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9. März 2009, 00:00
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HCI will neue Provisionsstrukturen

Das Emissionshaus HCI Capital AG, Hamburg, will bei seinen Vertriebspartnern neue Provisionsstrukturen durchsetzen. Das sagte der Vorstandsvorsitzende Dr. Ralf Friedrichs bei der Vorstellung der Bilanz des börsennotierten Unternehmens für 2008. Die Vertriebsvergütung zu Beginn der Beteiligung müsse reduziert und stattdessen durch performance-abhängige Komponenten ergänzt werden. Bei einigen aktuellen Fonds, die durch nur einen Vertriebspartner exklusiv vertrieben werden, seien solche Modelle bereits umgesetzt worden, so Friedrichs.

Seit dem vierten Quartal 2008 werde der HCI-Umsatz vor allem durch diese Exklusivprodukte mit freien Vertriebspartnern getragen, sagte Friedrichs. Insgesamt ist der Anteil der freien Vertriebe in 2008 jedoch auf 45,4 Prozent (Vorjahr: 58,3 Prozent) des Umsatzes zurückgegangen. Der Anteil der Groß- und Privatbanken ist hingegen von 6,7 auf 16,4 Prozent gestiegen. Sparkassen und Genossenschaftsbanken trugen insgesamt 32,3 Prozent (Vorjahr: 27,8 Prozent) zum Neugeschäft bei. 5,9 Prozent entfielen auf Pools.

Die Bilanz weist für 2008 einen Konzernverlust von 16,8 Millionen Euro aus. Er resultiert maßgeblich aus einer Wertberichtigung von 34 Millionen Euro auf die ursprünglich als Fonds vorgesehene Beteiligung an einer US-Gesellschaft für gewerbliche Immobilienkredite, die nun vollständig abschrieben sei. Operativ habe HCI ? bereinigt um weitere Sondereffekte – einen Gewinn von 20,4 Millionen Euro vor Steuern erwirtschaftet.

Für 2009 erwartet Friedrichs ein deutlich geringeres Platzierungsvolumen, ohne eine konkrete Zahl zu nennen. HCI würde aber bereits ab einer Platzierung von 300 Millionen Euro, also bei einem Rückgang um 50 Prozent gegenüber 2008, operativ ein positives Ergebnis erzielen, betonte Friedrichs. Stabilisierend wirken sich die laufenden Erträge (Treuhand- und Managementgebühren) aus den bestehenden Fonds aus, die Finanzvorstand Dr. Andreas Pres auf jährlich etwa 25 bis 30 Millionen Euro bei einem Fondsbestand von aktuell knapp 4,8 Milliarden Euro Eigenkapital bezifferte.

Das größere Problem ist die ?Produktpipeline?: Ende 2008 bestanden Bürgschaften von knapp 1,5 Milliarden Euro für bereits angebundene Projekte, davon rund eine Milliarde Euro für etwa 80 bestellte Schiffe, die bis einschließlich 2012 abgeliefert werden sollen. Derzeit würden Gespräche mit finanzierenden Banken, Reedern und Werften geführt, um tragfähige Lösungen für jene Projekte zu finden, die sich wegen des veränderten Umfelds derzeit nicht am Fondsmarkt platzieren ließen. Dabei geht es sowohl um Stornierungen oder Verschiebungen der Werftaufträge als auch um die Verlängerung von Platzierungszeiten oder die (vorübergehende) Übernahme von Schiffen allein durch den Vertragsreeder. ?Die Gespräche sind auf einem guten Weg, aber es sind noch wesentliche Schritte zu gehen?, sagte Friedrichs. (sl)

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