Anzeige
3. Dezember 2009, 17:29
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Orderbuch für Containerschiffe noch immer riesig

Obwohl seit mehr als einem Jahr keine neuen Containerschiffe mehr bestellt wurden, stehen in den Auftragsbüchern der Werften nach Angaben des Verbands Deutscher Reeder (VDR) noch immer Neubauten mit einer Stellplatzkapazität von etwa 40 Prozent der fahrenden Flotte.

Behrendt300dpi2-216x300 in Orderbuch für Containerschiffe noch immer riesig

Michael Behrendt, VDR

Bemühungen, die Verschiebung der hauptsächlich auf Werften in Fernost bestellten Schiffe zu erreichen, hatten bislang wenig Erfolg. „Die Flexibilität asiatischer Werften ist bisher sehr gering“, kritisierte der VDR-Vorsitzende Michael Behrendt. Sie würden sich weiterhin heftig gegen Verschiebungen sträuben, so Behrendt.

Die Verschiebung oder Stornierung der Neubauten gilt neben der generellen Entwicklung des Welthandels als Schlüsselthema bei der Überwindung der Krise in der maritimen Wirtschaft. Zum einen ist eine Markterholung je eher zu erwarten, desto weniger neue Tonnage auf den Markt kommt. Zum anderen sind viele Reedereien und Emissionshäuser derzeit kaum in der Lage, das Kapital für ihre Zahlungsverpflichtungen aus den Bauaufträgen zu beschaffen und könnten ernsthafte Schwierigkeiten haben, wenn die Werften auf den Terminen beharren.

Durch den Einbruch des Welthandels, den der VDR im Jahr 2009 auf ein Minus von zwölf Prozent schätzt, sind ohnehin enorme Überkapazitäten entstanden. Laut VDR liegen nach letzter Zählung 566 Containerschiffe mit elf Prozent der weltweiten Stellplatzkapazität ohne Beschäftigung auf. Die Fracht- und Charterraten sind im Keller. Wenn zusätzlich das gewaltige Orderbuch ungebremst auf den Markt kommen sollte, wird sich die Krise noch über Jahre hinziehen, befürchten Experten.

Schon Mitte November auf dem „Hansa Forum“ der Zeitschrift Hansa hatte Werner Lüken vom Verband für Schiffbau und Meerestechnik (VSM) bestätigt, dass stornierte Schiffe in China zum großen Teil sogar mit Staatshilfe fertig gestellt werden, um die Werft-Arbeitsplätze zu erhalten. Der VDR habe über die abgelöste Bundesregierung bereits vergeblich versucht, auf die Werften in Asien einzuwirken, so Behrendt. Nun werde zusammen mit der Schwarz-Gelben Regierung ein neuer Versuch unternommen.

Insgesamt wird der Ruf nach staatliche Hilfe immer lauter. Der VDR fordert vor allem, dass bei der Anwendung der staatlichen Unterstützungsprogramme auf die spezifischen Gegebenheiten der Branche Rücksicht genommen werde. Sonderlich präzise sind die Vorstellungen des Verbands 14 Monate nach Ausbruch der Krise aber offenbar nicht. „Derzeit arbeiten wir daran, unsere Bedürfnisse zu konkretisieren“, sagte Behrendt. (sl)

Foto: VDR

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Absolute-Return – Insurtechs – Robo Advisors – Denkmalimmobilien


Ab dem 26. Januar im Handel.

Cash. 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Trumps Sieg in Rendite ummünzen - Themen, Produktangebote und Trends 2017 - Rentenreform

Versicherungen

Insurtechs: Über 80 Millionen US-Dollar für deutsche Start-ups

Im Jahr 2016 haben die deutschen Insurtechs in Finanzierungsrunden mehr als 80 Millionen US-Dollar eingesammelt. Das geht aus einer Untersuchung des Münchener Fintech-Start-ups Finanzchef24 hervor. Demnach hat sich das Finanzeriungsvolumen im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt.

mehr ...

Immobilien

Baufi Secure: Neues Absicherungsprodukt für Immobiliendarlehen

Was geschieht, wenn Immobilienkäufer ihre Darlehensraten aufgrund von Krankheit oder Arbeitslosigkeit nicht mehr bedienen können? Das Produkt Baufi Secure will die Immobilienfinanzierung flexibel absichern.

mehr ...

Investmentfonds

Merck Finck sieht Rückenwind für Aktien

Kurz vor der Amtseinführung von Donald Trump sind vermehrt kritische Stimmen von der Investmentseite laut geworden. Merck Finck blickt der kommenden Handelswoche dennoch optimistisch entgegen.

mehr ...

Berater

WhoFinance und Defino bauen Kooperation aus

Wie das Bewertungsportal WhoFinance und das Defino Institut für Finanznorm mitteilen, haben sie ihre beiden Portale eng miteinander vernetzt. Dadurch sollen Finanzberater und Vermittler künftig die Qualität ihrer Beratung noch besser im Internet darstellen können.

mehr ...

Sachwertanlagen

Doric zieht positive Bilanz für 2016

Quadoro Doric hat mit der kernsanierten Büroimmobilie Trappenburch in Utrecht eine weitere Immobilie für den offenen Spezial-AIF Vescore Sustainable Real Estate Europe übernommen und damit das Jahr 2016 erfolgreich abgeschlossen.

mehr ...

Recht

LV-Verträge als Kreditsicherung: Widerspruchsrecht verwirkt

Werden Lebensversicherungsverträge zur Immobilienfinanzierung eingesetzt, kann das Widerspruchsrecht des Versicherten verwirkt sein, auch wenn die Widerspruchsbelehrungen der Policen nicht korrekt sind. Knackpunkt ist die Bedeutung der Policen als Sicherungsmittel.

mehr ...