Anzeige
19. Mai 2009, 00:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Zweitmarkt: Weiterer Preisrückgang zu erwarten

Am Zweitmarkt für geschlossene Fonds sind vor allem bei Schiffsbeteiligungen weitere Preisrückgänge zu erwarten. Das prognostizierten Vertreter von Zweitmarkt-Akteuren bei einem Roundtable in Hamburg.

?Die zu erwartende wachsende Zahl an Notverkäufen wird das Preisniveau weiter sinken lassen?, sagte etwa Dr. Guido Komatsu, Vorstand der Lloyd-Fonds-Tochter TradeOn AG, Hamburg, die Schiffs-Zweitmarktfonds anbietet. Der Druck werde noch zunehmen, wenn sich die schlechten Nachrichten etwa durch Informationen über ausbleibende Ausschüttungen oder in Einzelfällen Umfinanzierungskonzepte mit Nachschüssen konkretisieren, so Komatsu weiter.

Auch Björn Meschkat, Vorstand der Handelsplattform Deutsche Zweitmarkt AG (DZAG), Hamburg, erwartet weitere Preisrückgänge. Der Zweitmarkt-Index der DZAG für Schiffsbeteiligungen ist schon in den vergangenen zwölf Monaten um rund 25 Prozent auf 940 Punkte (Stand Ende April) zurückgegangen. ?Die Abwärtsbewegung fällt aber deutlich flacher aus als die des Aktienindex DAX?, betonte Meschkat. Der Aktienmarkt sei erheblich volatiler als der Zweitmarkt für Schiffsbeteiligungen.

Bei Anteilen an Immobilienfonds sind die Handelspreise ebenfalls auf Talfahrt. ?Derzeit ist ein durchschnittlicher Preisrückgang von bis zu 20 Prozent zu verzeichnen, einzelne Anteile werden mit Abschlägen bis zu 50 Prozent gehandelt?, berichtete Wolf Dieter Ruch, Geschäftsführer der RIZ Real Invest GmbH, Hamburg, die mit einem Zweitmarktfonds für deutsche Immobilien am Markt ist.

Ursache sei ein Angebotsüberhang. ?Bedingt durch die Finanzmarktkrise haben sich institutionelle Investoren vielfach komplett aus dem Zweitmarkt zurückgezogen beziehungsweise treten derzeit als Verkäufer auf?, so Ruch. Auch bei Schiffsfonds werde sich die Entwicklung vom Verkäufer- zum Käufermarkt, die seit Ende 2008 zu beobachten sei, noch deutlich verstärken, erwartet Komatsu. Die Zweitmarktfonds erhoffen sich dadurch günstige Einkaufskonditionen.

Jens Müller, Geschäftsführer des zur HSH Nordbank gehörenden Hamburger Emissionshauses HGA Capital, sieht im Zweitmarkt auch Möglichkeiten für Anbieter, die Platzierungsgarantien erfüllen mussten. Die HGA hat Anfang 2009 Platzierungsgarantien von 15 Millionen Euro für ihren Luxemburgfonds und von 2,7 Millionen Euro für einen deutschen Hotelfonds gezogen. Die Anteile des Luxemburgfonds sollen nun über eine Zweitmarktkonzeption an Anleger weiterverkauft werden.

Die HGA biete die Anteile zum Festpreis von 100 Prozent plus drei Prozent Übertragungsgebühr über ihre Vertriebspartner an, um die Positionierung im Erstmarkt nicht zu beschädigen, so Müller. Obwohl es sich formal um eine Zweitmarkt-Transaktion handelt, hat dies mit dem Zweitmarkt im engeren Sinne allerdings wenig gemein. (sl)

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Absolute-Return – Insurtechs – Robo Advisors – Denkmalimmobilien


Ab dem 26. Januar im Handel.

Cash. 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Trumps Sieg in Rendite ummünzen - Themen, Produktangebote und Trends 2017 - Rentenreform

Versicherungen

Gerüchteküche um Generali brodelt

Um den italienischen Versicherer Generali ranken sich neue Übernahmegerüchte. Die italienische Tageszeitung “La Repubblica” berichtete am Dienstag, die Bank Intesa Sanpaolo erwäge ein Übernahmeangebot für Generali. Die Aktien des Versicherers trieb das in die Höhe.

mehr ...

Immobilien

Immobilienfinanzierung wird digitaler

Die Digitalisierung nimmt in der Immobilienfinanzierung einen immer höheren Stellenwert ein. Der Gesamtmarkt für Immobilienfinanzierungen ist im Jahr 2016 unter dem Vorjahr geblieben. Nach eigenen Angaben konnte der Marktplatz Europace dennoch wachsen.

mehr ...

Investmentfonds

Danske-Invest sieht Osteuropa-Aktien positiv

Im Jahr 2016 entwickelten sich die osteuropäischen Aktienmärkte keinesfalls einheitlich. Insgesamt ist die Bewertung immer noch noch attraktiv.

mehr ...

Berater

Knip, Clark & Co.: Neue Bedrohung für die Maklerbestände

Das Geschäftsmodell von Insurtechs ist faktisch tot. Das ist ein gut gehütetes, aber dem Grunde nach trotzdem offenes Geheimnis. Weniger bekannt ist die Tatsache, dass die App-Anbieter dies erkannt und ihre Strategie modifiziert haben. Deren Sprengkraft ist noch bedrohlicher.

Die Pradetto-Kolumne

mehr ...

Sachwertanlagen

ZBI baut Geschäftsfeld Projektentwicklung aus

Die ZBI Zentral Boden Immobilien Gruppe hat 2016 im Geschäftsfeld Projektentwicklung/Bauträger etwa 460 Wohneinheiten für insgesamt rund 90 Millionen Euro verkauft (Vorjahr 80 Millionen Euro) und die Projektpipeline um ein Drittel ausgebaut.

mehr ...

Recht

Berufshaftpflichtschutz verloren: Architekt versus Anwalt

Aufgrund einer Pflichtverletzung aus dem Anwaltsvertrag verlor ein Architekt in einem Haftpflichtverfahren seinen Versicherungsschutz. Daraufhin klagte er gegen seinen Anwalt auf Zahlung von Schadensersatz. Doch kam ihm die Verjährung in die Quere.

mehr ...