Anzeige
3. Mai 2012, 10:32
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Preise für Büroimmobilien entkoppeln sich von Fundamentaldaten

Die Preisentwicklung an den europäischen Büroimmobilienmärkten hat sich 2011 weitgehend von der Entwicklung der Fundamentaldaten entkoppelt. Dies ist das Ergebnis der aktuellen Studie “Büroinvestment-Kompass” des Immobilienunternehmens Patrizia.

Preise für Büroimmobilien entkoppeln sich von FundamentaldatenPreistreiber sind demnach nicht mehr wie bisher die Aussicht auf künftige Mietsteigerungen infolge eines erwarteten Beschäftigungszuwachses, sondern vielmehr aktuelle Mietsituation und Größe des Marktes. So haben sich laut der Patrizia-Studie beispielsweise Objekte in Berlin und London um bis zu zehn Prozent verteuert, obwohl die Zahl der Bürobeschäftigten nur mäßig wuchs (Berlin: 1,4 Prozent) oder gar zurückging (London: minus 0,4 Prozent). Andere Märkte wie München (3,4 Prozent), Lyon (drei Prozent) oder auch Budapest (2,2 Prozent) haben eine deutlich bessere Beschäftigtenentwicklung gezeigt, sind jedoch von den Investoren nicht honoriert worden. Die Kapitalwerte der Immobilien gaben laut Kompass nach (Budapest) oder sind nur leicht gestiegen (München und Lyon). “Die üblicherweise gültige Zahlenarithmetik funktionierte 2011 einzig in den krisenbehafteten Märkten Spanien, Portugal und Irland“, erläutert Karin Siebels, Leiterin Gewerberesearch bei der Patrizia Gewerbeinvest KAG. Fallende Bürobeschäftigung und ein negativer Ausblick ließen die Kapitalwerte um sechs bis zehn Prozent fallen.

Als Ursache dieser Entwicklung sehen die Autoren der Studie eine geänderte Strategie seitens der Investoren: “Unsere Ergebnisse machen deutlich, dass momentan weniger auf künftige als vielmehr auf aktuelle Mietpreisentwicklungen gesetzt wird”, so Siebels. So seien dort, wo die Mieten überproportional zulegten, in München, London, Berlin, Warschau und Stockholm, auch die höchsten Wertsteigerungen zu beobachten gewesen. Mietpreissteigerungspotenziale, wie sie aktuell für Wien und Frankfurt/Main zu beobachten sind, wirkten dagegen weniger wertbildend.

Maßgeblichen Einfluss auf die Investmententscheidungen habe zudem die Größe des Marktes beziehungsweise die Marktkapitalisierung, die sich aus dem Flächenbestand und dem durchschnittlichen Quadratmeterpreis ergibt. Nur so sei es laut Patrizia erklärbar, dass in den drei größten europäischen Büroimmobilienmärkten London, Paris und Stockholm sowie in vielen deutschen Metropolen die Preise für Immobilien stärker steigen als die Mieten. Die Suche nach Core-Objekten spiegelt sich auch auf dieser Ebene wider. In den hochkapitalisierten Märkten sind die Risikoaufschläge deshalb signifikant niedriger gewesen. So notierten die Nettoanfangsrenditen in London, Paris, Stockholm und München laut dem Kompass nur 270 bis 300 Basispunkte über dem risikofreien Zinssatz der zehnjährigen deutschen Staatsanleihe. In kleineren Märkten wie Prag, Lille und Lissabon lagen die Werte dagegen zwischen 410 und 470 Basispunkten. “Auch hier wird deutlich, dass also nicht etwa die Aussicht auf steigende Mieten die Immobilienwerte steigen lässt, sondern die Suche nach Bewährtem und Sicherem”, erklärt Siebels. “Das Bauchgefühl scheint die Preise stärker anzutreiben als die Fakten in Form höherer Renditen.”

Für 2012 prognostizieren die Researcher von Patrizia ein Auslaufen des Booms. In 18 von 27 betrachteten Märkten sind infolge sinkender Immobilienpreise steigende Nettoanfangsrenditen zu erwarten. Allerdings werden viele Märkte trotz positiver Beschäftigungsentwicklung keine Mietpreissteigerungen verzeichnen. “Das aktuelle Preisniveau und die Angebotspipeline geben dazu keinen Anlass§, so Siebels. (te)

Foto: Shutterstock

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 4/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Tech-Aktien – Fondspolicen – Baufinanzierung – Frauen in der Finanzberatung

Ab dem 16. März im Handel.

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Versicherungen

Münchener Verein baut Eigenkapitalbasis aus

Die Münchener Verein Versicherungsgruppe konnte im Geschäftsjahr 2016 ein Ergebnis nach Steuern in Höhe von 99,6 Millionen Euro erzielen. Das entspricht einer Steigerung von 5,1 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr.

mehr ...

Immobilien

Die Top Sechs der teuersten und günstigsten Studentenstädte

Nicht alle Studenten leben gerne in WGs, in einigen Hochschulstädten ist das Leben ohne Mitbewohner aber besonders teuer. Immowelt hat untersucht, wo Studenten am teuersten wohnen und in welchen Städten die Mieten besonders niedrig sind.

mehr ...

Investmentfonds

Banken leihen sich von EZB 233,5 Milliarden Euro

Die europäischen Kreditinstitute haben vorerst die letzte Gelegenheit sehr stark genutzt, um sich zum Nullzins Kredite von der EZB zu besorgen. Auch in der Eurozone verdichten sich mittlerweile die Anzeichen für einen strafferen Notenbankkurs.

mehr ...

Berater

Sparkassen im Norden forcieren Online-Banking

Trotz wachsender Belastungen durch die Niedrigzinsen haben die Sparkassen in Schleswig-Holstein 2016 ihren Jahresüberschuss nach Steuern auf 143,2 Millionen Euro steigern können. Das teilt der Sparkassen- und Giroverband für Schleswig-Holstein mit. Um sinkenden Erträgen entgegenzuwirken, wollen die Sparkassen ihr digitales Angebots ausbauen.

mehr ...

Sachwertanlagen

US-Justiz ermittelt gegen Hapag-Lloyd und Møller-Maersk

Sprechen die großen Reedereien im Hinterzimmer ihre Preise ab? US-Behörden haben eine Untersuchung gegen die Branche eingeleitet. Stellung nehmen soll auch der deutsche Container-Riese Hapag Lloyd.

mehr ...

Recht

LV-Vertrag: Bei Änderung Steuerlast wie bei Neuabschluss

Wird ein Lebensversicherungsvertrag (LV-Vertrag) vor Ablauf der Vertragslaufzeit geändert, ohne dass die Modifikation von vornherein vertraglich vereinbart worden ist, liegt hinsichtlich der Änderungen aus ertragsteuerlicher Perspektive ein neuer Vertrag vor. Dies entschied der Bundesfinanzhof.

mehr ...