Anzeige
8. Juli 2011, 18:59
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Bundesrat stoppt Steuererleichterungen für Gebäudesanierung

Der Bundesrat hat die von der Bundesregierung vorgelegten Neuregelungen zur energetischen Gebäudesanierung gestoppt. Die Länderkammer befürchtet hohe Steuerausfälle.

Stop-schild-shutt 56413975-127x150 in Bundesrat stoppt Steuererleichterungen für GebäudesanierungIn seiner Sitzung vom 8. Juli 2011 hat der Bundesrat die Neuregelungen zur energetischen Gebäudesanierung abgelehnt. Die Bundesregierung hatte geplant, dass Haus- und Wohnungseigentümer Kosten für eine energetische Modernisierung künftig über zehn Jahre von der Steuer absetzen können. Nach Schätzungen würde dies in den kommenden Jahren zu Mindereinnahmen von insgesamt 1,5 Milliarden Euro führen. Die Bundesländer befürchten Steuerausfälle in Höhe von rund 900 Milliarden Euro und stimmten daher gegen das Gesetz. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) warf der Bundesregierung vor, den Ländern nicht entgegengekommen zu sein. Der Einstieg in die Energiewende bei der Gebäudesanierung werde dadurch unnötig verzögert.

Heftige Kritik an der Bundesratsentscheidung übt der BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen, Berlin. „Die Energiewende ist ohne die Energie-AfA für Gebäude nur Makulatur und wird auf dem Rücken der Immobilienwirtschaft ausgetragen. Das ist ein verpatzter Start für die ambitionierten Klimaschutzziele der Bundesregierung“, erklärt BFW-Präsident Walter Rasch. Der Verband kritisiert zudem, dass auch der Vermittlungsausschuss bisher nicht angerufen wurde.

“Jetzt gilt es, Nachbesserungen
vorzunehmen und das Gesetz zum Abschluss zu bringen, damit dieser wichtige Baustein der Energiewende nicht weiter verzögert wird”, fordern auch die in der Bundesvereinigung Spitzenverbände der Immobilienwirtschaft (BSI) zusammengeschlossenen Verbände und der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA).

„Steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten für Investitionen in energetische Modernisierungen sind ein wichtiger Hebel für mehr Klimaschutz im Wohnungsbestand“, führt Rasch aus. Diese Anreize seien unerlässlich, wenn die ambitionierten Klimaschutzziele der Bundesregierung mit einer Verdopplung der Sanierungsquote von Gebäuden erreicht werden sollen.

Zudem regen der BFW und der BSI an, das für die geplante Förderung notwendige Einsparniveau vom Standard Effizienzhaus-85 auf den Standard Effizienzhaus-100 zu senken. Dies entspräche dem Neubaustandard der aktuellen Energieeinsparverordnung (EnEV 2009) und sei aufgrund des hohen Niveaus völlig ausreichend. Nicht nur die Komplettsanierung eines Hauses sollte nach Ansicht der Verbände steuerlich förderbar sein, sondern auch Teilmaßnahmen. (bk)

Foto: Shutterstock

Anzeige

1 Kommentar

  1. […] 08. Jul, 2011 0 Comments Der Bundesrat hat die von der Bundesregierung vorgelegten Neuregelungen zur energetischen Gebäudesanierung gestoppt. Die Länderkammer befürchtet hohe Steuerausfälle. In seiner Sitzung […] Cash.Online: News- und Serviceportal für Finanzdienstleistungen […]

    Pingback von Bundesrat stoppt Steuererleichterungen für Gebäudesanierung | Mein besster Geldtipp — 8. Juli 2011 @ 19:03

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 4/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Tech-Aktien – Fondspolicen – Baufinanzierung – Frauen in der Finanzberatung

Ab dem 16. März im Handel.

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Versicherungen

VZBV: “Restschuldversicherungen sind maßlos überteuert”

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) fordert, dass Restschuldversicherungen künftig nur noch separat und nicht gekoppelt an Kreditverträge vermittelt werden dürfen. Das sollte nach dem Willen der Verbraucherschützer im Umsetzungsgesetz der EU-Richtlinie Insurance Distribution Directive (IDD) verankert werden.

mehr ...

Immobilien

Bauhauptgewerbe verzeichnet besten Jahresstart seit 1996

Das Bauhauptgewerbe startet erfolgreich in 2017, es verzeichnete zuletzt vor über 20 Jahren mehr Auftragseingänge zu Beginn eines Jahres. Im Vergleich zum Vormonat Dezember sind die Aufträge jedoch leicht gesunken.

mehr ...

Investmentfonds

Deutsche Börse tritt auf Kostenbremse

Die Deutsche Börse plant kurzfristig Einsparungen in mindestens zweistelliger Millionenhöhe. Zudem gilt zunächst ein Einstellungsstopp für fast alle Bereiche. Der Konzern reagiert damit auf sinkende Umsätze und das erwartete Scheitern der Fusion mit der London Stock Exchange (LSE).

mehr ...

Berater

Patientenverfügung: BGH präzisiert Anforderungen

Im Einzelfall kann sich die erforderliche Konkretisierung in einer Patientenverfügung auch durch Bezugnahme auf ausreichend spezifizierte Krankheiten oder Behandlungssituationen ergeben – ohne detaillierte Benennung bestimmter ärztlicher Maßnahmen. Das geht aus einem aktuellen Beschluss des Bundesgerichtshofs (BGH) hervor.

mehr ...

Sachwertanlagen

Weitere Ausschüttung für Anleger der Deutschen Finance

Die Geschäftsführung des PPP Privilege Private Partners Fund des Asset Managers Deutsche Finance aus München wird den Anlegern nach einer erfolgreichen Zielfonds-Transaktion für das Geschäftsjahr 2017 eine Vorabausschüttung in Höhe von 15 Prozent vorschlagen.

mehr ...
24.03.2017

Lacuna goes Canada

Recht

LV-Vertrag: Bei Änderung Steuerlast wie bei Neuabschluss

Wird ein Lebensversicherungsvertrag (LV-Vertrag) vor Ablauf der Vertragslaufzeit geändert, ohne dass die Modifikation von vornherein vertraglich vereinbart worden ist, liegt hinsichtlich der Änderungen aus ertragsteuerlicher Perspektive ein neuer Vertrag vor. Dies entschied der Bundesfinanzhof.

mehr ...