1. April 2012, 08:39

Baugeldzinsen im Frühjahr noch unter Drei-Prozent-Marke – aber Anstieg wahrscheinlich

Laut dem Baugeldvermittler Hypothekendiscount haben die Baugeldzinsen für zehnjährige Immobilienkredite seit Jahresanfang zwischen 2,5 und drei Prozent gelegen. Nun mehrten sich die Zeichen, dass sich Baugeld in den nächsten Monaten langsam verteuern könnte. 

Baufi1-127x150 in Baugeldzinsen im Frühjahr noch unter Drei-Prozent-Marke - aber Anstieg wahrscheinlich“Die Bestzinsen für Immobilienkredite bewegten sich seit Jahresanfang nahe dem 50-Jahres-Tiefs. Wir rechnen allerdings damit, dass Immobilienkäufer selbst bei den günstigsten Anbietern bald wieder mehr als drei Prozent für zehnjährige Darlehen zahlen müssen“, sagt Hypothekendiscount-Sprecher Kai Oppel.

Häuslebauer und Immobilienkäufer hättten zumindest in Bezug auf die Kreditzinsen von der anhaltenden Kreditkrise profitiert. “Im Durchschnitt mussten Immobilienkäufer bei Bestanbietern im ersten Quartal 2012 rund 2,8 Prozent für ihre Immobiliendarlehen zahlen. Das sind rund 2,5 Prozentpunkte weniger als im 30-jährigen Mittel”, erklärt Oppel. Bei einem Kreditbetrag von 150.000 Euro entspricht dies laut Hypothekendiscount einer Zinsersparnis von mehr als 44.000 Euro im langfristigen Durchschnitt. Nach Angaben des Baugeldvermittlers wird die Ersparnis im langjährigen Vergleich auch im zweiten Quartal immens sein. “Die Zinskonditionen würden selbst nach einem Konditionsanstieg im historischen Vergleich regelrecht billig bleiben”, glaubt Oppel. Der Baugeldvermittler rechnet bei zehnjährigen Krediten mit Zinsen von drei bis 3,5 Prozent. 20-jährige Zinsbindungen sollten auch nach einem Konditionsanstieg weiter unter vier Prozent erhältlich sein.

Hintergrund für den Zinsausblick sei eine langsam zurückkehrende Zuversicht und Normalität an den Märkten – sofern in Zeiten wie diesen von Normalität gesprochen werden könne. Insgesamt habe die Europäische Zentralbank Europas Geldinstituten seit Jahresende Kredite in Höhe von mehr als einer Billion Euro zugeteilt. Trotz der zu erwartenden Rezession in der Euro-Zone und einer drohenden Stagnation 2013 werde die Europäische Zentralbank keine Zinssenkungen mehr vornehmen.

“Bei einer Beruhigung der Lage und wachsendem Vertrauen der Marktteilnehmer, das die zuletzt erzielten Fortschritte bei der Lösung der Schuldenkrise nachhaltig sind, werden sich auch die Mechanismen an den Kapitalmärkten wieder normalisieren”, erklärt Oppel. Steigende Risikobereitschaft führe dann stärker als zuletzt zu einem Umschichten des Kapitals aus sicheren Staatsanleihen in riskantere Anlageklassen wie Aktien, Unternehmensanleihen oder Edelmetalle.

Die Konsequenz werden laut Hypothekendiscount Immobilienkäufer zu spüren bekommen. Die Kurse sicherer Staatstitel, einer wichtigen Benchmark für Immobilienkredite, werden sinken, deren Renditen im Gegenzug automatisch steigen. Zum Ende des Jahres sollten Zehnjährige Bundesanleihen bei drei Prozent rentieren – gegenüber den aktuellen Renditen ein Plus von mehr als ein Prozent. (te)

Foto: Shutterstock


Aktuelle Beiträge
Folgen Sie uns:
Aktuelle Beiträge aus dem Ressort Immobilien


Topaktuelle Themen auf der Startseite


Cash.Aktuell

Special 1/2015

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Die große Marktanalyse – Hitliste der Produktanbieter

Ab dem 5. März im Handel.

 

03/2015

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Strategien gegen Minizinsen – Schiffsfonds – Wohnimmobilien – Zukunftssicherung unter LVRG

Ihre Meinung

Mehr Cash.

Versicherungen

Maklerpool-Ranking: Die Top Ten der Makler

Welche Maklerpools bieten dem Vermittler die besten Serviceleistungen? Diese Frage hat die Kölner Beratungsgesellschaft Servicevalue in ihrer aktuellen Maklerumfrage beantwortet.

mehr ...

Immobilien

Eigentumswohnungen: Hamburgs Kaufpreise wachsen rasant

Die Angebotspreise für neue Eigentumswohnungen stiegen in Hamburg 2014 sprunghaft an. Das zeigt der “Bauträgermarktbericht 2014″ des vor Ort ansässigen Maklerhauses Grossmann & Berger. 2015 werden die Preise voraussichtlich weiter steigen.

mehr ...

Investmentfonds

Apo Bank bringt Fonds für Mediziner

Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apo Bank) vergrößert ihre Produktpalette im Anlagebereich: Mit der neuen Dachfondsfamilie Apo TopSelect können Heilberufler breit gestreut und nach eigener Risikopräferenz in die besten Fonds für Standardaktien und -anleihen am Markt investieren.

mehr ...

Berater

Deutsche gegen Gehaltsoffenlegung

Im Familien- und Freundeskreis reden die Deutschen über ihr Gehalt – anders als mit Arbeitskollegen. Einer Offenlegung nach schwedischem Vorbild wie sie Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig plant, stehen die Deutschen skeptisch gegenüber.

mehr ...

Sachwertanlagen

MIG meldet erfolgreichen Unternehmensverkauf

Die MIG Verwaltungs AG meldet den Verkauf eines Portfoliounternehmens verschiedener MIG Fonds an Baxter International Inc., Anbieter medizintechnischer und pharmazeutischer Produkte und innovativer Therapien.

mehr ...

Recht

Anpassungstarife – eierlegende Wollmilchsau?

In den Zweigen der privaten Haftpflicht- und Hausratversicherung haben die Produktentwickler der Versicherer neue Tarifvarianten kreiert. Es handelt sich um Tarife mit wettbewerbsorientierter Leistungsdynamik ohne Mehrbeitrag. Ist der Makler damit haftungsmäßig fein raus?

mehr ...