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2. November 2012, 11:59
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Rics Deutschland unterstützt vorgeschlagene Änderungen im Maklerrecht

Die Royal Institution of Chartered Surveyors (Rics) Deutschland unterstützt die vom Wirtschaftrat der CDU vorgeschlagen Maklerrechtsänderungen, nach denen die Immobilienvermittlung modernisiert und die Marktbedingungen verbessert werden sollen.

Gerhard-Kemper-Rics-127x150 in Rics Deutschland unterstützt vorgeschlagene Änderungen im Maklerrecht

Gerhard Kemper, Rics Deutschland

“Die von uns vor gut einem Jahr herausgegebenen ‘REABS Real Estate Agency and Brokerage Standards’ haben eine ähnliche Zielrichtung und werden von dem Wirtschaftsrat-Vorschlag zur Änderung des Maklerrechts wirkungsvoll unterstützt”, erläutert Gerhard K. Kemper, Mitglied des Vorstandes der Rics Deutschland.

Das deutsche Maklerrecht ist nach Rics-Auffassung antiquiert und erlaube in der Praxis Vorgehensweisen, die zu Recht bei den Vertragspartnern von Immobilienmaklern auf mehr als nur Unverständnis stießen wie beispielsweise:

– Unklare Vertragsverhältnisse (Annahme des im Exposé verborgenen Maklervertragsangebotes durch konkludentes Handeln). Außer der Höhe der Maklerprovision sei in dem so entstehenden Maklervertrag nichts geregelt.

– Die Gleichwertigkeit von einfachem Nachweis und qualifizierter Vermittlungstätigkeit: Die im Gesetz ausdrücklich vorgesehene reine Nachweistätigkeit entspreche nicht mehr dem modernen Berufsbild eines kompetenten Immobilienvermittlers.

– Das unerlaubte (vom Anbieter) und ungefragte (vom Mieter/Käufer) Anbieten von Vertragsgelegenheiten führe häufig zu großer Verärgerung bei den Marktteilnehmern.

– Ein lässiger Umgang mit Interessenskonflikten: gerade der intransparente Umgang mit Interessenkonflikten stoße bei internationalen Geschäftspartnern immer wieder auf Unverständnis und hinterlasse den Eindruck mangelnder Professionalität.

Kemper:”Im globalen Immobiliengeschäft sind diese Vorgehensweisen nicht zeitgemäß. Die meisten internationalen Geschäftspartner erwarten zu Recht, dass sich auch die deutschen Maklergesellschaften an die internationalen Gepflogenheiten halten, die in den REABS dokumentiert werden.” Der Rics-Deutschland-Chef weiter: “Das deutsche Maklerrecht entstand Ende des 19. Jahrhunderts, als es noch keine professionellen Immobilienmakler gab. Es bedarf dringend einer Überarbeitung, um den heute immer noch praktizierten, unprofessionellen Vorgehensweisen auch einen rechtlichen Riegel vorzuschieben. Ebenso notwendig ist der geforderte Fachkundenachweis für Immobilienmakler. Die Zeiten, in denen Unbescholtenheit genügt, um eine Gewerbeerlaubnis als Immobilienmakler zu bekommen, sind vorbei. Die meisten Länder sind in dem Punkt viel weiter als Deutschland und erwarten den Nachweis, dass Immobilienmakler über das nötige Fachwissen verfügen. Schließlich handelt es sich bei Immobilien um hohe Vermögenswerte, die Kompetenz erfordern”. (te)

Foto: Rics

 

 

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2 Kommentare

  1. Immobilienmakler sind der einzige Berufsstand, der sich nicht von seinen Auftraggebern (Verkäufer, Vermieter) bezahlen lässt, sondern vom Käufer/Mieter. Dem Anbieter wird vorgegaukelt, dass es nichts kostet, die anderen zahlen die Zeche.

    Die Arbeit eines Maklers hat ohne Zweifel ihren Wert und soll auch adäquat bezahlt werden. Dann aber bitte durch den, der ihn beauftragt, das ist in jedem anderen Gewerbe so. Dass der eine oder andere dann vom Markt verschwindet, ist absolut OK. Das geht anderen Branchen nicht anders, hart ist es überall.

    Jeder, der schon mal 20.000 € oder auch viel mehr dafür bezahlt hat, dass man ihm eine Adresse genannt hat, wird dies bestätigen. Es wird Zeit, dass sich die Spreu vom Weizen trennt.

    Kommentar von wernerbrinken — 23. November 2013 @ 00:04

  2. Ich bin selbst Immobilienmaklerin in einem Vorort von Mannheim, und liebe meinen Job. Ich habe keine spezifische Fachausbildung genossen und bin nur Betriebswirtin, trotzdem sehr erfolgreich. Aber wenn diese Gesetz eingeführt wird, werden viele kleine Maklerbüros schließen müssen, da sie z.B. Die Werbung, etc. so nicht erbringen können wie die großen Maklerbüros. Daran wird wieder mal überhaupt nicht gedacht wie viele Arbeitsplätze da verloren gehen und somit auch viele Steuereinnahmen für den Staat.
    Und die Vermieter legen doch eh die Gebühr wieder über die Miete um, somit wird das mieten noch teurer.
    Aber Hauptsache wieder mal auf die Makler gehackt.
    Und niemand sieht wie hart dieses Geschäft für und Makler eingentlich ist.

    Kommentar von Claudia Kontny — 3. November 2012 @ 00:26

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