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15. Juni 2011, 18:00
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Zinshausmarkt: Preisanstieg dämpft Nachfrage nicht

Mehrfamilienhäuser stehen derzeit bei Kapitalanlegern hoch im Kurs. Die Nachfrage nach Zinshäuser hat die Preise an vielen Standorten deutlich in die Höhe getrieben, was das Interesse der Investoren allerdings nicht bremst.

Gastkommentar: Jürgen Michael Schick, Immobilienverband Deutschland (IVD)

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Jürgen Michael Schick, IVD

Mangelnde Anlagealternativen sowie die wachsende Angst vor Inflation und das immer noch günstige Zinsniveau führen zu einer verstärkten Nachfrage nach so genannten Zinshäusern. Da sich die Verkäuferseite derzeit oft zurückhaltend zeigt und die Neubauzahlen in vielen Städten zurückgehen, sind die Preise vielerorts gestiegen.In München müssen Käufer derzeit im Schnitt das 18-Fache einer Jahresnettokaltmiete für ein Zinshaus zahlen. In Hamburg und Berlin wird durchschnittlich das 15,5-Fache beziehungsweise 14,5-Fache der Jahresnettomiete verlangt.

Das hohe Preisniveau wirkt sich jedoch kaum auf das Käuferinteresse aus. Nach einer Studie des Center for Real Estate Studies (CRES) wurden beispielsweise in Berlin 2010 knapp 2,9 Milliarden Euro in Mehrfamilienhäuser mit Geschäftsanteil investiert. Das ist ein Plus von 53 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Eine positive Umsatzentwicklung gab es auch in Frankfurt. Im ersten Halbjahr 2010 wurden hier 169 Käufe gezählt. Das entspricht einem Zuwachs von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Umsätze im Segment der Zinshäuser stiegen in der deutschen Finanzmetropole von 230 auf 266 Millionen Euro an. Scheinbar gegen den Trend entwickelt sich München. In der bayerischen Landeshauptstadt gingen die Umsätze im Jahr 2010 um 43 Prozent zurück. Der Gründe für den Umsatzrückgang sind umfangreiche Transaktionen im Jahr 2009 sowie das geringe Angebot an Zinshäusern.

München gehört mit Sicherheit zu den Märkten, die von ortsansässigen Privatanlegern regelmäßig leergekauft werden. Die Käufer sind der Regel vor Ort gut vernetzt und geben vergleichsweise schnell ein Angebot ab – oftmals noch bevor ein Objekt überhaupt auf den Markt kommt. Zudem ist zu beobachten, dass derzeit viele Zinshäuser mit großem Eigenkapitalanteil gekauft werden. Das heißt, die Käufer können mit einigem Recht zur Gruppe der vermögenden Privatanleger gezählt werden. Für eine steigende Nachfrage sorgt zudem, dass Zinshäuser als möglicher Bestandteil der privaten Altersvorsorge von Freiberuflern und Selbständigen stetig an Bedeutung gewinnen. Denn an Standorten mit hoher Wohnungsnachfrage ist ein Mehrfamilienhaus eine sichere Einnahmequelle. Die günstigen Zinsen führen überdies dazu, dass Zinshäuser für große Käufergruppen erschwinglich und als Investment attraktiv geworden sind.

Seite 2: Kommt der Markt mangels Angebot zum Erliegen?

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