9. März 2006, 00:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Schrottimmobilien: Punktsieg für Käufer

Im Streit um Schrottimmobilien hat das Oberlandesgericht Bremen in einem Musterprozess ein verbraucherfreundliches Urteil gefällt. Die Richter wiesen die Klage einer Bank ab und entschieden, dass der Käufer so gestellt werden muss, als hätte er ?weder den Kauf- noch den Kreditvertrag abgeschlossen?.

Dem Erwerber war die Anlageimmobilie zusammen mit dem zugehörigen Kredit in einer Haustürsituation vermittelt worden. Mehrere hunderttausend Verbraucher kauften in den 90er Jahren auf gleiche Weise steuersparende Sonder-AfA-Immobilien in Ostdeutschland, oft zu überhöhten Preisen.

Bisher war die rechtliche Lage unklar. Der XI. Senat des Bundesgerichtshofes verfolgte über Jahre eine banken-freundliche Rechtsprechung: Er billigte den Käufern zwar ein Widerrufsrecht für das Darlehen zu – sofern sie darüber bei Abschluss nicht ordnungsgemäß belehrt worden waren ? die Rückgabe der Immobilie an die Bank wurde ihnen jedoch nicht gestattet. Der II. Senat des BGH entschied dagegen verbraucherfreundlicher. Das OLG Bremen rief daraufhin den Europäischen Gerichtshof an und bat um Klarstellung.

Der EuGH gestand den Erwerbern zwar kein grundsätzliches Widerrufsrecht für Immobilienkäufe in Haustürsituationen zu. Wenn der Kunde jedoch ein Recht auf Widerruf des zugehörigen Darlehensvertrags habe, so die Luxemburger Richter, müsse der Kreditgeber das Risiko der gesamten Kapitalanlage tragen.

Das OLG Bremen hat diese Leitlinien erstmals angewandt und die Konsequenz gezogen, dass der Käufer das betreffende Objekt dann an die Bank zurückgeben kann. Die betroffene Crailsheimer Bank kündigte eine Revision vor dem Bundesgerichtshof an.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Ab dem 16. Februar am Handel.

 

Cash. 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Absolute-Return – Insurtechs – Robo Advisors – Denkmalimmobilien

Versicherungen

Kundenservice: Die fünf besten Versicherer

Welche Versicherungsgesellschaften weisen den besten Kundenservice auf? Die Beratungsgesellschaft Servicevalue ist dieser Frage in Kooperation mit dem Wirtschaftsmagazin “Wirtschaftswoche” nachgegangen.

mehr ...

Immobilien

Aktuelle Niedrigzinsen nicht ausschlaggebend für Immobilienkauf

Die historisch niedrigen Zinsen spielen keine herausragende Rolle bei der Entscheidung für den Kauf einer Immobilie, so das Ergebnis einer Studie von Immowelt. Viel gewichtiger sind andere Gründe.

mehr ...

Investmentfonds

Verhaltensanalysen sind wichtiger denn je

Cash. sprach mit Iwan Brouwer, Kapitalmarktexperte bei NNIP, über Chancen und Risiken im Multi-Asset-Bereich. Dabei stellt er die neusten Trends in diesem Sektor vor.

mehr ...

Berater

BCA-Pressedialog: Berufsbild des Maklers neu definieren

Regulierung, Digitalisierung, Prozessoptimierung – das sind die Herausforderungen, die freie Makler künftig zu meistern haben. Die Diskussion, wie dies erfolgreich gelingen kann, war Gegenstand des BCA-Pressedialogs 2017 in Frankfurt.

mehr ...

Sachwertanlagen

KGAL platziert 930 Millionen Euro bei Institutionellen

Die KGAL Gruppe aus Grünwald hat im Geschäftsjahr 2016 fast 930 Millionen Euro an institutionellem Kapital eingeworben und damit das neu gezeichnete Eigenkapital gegenüber dem Vorjahr um 36 Prozent gesteigert.

mehr ...

Recht

BAG-Urteil: Witwenrente nicht nur für “jetzige” Ehefrau

Eine in Allgemeinen Geschäftsbedingungen enthaltene Klausel, mit der nur der “jetzigen” Ehefrau des Arbeitnehmers eine Hinterbliebenenversorgung zugesagt ist, benachteiligt ihn unangemessen, so das Bundesarbeitsgericht.

mehr ...