Anlegerschützer verklagen HRE-Verantwortliche

Die DSW Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, Düsseldorf, hat beim Landgericht München I Strafanzeige gegen die Verantwortlichen der angeschlagenen Immobilienbank Hypo Real Estate Holding AG (HRE) eingereicht.

Mit ihrer Anzeige will die DSW mögliche Straftatbestände durch die Justizbehörden überprüfen lassen. ?In den vergangen Tagen haben sich für uns gleich mehrere Verdachtsmomente ergeben. Diese wollen wir allesamt prüfen lassen?, so DSW-Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker.

Neben einer möglichen fehlerhaften Kapitalmarktinformation nach Paragraf 400 Absatz 1 Aktiengesetz sei auch ein Verstoß gegen das Verbot der Marktmanipulation gemäß Paragraf 20a Wertpapierhandelsgesetz sowie der Betrugsverdacht gemäß Paragraf 263 Strafgesetzbuch Grundlage der Strafanzeige.

Nach DSW-Darstellung haben HRE-Verantwortliche am Tag bevor sie der Finanzaufsicht BaFin von ihrer Finanzierungsnot berichteten, auf einer Investorenkonferenz am 25. September von ?stabiler Lage? und Liquiditätspuffern in Höhe von 33 Milliarden Euro gesprochen. Eine Ad-hoc-Mitteilung über die Schieflage und die Notwendigkeit einer Staatsintervention sei sogar erst am 29. September an die Nachrichtenagenturen gegangen.

?Der Kursrutsch vor Bekanntgabe der Notwendigkeit eines Rettungspaktes lässt zudem vermuten, dass Insider am Freitag dem 26. September ihre Papiere verkauft haben?, so DSW-Landesgeschäftsführerin Daniela Bergdolt.

HRE-intern werden indes Ansprüche gegen den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Georg Funke und Ex-Vorstand Bo Heide-Ottensen geprüft. Der Konzern hat die Kanzlei Tweed Hadley McCoy beauftragt, eventuellen Pflichtverletzungen auf den Grund zu gehen, wie der neue Aufsichtsrats-Chef Klaus Pohle mitteilte.

HRE wurde Anfang vergangener Woche durch eine von Bund und Finanzsektor getragene Rettungsaktion vor dem Kollaps bewahrt (cash-online berichtete hier). (hb)

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