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2. Juli 2009, 00:00
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Weiterer Forderungskatalog für die Wohnungswirtschaft

Nach den Branchenverbänden BFW und IVD fordern im Rahmen einer Fachtagung auch Vertreter von Unternehmen sowie aus der Bundespolitik eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Immobilien- und Wohnungsindustrie.

Die Immobilienbranche stellt insgesamt 86 Prozent des deutschen Anlagevermögens. Allein die Wohnungsindustrie beschäftigt fast 430.000 Menschen nur in Deutschland und trägt mit zwölf Prozent dreimal soviel zur Bruttowertschöpfung bei wie die Automobilindustrie, so das auf der Tagung ?Kooperation schafft Innovation ? Neue Partnerkultur in der Wohnungswirtschaft? präsentierte statistische Zahlenwerk.

Der parlamentarische Staatssekretär des Bundeswirtschaftsministeriums, Hartmut Schauerte, bescheinigt der Wohnungsindustrie eine wichtige stabilisierende Funktion für die deutsche Volkswirtschaft: ?In Deutschland gab und gibt es weder eine Immobilienblase und noch ist das Problem der faulen Kredite hier im Land verursacht worden.? Die deutsche Immobilienwirtschaft habe seriös agiert und werde aus der Krise insgesamt gestärkt hervorgehen.

Sie stehe allerdings vor großen Herausforderungen und müsse künftig mit erheblichen Investitionen auf den demographischen Wandel und auf die ökologischen Anforderungen an ihre Wohnungsbestände reagieren. Eine zukünftige Bundesregierung müsse deshalb die Rahmenbedingungen insbesondere für die Wohnungswirtschaft nachbessern: ?Gerade bei der Sanierung und Modernisierung der Wohnungen ist die Nutzen-Lastenverteilung zwischen Eigentümer und Mieter ungerecht?, so Schauerte.

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Wohnen AG, Michael Zahn, kritisierte, dass Branchen wie die Automobilindustrie teilweise Milliardensubventionen erhielten, während die in weiten Teilen gesunde Wohnungsindustrie gegen politisch motivierte Investitionshemmnisse kämpfen müsse: ?Ein ordnungspolitisch völlig falsches Signal.? Gerade die Wohnungsindustrie sei einer der stabilisierenden Faktoren in der aktuellen Krise und könne massive beschäftigungspolitische Impulse setzen.

?Neben mietrechtlichen Erleichterungen von Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen unserer Wohnungsbestände muss der Wohnungsmarkt auch wieder für ausländisches Kapital geöffnet werden, um unsere Branche zukunftsfähig zu halten. Die Privatisierung von kommunalen Wohnungsbeständen und Wohnungsunternehmen muss national und insbesondere in Berlin durch die Politik wieder ermöglicht werden. Alle mit Privatisierungen verbundenen Befürchtungen sind bisher nicht eingetreten?, folgert Zahn.

Zum Abschluss der Fachtagung wurden die ?Berliner Thesen zur Wohnungspolitik 2009? präsentiert. Das Thesenpapier richtet sich an die Politik mit der Forderung, die politischen Rahmenbedingungen in der Branche zu verbessern. Durch die Umsetzung von Steuererleichterungen, die Sicherstellung der Kapitalzufuhr sowie die Vornahme von Nachbesserungen in den Bereichen Klimaschutz, Energieeffizienz sowie Mietrecht soll die politische Ebene ihren Beitrag zur Professionalisierung der Wohnungswirtschaft leisten und diese gleichberechtigt am Wettbewerb partizipieren lassen. (te)

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