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29. Juni 2012, 13:03
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„Commerzbank-Ausstieg lässt Domino-Effekt befürchten“

Jürgen Salamon, geschäftsführender Gesellschafter der Dortmunder Dr. Peters Group, befürchtet durch den Rückzug der Commerzbank aus der Schiffsfinanzierung „erhebliche negative Folgen für den Schifffahrtsstandort Deutschland“.

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Jürgen Salamon, geschäftsführender Gesellschafter der Dr. Peters Group

Im Hinblick auf die Stress-Tests im Bankensektor und den damit verbunden Regulierungsanforderungen sei ein Handlungsbedarf des Kreditinstituts zwar verständlich. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass sich die Schifffahrtsmärkte bereits seit 2008 in schwierigem Fahrwasser befinden. „Andererseits fehlt mir das Verständnis dafür, dass sich gerade die Commerzbank als teilverstaatlichtes Unternehmen aus der Schiffsfinanzierung zurück zieht. Denn es ist bisher der politische Wille Deutschlands, den deutschen maritimen Standort zu halten, zu fördern und zu stärken“, so Salamon, der zudem befürchtet, dass die geplante Auflösung des Bereichs Schiffsfinanzierung das Know-how verloren geht.

Nachdem die Dresdner Bank und die Deutsche Schiffsbank auf die Commerzbank verschmolzen wurden, ist das Kreditinstitut nach der HSH Nordbank der zweitgrößte Schiffsfinanzierer in Deutschland geworden.

Durch die jüngst getroffene Entscheidung des Vorstandsgremiums, sich aus dem Geschäft zurückzuziehen, wachse die Gefahr von Dominoeffekten, so die Auffassung in der Dortmunder Dr. Peters Group, die zu den führenden Schiffsfonds-Initiatoren Deutschlands zählt. Bisher habe man mit der Bank konstruktiv zusammengearbeitet. Unternehmenschef Salaomon appeliert an die Verantwortung aller Schiffsfanzierer und betont: „Wir wissen alle, dass es ohne die Schifffahrt nicht geht und der Welthandel wachsen wird. In einigen Jahren werden wir auch in der Schifffahrt wieder gute Zeiten sehen. Es gilt also die charterratenschwache Zeit zu überbrücken,“ so Salamon.

„Es wird nun ganz wesentlich sein, wie die Commerzbank in Zukunft bei bestehenden Kreditverträgen agieren wird. Es würde der deutschen Schifffahrt massiv schaden, wenn Kreditverträge nicht verlängert würden. Geschieht dies und macht bei weiteren Banken Schule, würden Reedereien verstärkt in die Insolvenz getrieben und der deutsche maritime Standort einen nachhaltigen Schaden nehmen. Denn im Gegensatz dazu stellen zurzeit asiatische Staaten umfangreiche Mittel zur Stärkungen ihrer maritimen Standorte zur Verfügung. Entsprechend würde eine Verschiebung der bedeutenden Schifffahrtsstandorte nach Asien stattfinden“, befürchtet Salamon. (af)

Foto: Dr. Peters Group

2 Kommentare

  1. Sehr geehrter Herr Salamon,
    in der Sache gebe ich Ihnen absolut recht. Gerade in der derzeitigen Situation (REttung der Banken mit Steuergelder) ist es meiner Meinung nach nicht nur wirtschaftlicher Unsinn, sondern auch hochgradig fahrlässig nun auch noch die Anlager von Schiffsbeteiligungen in das offene Messer laufen zu lassen. Diese waren lange Zeit gut genug den maritimen Standort Deutschland zu stärken. Banken wie die Commerzbank sollten sich ernsthaft überlegen, wo sie in Zukunft noch Geschäft machen wollen. Etwas mit den geprellten Schiffsanlegern, die dann ihr restlichen Privatvermögen dort anlegen? Wohl eher nicht. Die Banken haben nichts dazu gelernt und werden sie wohl auch nicht. Die Anleger und die Branche der Berater werden ihre Konsequenzen daraus ziehen. Nun aber auch noch ein Wort zu den Initiatoren. Hier muss schon angemerkt werden, dass man sich hier doch von der allgemeinen Euphorie anstecken lies und auch die Fremdfinanzierungen der Schiffe teils stark überzogen wurden. Auch die Spekulationen mit Yen und $ verbessern die Lage nicht. Es sind also auch auf Seiten der Emissionshäuser genügend Fehler gemacht worden. Zu hoffen bleibt, dass die Branche wenigstens hier etwas dazu gelernt hat.

    Kommentar von Michael Graf — 4. Juli 2012 @ 10:05

  2. Sehr geehrter Herr Salamon,
    die Schiffe der Dr.Peters-Gruppe haben es in 16 Jahren Betreib nicht geschafft sich zu entschulden geschweige denn Rendite auszuschütten. Solche Schiffe dieses Emissionshausen finde ich richtig dass diese nicht finanziert werden.
    Wenn solche Emissionshäuser nicht am Markt wären, würden Andere nicht auch in Schieflage kommen.

    Kommentar von Wolfgang Schmid — 3. Juli 2012 @ 17:19

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