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30. November 2009, 10:37
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Schifffahrtskrise: Rettungskonzept in Vorbereitung

Land in Sicht? Medienberichten zufolge soll der Bundesregierung in etwa drei Wochen ein Rettungsplan für die krisengeschüttelten deutschen Schiffsfinanzierer vorgelegt werden. Kommt die lang ersehnte Staatshilfe für die Schiffsfonds-Initiatoren doch noch?

Rettung in Schifffahrtskrise: Rettungskonzept in Vorbereitung

Ein Sprecher der Hamburger Wirtschaftsbehörde bestätigte Informationen des Magazins „Spiegel“, wonach derzeit eine Expertengruppe an einem Notplan arbeitet, um die Finanzierungslücken der Branche zu schließen. Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust soll das Konzept Bundeskanzlerin Angela Merkel unterbreiten.

“Banken und Emissionshäuser insolvenzgefährdet”

Vor allem schiffsfinanzierenden Banken und Emissionshäusern macht der Einbruch der Weltwirtschaft schwer zu schaffen: “Einige stehen massiv unter Liquiditätsdruck oder sind bereits insolvenzgefährdet”, heißt es dem Bericht nach in einer internen Vorlage der Wirtschaftsbehörde mit dem Titel “Aktuelle Situation im Bereich der Schiffsfinanzierer”.

Laut Informationen der „Wirtschaftswoche“ gehören dem Expertengremium Vertreter der HSH Nordbank, der Reederei Döhle, des Fondsanbieters MPC Capital und der deutschen Schiffsbank sowie ein Ex-Vorstand der Deutsche-Bank-Tochter Deutsche Shipping und zwei Vertreter der Stadt Hamburg an. Als Koordinator sollen die Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young agieren.

Weitere Fonds-Pleiten vorprogrammiert

Die Lage ist kritisch: 13 KG-Fonds sind bereits insolvent – weitere Pleiten vorprogrammiert – 182 Fondsschiffe werden branchenintern als Sanierungsfälle eingestuft, rund 580 liegen aktuell ohne Beschäftigung auf. Der Verfall der Fracht- und Charterraten sowie der Schiffspreise haben den Markt in eine fatale Schieflage gebracht, auch wenn es zuletzt einen leichten Aufwärtstrend gab.

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MPC-Chef Axel Schroeder sitzt im Expertengremium

Initiatoren von geschlossenen Beteiligungsangeboten gehören in der Branche zu den wichtigsten Eigenkapitalgebern. Hinter den Emissionshäusern stehen die Banken, sie steuern bei der Finanzierung Fremdkapital bei. Für die kreditgebenden Institute sind die Schifffahrtsunternehmen zu akuten Ausfallrisiken geworden.

Bei Bilanzierung nach aktuellen Marktwerten drohen weitere Milliarden-Abschreibungen. Die involvierten Geldhäuser könnten dadurch sogar von der Insolvenz bedroht sein, wenn sie nicht mehr über die von der Finanzaufsicht geforderte Eigenkapitalquote verfügen, so der Spiegel-Bericht.

Damoklesschwert HSH Nordbank

Über der Szene hängt wie ein Damoklesschwert die HSH. Die angeknockte Nordbank ist der weltgrößte Schiffsfinanzierer. Ein Großteil der Emissionshäuser, Reeder und Fonds hängt am Tropf des Instituts, das sich vor Kurzem von seinem für dieses Geschäftsfeld verantwortlichen Vorstand Peter Rieck getrennt hat. Dem Spiegel zufolge wird der Abschreibungsbedarf der von Hamburg und Schleswig-Holstein mit Milliarden gestützten Landesbank im vierten Quartal auf 3,4 bis 5,1 Milliarden Euro weiter deutlich steigen.

Wie das Magazin berichtet, soll der Schifffahrtskrise mit Hilfe von Bürgschaftsprogrammen, Auffanggesellschaften und einer „Börse für Risikokapital“ Einhalt geboten werden. Ein Hindernis für Staatshilfen sei allerdings, dass die Reeder in den Jahren des Aufschwungs umfangreiche Steuervergünstigungen eingestrichen haben und nur noch wenige Deutsche auf ihren Schiffen beschäftigten. (hb)

Fotos: Shutterstock; MPC

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1 Kommentar

  1. Schiffe in Billigländer bauen, so gut wie keine deutschen Seeleute beschäftigen, Subventionen einstreichen und ausflaggen.
    Nein keine Staatshilfe !!!
    Erstens Unternehmerrisiko und zweitens, fragt doch in den Ländern nach Staatshilfe wo eure Schiffe ausgeflagt wurden. Nun soll der Staat bzw. die Bevölkerung mal wieder zahlen ?
    Ich möchte hier nur an Irland erinnern. Erst nein und wenns eng wird ist die EU gut genug.

    Kommentar von Hartmut Konopka — 2. Dezember 2009 @ 11:42

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