Anzeige
Anzeige
20. Oktober 2010, 09:47
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Berlin weiter unter günstigsten Wohnhauptstädten

Der Berliner Wohnimmobilienmarkt gehört unverändert zu den günstigsten Standorten unter den weltweiten Hauptstädten anderer führender Nationen. Im Vergleich zu Spitzenpreisen in London, Paris, Tokio, Moskau oder New York, rangieren selbst die höchsten Wohnimmobilienpreise der deutschen Hauptstadt weit abgeschlagen auf den letzten Plätzen. Zu dieser Einschätzung kommt Engel & Völkers in einer neuen Analyse der Spitzen-Wohnimmobilienpreise in Hauptstädten.

Brandenburger-tor-shutt 2328519-127x150 in Berlin weiter unter günstigsten WohnhauptstädtenDemnach haben auch die zum Teil deutlichen Preissteigerungen in den 1a-Lagen Berlins in den letzten Jahren sowie selbst die Immobilienkrise gerade in den angelsächsischen Ländern an der Position kaum etwas ändern können. Wie groß die Preisdifferenzen sind, zeigen einige Beispiele von Höchstpreisen in Vergleichsstädten. In Moskau oder Rom, in Tokio oder sogar in New Delhi rangieren die Preise für Appartements in erstklassigen Lagen zwischen 15.000 und 25.000 Euro je Quadratmeter Wohnfläche und erreichen damit eine Größenordnung, die weit von den Preisen der Spitzenlagen Berlins entfernt ist.

In Berlin-Mitte kosten erstklassige Appartements selbst nach mehreren Jahren mit Preissteigerungen zwischen 4.500 bis 10.000 Euro je Quadratmeter, wobei die oberste Marke nur äußerst selten erreicht wird. Ganz anders sieht es dagegen in Städten wie London oder New York aus. In der Finanzmetropole New York kosten Appartements in der Upper East Side nahe Central Park zwischen 40.000 und 50.000 Euro je Quadratmeter; ein besonders teures Beispiel ist aktuell eine Wohnung in der 5th Avenue zu einem Gesamtpreis von 19,8 Milliionen Euro.

Doch dies ist noch vergleichsweise “günstig” angesichts des aktuellen Spitzenreiters in London, wo ein Appartement am feinen Hyde Park insgesamt 170 Millionen Euro kostet. Noch teurer darf es dann nur noch im Fürstentum Monaco sein, wo sich aktuell beim Spitzenreiter ein Quadratmeterpreis von 148.000 Euro errechnet und zwar bei einem Gesamtpreis von 240 Millionen Euro. “Bedenkt man, dass das durchschnittliche Preisniveau für Eigentumswohnungen in Berlin-Mitte, in Charlottenburg, Wilmersdorf oder Grunewald etwa bei 3.500 Euro je Quadratmeter Wohnfläche liegt”, so Anne Riney, geschäftsführende Gesellschafterin von Engel & Völkers in Berlin-Mitte, “dann darf man mit Recht behaupten, dass Berlin die Welthauptstadt der kleinen Preise ist.”

Die Gründe für die vergleichsweise erschwinglichen Berliner Wohnungspreise reichen zurück in die besondere Geschichte Berlins. Seit Beginn des Zweiten Weltkriegs war Berlin von der normalen Entwicklung einer Hauptstadt abgeschnitten. Als eine gespaltene Stadt hatte Berlin über mehrere Dekaden gar keine Chancen, die normalen Entwicklungen anderer Hauptstädte in der Welt nachzuvollziehen. “Das ändert sich erst seit vielleicht zehn Jahren mit – gemessen an anderen Metropolen – eher kleinen Ausschlägen am Immobilienmarkt”, sagt Riney weiter. “Es wird auch noch lange dauern, bis der Markt Größenordnungen wie in London, Tokio, New York oder Paris erreicht. Bis dahin wird Berlin die Welthaupthauptstadt der günstigen Wohnimmobilienpreise bleiben.”

Gleichwohl, so die Engel & Völkers-Analyse, eröffnet die für Berliner Verhältnisse rasante Entwicklung der letzten Jahre noch erheblichen Spielraum für Investitionen in Wohnimmobilien. Die Hauptstadtfunktion, der Regierungssitz und die sich entwickelnde Kunst- und Kulturmetropole Berlin ziehen immer mehr Menschen an. Mittlerweile wächst die Bevölkerung und benötigt zunehmend mehr Wohnraum.

Die kräftigsten Preisanstiege auf dem Berliner Immobilienmarkt sind bei Eigentumswohnungen, vor allem in Berlin-Mitte, zu beobachten. “In den Vorzugslagen wie Potsdamer Platz, Gendarmenmarkt, Scheunenviertel und Unter den Linden haben wir allein von 2008 auf 2009 einen Preisanstieg um 6,6 Prozent verzeichnet”, so Riney weiter. Von der Nähe zu Berlin-Mitte profitieren die Stadtteile Kreuzberg, Schöneberg, Tiergarten und Pankow, die ebenso eine verstärkte Nachfrage verzeichnen wie das an der Grenze zu Neukölln gelegene “Kreuzkölln” im Stadtteil Kreuzberg. In keinem anderen Bezirk steigen die Preise in den bevorzugten Lagen so rasant wie hier.

Über ein enormes Potenzial verfügt laut Engel & Völkers auch Friedrichshain, vor allem in den westlichen Teilen des Viertels, in dem die alte Bausubstanz erhalten und saniert wurde. In den Bereichen rund um die Simon-Dach-Straße und den Boxhagener Platz sowie die Bänschstraße steigt die Quote der Eigentumswohnungen. Die traditionell gefragten Lagen sind Wilmersdorf und Charlottenburg mit den beliebtesten Straßenzügen Fasanenplatz, Ludwig Kirch Platz sowie Lagen, die sich in direkter Nähe zum Kurfürstendamm befinden. Bevorzugt sind darüber hinaus die “grünen Viertel” der Stadt wie die südwestlich gelegenen Grunewald und Dahlem.

Der Berliner Wohnungsmarkt wird auch in den kommenden Jahren Preissteigerungen sehen, so die Prognose von Engel & Völkers. Vor allem in Spitzenlagen bei exklusiven Wohnimmobilien wird diese Tendenz anhalten. Die Attraktivität der Hauptstadt als kreativer Wirtschafts-, Kultur- und Wissenschaftsstandort wird mittelfristig zu steigenden Miet- und Kaufpreisen führen. (te)

Foto: Shutterstock

1 Kommentar

  1. […] weiterlesen: Berlin weiter unter günstigsten Wohnhauptstädten – Cash. Online … […]

    Pingback von Berlin weiter unter günstigsten Wohnhauptstädten – Cash. Online … — 20. Oktober 2010 @ 12:19

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 4/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Tech-Aktien – Fondspolicen – Baufinanzierung – Frauen in der Finanzberatung

Ab dem 16. März im Handel.

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Versicherungen

Krankenkassen geben mehr für freiwillige Angebote aus

Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für freiwillige Leistungen haben sich in den vergangenen vier Jahren fast verdoppelt. Das geht nach einem Bericht der “Berliner Zeitung” (Mittwoch) aus Daten des Bundesgesundheitsministeriums hervor, die die Linken-Gesundheitspolitikerin Birgit Wöllert angefordert hat.

mehr ...

Immobilien

Vorgeschobener Eigenbedarf: Mieter steht Schadensersatz zu

Ein Mieter, dem aufgrund von Eigenbedarf gekündigt wurde, klagte vor mehreren Instanzen auf Schadensersatz, da der Vermieter die Wohnung nach seinem Auszug nicht wie angekündigt nutzte. Der Bundesgerichtshof (BGH) gab dem Kläger in einem Urteil am Mittwoch Recht.

mehr ...

Investmentfonds

Münchener Rück erwartet Brexit-Schaden für UK-Wirtschaft

Der Rückversicherer Munich Re erwartet in den nächsten zwei Jahren einen deutlich spürbaren Brexit-Schaden für die britische Konjunktur.

mehr ...

Berater

Finanzierung für Selbstständige und Unternehmer

Für Selbstständige und Freiberufler ist es deutlich schwieriger, einen Kredit zu erhalten als für Angestellte. Aber es gibt nicht nur den klassischen Bankkredit. Wer bei der Kreditanfrage von seiner Hausbank eine Absage erhält, kann zu anderen Mitteln greifen. Wir zeigen auf, welche Alternativen es gibt.

mehr ...

Sachwertanlagen

Offshore-Strom legt deutlich zu

Lange fehlten oft die Verkabelungen, um den aus See produzierten Strom an Land zu bringen. Doch jetzt scheinen die Offshore-Windparks ihren Beitrag zur Stromerzeugung in einem deutlich größeren Umfang zu leisten.

mehr ...

Recht

Makler oder Mehrfach-Agent? Versicherungsnehmer ist beweisbelastet

Für die Behauptung, ein Versicherungsvermittler, der die Antragsfragen aufgenommen hat, sei als Mehrfach-Agent tätig geworden, ist der Versicherungsnehmer beweisbelastet. Dies entschied das Oberlandesgericht Dresden in einem aktuellen Urteil.

mehr ...