Erneuerbare Energien: Vier Elemente – viele Probleme

Element Sonne

Anleger müssen sich ohnehin darauf einstellen, dass die Zeit der staatlichen Einspeisevergütungen langsam abläuft. Was gerne vergessen wird: Die Vergütungen waren von Anfang an nur als Anschubfinanzierung für die Branche gedacht und nicht als dauerhaftes Subventionsmodell. Als erstes Land hat Spanien die Subventionen für neue Anlagen bis auf Weiteres gestoppt. Auch die italienische Regierung hat die Förderung für große Fotovoltaikanlagen auf landwirtschaftlichen Flächen mit sofortiger Wirkung beendet. Anleger müssen sich darauf einstellen, dass solche Projekte künftig ohne staatliche Förderung auskommen müssen.

„Dies ändert aber nichts daran, dass Italien nach wie vor ein attraktiver Standort für Investitionen im Solarbereich ist“, meint Roberto Pera, Partner der Beratungsgesellschaft Rödl & Partner. Auch Spanien bleibe attraktiv. Grund dafür sind die vielen Sonnenstunden und die sinkenden Anlagenkosten. Diese machen eine Einspeisung des Stroms zu Marktpreisen möglich. „Die Netzparität (Grid Parity) könnte bei weiter sinkenden Kosten für die Anlagen einen neuen Schub an Investitionen auslösen“, glaubt Georg Abegg von Rödl & Partner in Madrid.

„Wir werden bald Investments anbieten können, die ohne Einspeisevergütung auskommen“, prophezeit Hermann Klughardt, Geschäftsführer von Voigt & Collegen. Das gelte vor allem in südlichen Ländern. Sein Haus werde daher weiter in Italien investieren, sagt Klughardt. Auch die Münchener Chorus sucht derzeit für ihr CleanTech Portfolio italienische Solaranlagen. In elf Anlagen will der Solarfonds Solar 5 investieren, bisher sind acht Anlagen mit insgesamt elf MW fertiggestellt und am Netz.

Bei weiteren der Anlagen mit insgesamt 2,5 Megawatt sei man in abschließenden Verhandlungen. Neitzel & Cie. sowie Commerz Real setzen dagegen weiter auf Deutschland. „Die Kunden wollen Sicherheit und Sachwerte in Deutschland“, beobachtet Vertriebsleiter Wolfgang Drews. Trotz aller Kürzungsdiskussionen biete die Bundesrepublik nach wie vor die größte Verlässlichkeit. So sei auch das aktuelle Beteiligungsangebot Solarenergie 3 Deutschland nicht von künftigen Kürzungen betroffen. Gleiches gelte für den aktuellen CFB-Fonds 179, der in 23 Sonnenkraftwerke an neun Standorten Ostdeutschlands investiert.

Tjark Goldenstein von der Ökorenta in Aurich hofft dagegen auf eine noch stärkere Kürzung der Förderungen auf unter 20 Cent pro Kilowattstunde. Dann würden auch die Bau- und Modulpreise weiter nachgeben und Investitionen für geschlossene Fonds interessanter machen. Auch andere Experten erwarten keinen Einbuch. Laut einem aktuellen Marktbericht von MPC Capital erscheine für 2012 ein Zubau von drei bis fünf Gigawatt als realistisch. Genug Angebot für weitere Fonds ist also vorhanden.

Seite 4: Erneuerbare Energien: Element Wind

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