Anzeige
27. September 2012, 11:39
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Zweitmarkt: Regulierungsbedingt konsolidiert

Am Silvestertag 2012 läuft die Übergangsfrist zur Umsetzung des Vermögensanlagengesetzes aus, das seit 1. Juni 2012 gilt und den Markt grundlegend verändert hat.

Meschkat DZAG TopTeaser in Zweitmarkt: Regulierungsbedingt konsolidiert

Text: Andreas Friedemann, Cash.Online

Die viel beschworene Konsolidierung ist in vollem Gange. Während die gesamte Branche wie gelähmt bangt, welche Regulierungsvorschläge wirklich den Weg in das AIFM-Umsetzungsgesetz Kapitalanlagegesetzbuch finden und ihre Aktivitäten auf dem Erstmarkt beschränken werden, haben die Teilnehmer des Zweitmarktes bereits Gewissheit.

Wer Anteile an den Beteiligungsangeboten handeln möchte, benötigt eine Lizenz nach dem Kreditwesengesetz (KWG), muss sich von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) kontrollieren lassen und umfangreiche Berichtspflichten erfüllen. So schreibt es der Gesetzgeber im KWG vor und hat die Regelung kurzfristig zum 1. Juni 2012 in Kraft treten lassen. Da der damit verbundene Aufwand jedoch erheblich ist, hat er eine vergleichsweise großzügige Übergangsregelung mit verabschiedet: Bis zum Silvestertag 2012 müssen die Händler den Antrag bei der BaFin gestellt haben, wenn sie den An- und Verkauf von Anteilen geschlossener Fonds gesetzeskonform betreiben möchten.

Selbst die beiden Marktführer, die Hamburger Zweitmarktplattformen Fondsbörse Deutschland Beteiligungsmakler AG und die DZAG Deutsche Zweitmarkt AG, haben die Lizenz zwar beantragt, aber noch keinen Bescheid von der Aufsichtsbehörde erhalten. „Wir haben das Antragsverfahren im November letzten Jahres eingeleitet und rechnen damit, bald die Lizenz erteilt zu bekommen. Trotz des erheblichen Organisations- und Kostenaufwands finde ich es mit Blick auf den Anlegerschutz richtig, dass die Finanzaufsichtsbehörde genau prüft, wer sich auf dem Zweitmarkt als Händler tummelt“, sagt DZAG-Vorstand Björn Meschkat. Die beiden Hauptgesellschafter des Unternehmens sind der Zweitmarktfondsanbieter Salomon Invest und der Warburg Verbund.

Die Konkurrenten von der Fondsbörse Deutschland haben ihren Antrag zwar erst Ende August 2012 abgegeben, sind aber damit immer noch auf der sicheren Seite. Vorstandschef Alex Gadeberg erwartet ebenfalls, dass nicht jeder der zahlreichen Makler und Handelsplattformen, die derzeit am Markt aktiv sind, die finanziellen und organisatorischen Belastungen auf sich nehmen will oder kann.

Die mit der Regulierung einhergehenden Konsolidierung werde zu mehr Transparenz und einer weiteren Professionalisierung des Zweitmarktes beitragen und den Anlegerschutz verbessern: „Dem schützenswerten Investor, sei es auf Käufer- oder Verkäuferseite, wird es leichterfallen, ein Gefühl für das Preisgefüge eines Anteils zu entwickeln, wenn nur noch zwei oder drei Marktplätze existieren, weil die neuen gesetzlichen Anforderungen auch das eine oder andere schwarze Schaf verdrängen werden“, so der DZAG-Chef. Daneben kann er – wie Gadeberg auch – auf steigende Umsätze auf der eigenen Handelsplattform hoffen, wenn sich die Zahl der Wettbewerber reduziert.

Zu ihnen zählten bis dato nicht wenige Emissionshäuser, die unterschiedliche Modelle entwickelt haben, um an dem lukrativen Zweitmarktgeschäft teilzuhaben. Die Münchener Conti Unternehmensgruppe etwa bot eigenen Anlegern ab dem Jahr 2003 an, den Verkauf der von ihnen gezeichneten Schiffsbeteiligungen im Bedarfsfall zu vermitteln. Zu diesem Zweck richtete der Initiator unter dem Dach der Vertriebs- und Marketingtochter Conti Corona die Handelsplattform Conti Zweitmarkt ein.

„Nach unserem Verständnis gehört es zu den Aufgaben eines Emissionshauses, seine Gesellschafter vom Anfang bis zum Ende selbst zu betreuen. Dabei haben wir uns immer bemüht, einen fairen Kurs zu stellen, der den Ausgleich der widerstreitenden Interessen zwischen Verkäufer und Käufer eines Fondsanteils sicherstellt. Durchschnittlich 83 Prozent unserer veräußerungswilligen Anleger haben in den letzten neun Jahren von diesem Angebot Gebrauch gemacht und ihren Fondsanteil über unsere Plattform verkauft“, betont Oliver Lewark, der als Mitglied der Geschäftsführung die Zweitmarkt-Aktivitäten der Conti leitet.

Seite 2: Emissionshäuser treten den Rückzug an

Weiter lesen: 1 2 3

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 4/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Tech-Aktien – Fondspolicen – Baufinanzierung – Frauen in der Finanzberatung

Ab dem 16. März im Handel.

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Versicherungen

Elternunterhalt: Betreuungsleistung nicht einkommensmindernd

Im Rahmen einer Überprüfung der Leistungsfähigkeit für den Elternunterhalt ist die vom Unterhaltsschuldner an sein minderjähriges Kind geleistete Betreuung nicht zu monetarisieren und kann somit nicht einkommensmindernd geltend gemacht werden, so der BGH.

mehr ...

Immobilien

Forward-Darlehen: Wetten auf den Zukunfts-Zins

Für alle, deren Immobilienfinanzierung in einigen Jahren zur Verlängerung ansteht, bietet sich das Forward-Darlehen an. Ob diese Darlehensart für sie geeignet ist, sollten Kunden nach ihrem Sicherheitsbedürfnis und dem finanziellen Spielraum abwägen.

mehr ...

Investmentfonds

Banken leihen sich von EZB 233,5 Milliarden Euro

Die europäischen Kreditinstitute haben vorerst die letzte Gelegenheit sehr stark genutzt, um sich zum Nullzins Kredite von der EZB zu besorgen. Auch in der Eurozone verdichten sich mittlerweile die Anzeichen für einen strafferen Notenbankkurs.

mehr ...

Berater

Sparkassen im Norden forcieren Online-Banking

Trotz wachsender Belastungen durch die Niedrigzinsen haben die Sparkassen in Schleswig-Holstein 2016 ihren Jahresüberschuss nach Steuern auf 143,2 Millionen Euro steigern können. Das teilt der Sparkassen- und Giroverband für Schleswig-Holstein mit. Um sinkenden Erträgen entgegenzuwirken, wollen die Sparkassen ihr digitales Angebots ausbauen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Lacuna goes Canada

Die Regensburger Lacuna AG hat im Bereich Erneuerbare Energien ein Joint Venture in Kanada geschlossen und eine enge Zusammenarbeit mit der deutsch-kanadischen Außenhandelskammer (AHK Kanada) vereinbart.

mehr ...

Recht

LV-Vertrag: Bei Änderung Steuerlast wie bei Neuabschluss

Wird ein Lebensversicherungsvertrag (LV-Vertrag) vor Ablauf der Vertragslaufzeit geändert, ohne dass die Modifikation von vornherein vertraglich vereinbart worden ist, liegt hinsichtlich der Änderungen aus ertragsteuerlicher Perspektive ein neuer Vertrag vor. Dies entschied der Bundesfinanzhof.

mehr ...