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26. März 2013, 11:52
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„Wir können für die Regulierung dankbar sein“

Zukunftsfähigkeit lautet die aktuelle Herausforderung für Anbieter geschlossener Fonds wie die Dr. Peters Group. Nach dem Tod des Gründers Jürgen Salamon will CEO-Nachfolger Anselm Gehling Schritte fortführen und eigene Spuren hinterlassen. Aktuell arbeitet die Gruppe an Neuem, muss sich aber auch mit geklärt geglaubten alten Problemen beschäftigen.

Anselm-Gehling-Dr-Peters in „Wir können für die Regulierung dankbar sein“

Anselm Gehling, Dr. Peters

Cash.Online: Die Dr. Peters Group hat jüngst vermeldet, dass sie Mehrheitsgesellschafter an der im Spätsommer 2012 gegründeten DS Portfolio Holding ist. Welche strategischen Überlegungen verbergen sich dahinter und warum wurde das neue Engagement erst jetzt kommuniziert?

Gehling: Wir haben mit der Meldung ganz bewusst gewartet, bis wir etwas Konkretes vorzuweisen haben. Unser erstes Portfolioprodukt steht derzeit vor der BaFin-Gestattung. Wir planen, mit einem Publikumsfonds im April oder Mai in den Vertrieb zu starten. Die strategische Überlegung hinter dem Engagement ist, dass wir auf die zweigeteilte Stimmung, die wir in der Befragung unserer Vertriebe verspürt haben, reagieren wollen. Ein Teil wünscht sich Fonds mit nur einem Asset, ein anderer setzt klar auf Portfoliostrukturen. Über unseren 60-prozentigen Anteil an der DS Portfolio Holding können wir unser klassisches Produktangebot entsprechend ergänzen.

Welche genaue Rolle nimmt die Dr.-Peters-Gruppe in der Gesellschaft ein?

Im Kern haben wir die Anschubfinanzierung übernommen. Zudem liefern wir Organisation und Back-Office. Die Geschäftsführer Simon Kreuels, Benjamin Kehr und Dr. Jan Nieswiodek bringen ihr Know-how in Sachen Portfolioinvestments ein, das sie zuvor bei der Deutschen Fonds Holding erworben haben. Jetzt haben sich die drei mit einem unternehmerischen Ansatz aus der Gruppe herausgelöst und kooperieren mit uns. Darin steckt ein enormes Potenzial, das es auszuschöpfen gilt. Auf deren Investitionsentscheidungen nimmt Dr. Peters aber keinen Einfluss.

Können Sie Details zum geplanten Beteiligungsangebot nennen? Es dürfte sich naturgemäß ja um einen Blind-Pool-Fonds handeln. Welches Vehikel ist vorgesehen?

Der Lösungsansatz der DS Portfolio ist, keine übliche Stangenware zu produzieren, sondern Anlegern eine Maßkonfektion für ihre Vermögensdiversifikation anzubieten. Im ersten Schritt werden wir eine Portfolio-Anleihe auf Basis einer Namensschuldverschreibung zur Zeichnung anbieten. Dies hat den Vorteil, dass das Produkt bereits voll reguliert und von der kommenden Regulierung nicht betroffen ist. Investiert wird in die Segmente Immobilien, Mobilien und Erneuerbare Energien beziehungsweise Infrastruktur. Dabei kann der Anleger im Rahmen seiner Portfoliogestaltung eine Gewichtung nach dem 60/20/20-Prinzip vornehmen oder eine ausgewogene Variante wählen. Als richtungsweisende Ergänzung bieten die Produkte der DS Portfolio die Möglichkeit einer ergänzenden Absicherung der Anlegergelder durch den Einbau von einem “Liquiditätspolster”. Diese Liquiditätspolster werden erst angetastet, wenn der Anleger seine Verzinsung und sein eingesetztes Kapital zurück erhalten hat. Neue Wege beschreitet DS Portfolio weiterhin mit verschiedenen Ansätzen im Bereich der Laufzeitgestaltung ihrer Portfolio-Produkte sowie der Kostenstruktur. So werden zum Beispiel zu Beginn der Laufzeit vergleichsweise geringe Gebühren erhoben und der hauptsächliche Ertrag für die DS Portfolio wird durch Mehrerträge erzielt, der erst entnommen werden kann, wenn der Anleger sein eingezahltes Kapital zuzüglich Zinsen erhalten hat. Da der hauptsächliche Ertrag erst im Erfolgsfall eintritt, sitzt die DS Portfolio in einem Boot mit dem Anleger und hat höchstes Interesse an einer guten Performance der Produkte.

Wird über das Vehikel auch in eigene Fonds investiert? Wenn ja, in welchem Ausmaß?

In den Investitionsrichtlinien der “DSP Realwertanleihen I” ist klar geregelt zu welchem Prozentsatz höchstens Produkte eines Initiators gezeichnet werden können. So können zum Beispiel höchstens zehn Prozent in ein Zielinvestment investiert werden und maximal 20 Prozent in Produkte eines Emissionshauses. Sollten Produkte unseres Hauses den Investitionskriterien entsprechen, könnte auch in Dr. Peters Produkte im Rahmen der vorstehenden Grenzen investiert werden. Jedoch werden wir dies im ersten Schritt nicht umsetzten. Uns ist vielmehr wichtig, dass die Investitionsentscheidungen unabhängig und im Sinne einer bestmöglich Asset Allocation getroffen werden.

Auch Ihr Haus hat angekündigt, das Geschäft mit institutionellen Investoren forcieren zu wollen. Dient diese Beteiligung als Vehikel dazu?

Richtig ist zunächst einmal, dass wir diese Schiene bedienen wollen. Das Engagement bei DS Portfolio ist davon jedoch getrennt zu betrachten.

Wie sehen Ihre sonstigen Produktpläne für dieses Jahr aus?

Einen Schiffsfonds wird es dieses Jahr nicht geben, wenngleich wir dem Segment auf längere Sicht eine Erholung zutrauen und ihm treu bleiben. Wir arbeiten daran, demnächst die Beteiligung an einem weiteren Airbus A380 oder erstmals einem Dreamliner von Boeing anbieten zu können. Zudem planen wir, in der Zukunft kleine, konservativ – das heißt mit hohen Tilgungsraten und Instandhaltungskosten – kalkulierte Immobilienprodukte aufzulegen. Das könnten beispielsweise Einkaufszentren in mittelstädtischen Ballungsräumen sein. Wir prüfen hier bereits seit geraumer Zeit Optionen, es fallen jedoch viele durch unser Qualitätsraster. Es ging und geht uns nie nur darum, auf Biegen und Brechen Emissionserlöse zu erzielen.

Durch konservativere Annahmen dürften sich Fondsparameter verschieben.

Richtig. Die Ausschüttungen werden zwangsläufig geringer ausfallen müssen. Das gilt auch für Flugzeugfonds.

Seite zwei: Kommentar zum BGH-Entscheid zur Rechtmäßigkeit der Rückforderung von Auszahlungen

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