Anzeige
Anzeige
7. Dezember 2012, 17:04
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

BGH präzisiert Anforderungen an Plausibilitätsprüfung

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat die Anforderungen an die von einem Anlageberater geschuldete Plausibilitätsprüfung eines Prospekts präzisiert und räumt dabei nochmals mit einem weit verbreiteten Missverständnis auf (Az.: III ZR 55/12).

Bundesgerichtshof Neu-127x150 in BGH präzisiert Anforderungen an PlausibilitätsprüfungDas Gericht stellt in dem Urteil erneut klar, dass Anlageberater nicht allein dadurch in eine Haftung geraten, dass sie einen empfohlenen Fonds entgegen ihrer Verpflichtung nicht auf Plausibilität geprüft haben. Eine Haftung entsteht vielmehr nur dann, wenn eine solche (hypothetische) Prüfung „mit üblichem kritischen Sachverstand“ Fehler oder Lücken im Prospekt aufgedeckt hätte, über die der Anleger hätte informiert werden müssen.

In dem Verfahren ging es um die Darstellung von Avalprovisionen und Finanzierungskosten in dem Prospekt eines Immobilienfonds aus dem Jahr 1996, die aus Sicht der Richter aber nicht zu beanstanden war.

Hinsichtlich der Avalprovision definiert der BGH den Maßstab, den er als „Anlass für kritische Nachfragen“ sieht. Dieser hätte allenfalls dann bestanden, wenn die Provision nicht plausibel gewesen wäre, es dafür im Rahmen des Investitionsvorhabens keinen nachvollziehbaren Grund gegeben hätte oder sich die Höhe „offensichtlich außerhalb des vertretbaren Rahmens bewegt hätte“.

Die Darlegungs- und Beweislast dafür, dass eine ordnungsgemäße Prüfung aufklärungsbedürftige Umstände aufgedeckt hätte, trage im Übrigen der Anleger. Im Klartext: Ist ein Prospekt in Ordnung, sind Anlageberater aus dem Schneider – unabhängig davon, ob sie eine Plausibilitätsprüfung nachweisen können oder nicht.

Anders herum formuliert allerdings klingt die Konsequenz weit weniger positiv für die Finanzdienstleister: War der Prospekt fehler- oder lückenhaft und wurde der Anleger nicht entsprechend informiert, haftet der Anlageberater – vorherige Plausibilitätsprüfung hin oder her. (sl)

Foto: Shutterstock

 

 

 

 

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 4/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Tech-Aktien – Fondspolicen – Baufinanzierung – Frauen in der Finanzberatung

Ab dem 16. März im Handel.

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Versicherungen

Schadensmeldung: Die Top-Five Versicherer-Apps

Wie zufrieden sind Sie mit der Nutzung von Versicherer-Apps als Smartphone-Dienst im Bereich Schadensmeldung? Dieser Frage ist das Kölner Beratungsinstitut Servicevalue in Kooperation mit Focus-Money nachgegangen. Ein Versicherer erhielt dabei die Auszeichnung “Beste App”.

mehr ...

Immobilien

Fertighausbranche profitiert vom Bauboom

Die Zahl der Fertighäuser ist 2016 weiter gestiegen. Die Branche konnte ihren Marktanteil weiter ausbauen wie der Bundesverband Deutscher Fertigbau in Bad Honnef berichtete. So vermeldeten die Hersteller auch höhere Umsätze und mehr Beschäftigte.

mehr ...

Investmentfonds

Trump-Politik verunsichert Mexiko-Investoren

Die neue Handelspolitik unter Donald Trump bereitet vielen Anlegern Kopfschmerzen. Eine Schwerpunkt der US-Regierung liegt darauf, Handelsdefizite abzubauen und gegen den Verlust von Arbeitsplätzen zu kämpfen. Aber dies bleibt nicht ohne Folgen.

mehr ...

Berater

Indexpolicen: Einstieg in die “Kapitalmarkt-Denke”?

Seit geraumer Zeit wird in der Assekuranz die Frage diskutiert, ob Kunden über den Zwischenschritt Indexpolicen eher bereit sind, den Schritt in die Welt der rein fondsgebundenen Lösungen zu wagen. Doch viele Versicherer sind skeptisch, ob dies der richtige Weg ist.

mehr ...

Sachwertanlagen

Erfolgreiche Projekte von Project

Der Asset Manager Project Investment hat 2016 zusammen mit dem Partner Project Immobilien insgesamt fünf Wohnungsbauprojekte erfolgreich abgeschlossen und damit eine durchschnittliche Objektrendite von über zwölf Prozent auf das eingesetzte Kapital erzielt.

mehr ...

Recht

Elternunterhalt: Betreuungsleistung nicht einkommensmindernd

Im Rahmen einer Überprüfung der Leistungsfähigkeit für den Elternunterhalt ist die vom Unterhaltsschuldner an sein minderjähriges Kind geleistete Betreuung nicht zu monetarisieren und kann somit nicht einkommensmindernd geltend gemacht werden, so der BGH.

mehr ...