1. Dezember 2010, 18:09
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Anlegerschutzgesetz: Sachverständige kritisieren Entwurf

Der Finanzausschuss des Bundestages hat in einer öffentlichen Anhörung die geplanten Regeln zum Anlegerschutz diskutiert. Offensichtlich besteht dringender Bedarf: Die Mehrheit der 46 Sachverständigen verlangt Änderungen am Gesetzentwurf.

Finanzausschuss in Anlegerschutzgesetz: Sachverständige kritisieren Entwurf

Der Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Stärkung des Anlegerschutzes und Verbesserung der Funktionsfähigkeit des Kapitalmarkts sieht unter anderem vor, dass sämtliche Bankberater in einem Register bei der Finanzaufsicht Bafin gemeldet werden sollen. Zudem sind bei Falschberatung Berufsverbote und Bußgelder vorgesehen.

Ein Vertreter der Deutschen Bank bezeichnete die geplante Registrierung bei der Bafin, gegen die sich bereits der Bankenverband BdB gewehrt hat, als unnötig. Alternativ schlug er vor, eine Negativ-Kartei zu erstellen, in der die Meldungen bestimmter Beschwerdefälle gesammelt und auch die Namen der betroffenen Berater erfasst würden. Eine generelle Meldepflicht helfe nicht viel weiter, so der Vertreter. Die Finanzaufsicht Bafin sprach sich hingegen für ein Zentralregister aus, weil nur dies eine Gesamtschau ermögliche. Problematische Bereiche im Anlagesektor ließen sich so leichter identifizieren.

Die Dienstleistungs-Gewerkschaft Verdi kritisierte die vorgesehene Möglichkeit, bei Falschberatung Berufsverbote zu verhängen. Damit würden die Bankberater zu Sündenböcken gemacht, da sie nur Vorgaben zu erfüllen hätten. Die Berater stünden unter erheblichem Druck, bestimmte Wertpapiere zu verkaufen.

Offene Immobilienfonds: Kündigungs- statt Haltefristen gefordert

Außerdem sieht der Gesetzentwurf Neuregelungen für offene Immobilienfonds vor. Für Anteile an diesen Fonds soll künftig eine Mindesthaltefrist von zwei Jahren gelten.

Der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) lehnte die Neuregelungen für offene Immobilienfonds ab: „Dieses Instrument halten wir bei institutionellen Anlegern nicht für zielführend, da diese nach Ablauf der Haltefrist wie bisher große Summen überraschend aus einem Fonds abziehen können“, so die Stellungnahme des BVI.

Seite 2: Wie die geplante Regulierung des Beteiligungsvertriebs gesehen wird

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Ab dem 16. Februar am Handel.

 

Cash. 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Absolute-Return – Insurtechs – Robo Advisors – Denkmalimmobilien

Versicherungen

Bafin: Mehr Beschwerden von Versicherungskunden

Tausende Versicherungskunden haben sich im vergangenen Jahr wieder bei der Finanzaufsicht Bafin beschwert. 7.985 Fälle bearbeitete die Behörde bis Ende 2016, wie eine Bafin-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur sagte. Das waren etwas mehr als im Vorjahr mit 7.843 Fällen.

mehr ...

Immobilien

BGH-Urteil: Altersvorsorge mit Eigenheim vor Elternunterhalt

Tilgungsleistungen für das Eigenheim können neben den Zinsen bis zur Höhe des Wohnvorteils vom Einkommen des Elternunterhaltspflichtigen abgezogen werden. Dies entschied der Bundesgerichtshof (BGH) in einem aktuellen Urteil.

mehr ...

Investmentfonds

Börsenfusion zwischen London und Frankfurt offenbar geplatzt

Die geplante Fusion zwischen der Deutschen Börse und der London Stock Exchange (LSE) ist anscheinend gescheitert. Die Aktie des Dax-Konzerns verliert im Montagshandel deutlich.

mehr ...

Berater

Bafin-Beraterregister: “Normalisierung des Beschwerdeaufkommens”

Im vergangenen Jahr wurden fast 5.200 Beschwerden von Bankkunden an das Mitarbeiter- und Beschwerderegisters der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (Bafin) gemeldet. Damit sind rund 700 Bescherden weniger als im Vorjahr eingegangen.

mehr ...

Sachwertanlagen

KGAL platziert 930 Millionen Euro bei Institutionellen

Die KGAL Gruppe aus Grünwald hat im Geschäftsjahr 2016 fast 930 Millionen Euro an institutionellem Kapital eingeworben und damit das neu gezeichnete Eigenkapital gegenüber dem Vorjahr um 36 Prozent gesteigert.

mehr ...

Recht

Lebensversicherungen von der Steuer absetzen: Was ist zu beachten?

Die Lebensversicherung zählt nach wie vor zu einer der beliebtesten Vorsorgeversicherungen in Deutschland. Sie zählt aus steuerlicher Sicht zu den sonstigen Vorsorgeaufwendungen und kann damit bei der Steuererklärung geltend gemacht werden.

Gastbeitrag von Dr. Viktor Becher, Getsurance

mehr ...