitgehend zum Erliegen gekommen, und die Banken stellen nur noch zögerlich Fremdkapital bereit. Lediglich der Tankermarkt ist noch stabil.

Besonders problematisch ist der hohe Bestand an Aufträgen für Schiffsneubauten, die in den nächsten Jahren abgeliefert werden sollen. Welcher Teil davon storniert wurde, verschoben wird oder an der fehlenden Finanzierung scheitert, ist zwar noch nicht bekannt. Aber vor allem der Zulauf in 2009, der zu einem Wachstum der weltweiten Flotte an Containerschiffen von 15,5 Prozent und an Bulkern von 13,5 Prozent führen werde, ließe sich nicht mehr stoppen, sagte Prof. Dr. Burkhard Lemper vom Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik in Bremen.

Die Schiffe drängen auf einen Markt, in dem der Bedarf im kommenden Jahr nach den aktuellen Prognosen nur um Prozentsätze im unteren einstelligen Bereich steigen wird. Gleichwohl spricht Lemper zumindest bei Containerschiffen weiterhin ausdrücklich nicht von einer Krise, sondern nur von einer ?Delle?. Ab 2010 könne es wieder aufwärts gehen. Thomas Rehder, Chef der Vereinigung Hamburger Schiffsmakler und Schiffsagenten, sieht stattdessen zwar eher eine ?Gletscherspalte?, hofft aber auf eine Wende zum Besseren noch im Jahr 2009.

Banken geben weiterhin Geld

Zur Beruhigung trugen die hochrangigen Vertreter der sechs führenden Banken für Schiffsfinanzierung bei, die Dobert auf dem Podium versammelt hatte. Das Neugeschäft sei zwar deutlich zurückgegangen, aber keinesfalls zum Erliegen gekommen, sagte Peter Rieck, Vorstand der HSH Nordbank, Hamburg und Kiel. Das Volumen an neuen Schiffskrediten allein seines Instituts bezifferte er auf rund 9,5 Milliarden Euro in 2008 und acht bis 8,5 Milliarden Euro in 2009.

Sollte es zu Verzögerungen bei der Eigenkapitalplatzierung oder der Bedienung von Krediten kommen, würden die Banken gemeinsam mit Emissionshäusern, Reedereien und Werften nach Lösungen suchen, so der Tenor der Banker. ?Wir werden die gute Zusammenarbeit mit den Emissionshäusern nicht aufkündigen und den guten Ruf des Schiffsfinanzierungs-Standorts Hamburg erhalten?, versicherte Ulrich Ellerbeck, Vorstand der Deutschen Schiffsbank AG, Hamburg und Bremen.

Allerdings machte auch der unschöne Begriff ?Marktbereinigung? die Runde, vor allem in den Gesprächen abseits des öffentlichen Podiums. Wobei sich natürlich jeder davon überzeugt gibt, dass der Sturm nur andere hinwegfegt. (sl)

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