11. Dezember 2012, 07:46

Große Erwartungen an 2013

Trotz zuletzt steigender Börsen – der Dax legte bis Anfang Dezember um satte 27 Prozent zu – war das Jahr 2012 erneut durch die Themen Staatsschuldenkrise, Euro-Schwäche sowie sich abzeichnender Konjunkturschwäche dies- und jenseits des Atlantiks gekennzeichnet.

Sachwerte und Betongold

Robert Halver, Chefanalyst Baader Bank

Hatte man geglaubt, die Finanzkrise – ausgelöst durch die Lehman-Pleite – sei schon an Dramatik nicht mehr zu überbieten, müssen die Anleger nun offensichtlich mit einer langanhaltenden Unsicherheit rechnen.

Neben einer schwierigen Lage an den Kapitalmärkten weltweit macht insbesondere die anhaltende Niedrigzinsphase den Versicherern das Leben schwer. Kaum ein Zeitraum in der jüngeren Geschichte hat von den Protagonisten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft so viel Energie, Kreativität und nicht zuletzt Kapital abverlangt, wie es zur Behebung der aktuellen Missstände angezeigt erscheint.

Anlagestrategie 2013

Folgerichtig empfehlen viele Experten als Anlagestrategie für 2013 einen breiten Mix an Assets, allen voran Sachwert- und Aktieninvestments. Für letztere hatte Dr. Bert Flossbach vom Kölner Vermögensverwalter Flossbach von Storch unlängst ein flammendes Plädoyer gehalten.

Blieben solche Anlagen außen vor, falle es Anlegern in den kommenden Jahren zunehmend schwer, das eingesetzte Vermögen real zu erhalten. Flossbach empfiehlt eine Erhöhung der Aktienquote. „Aktien profitieren bei niedrigen Zinsen von steigenden Inflationsraten“, so der Vermögensverwalter. In den kommenden fünf bis zehn Jahren seien mit dieser Assetklasse Renditen von acht Prozent per annum zu erzielen.

Experten empfehlen Aktienanlage

Auch Robert Halver, Chefanalyst der Baader Bank aus Frankfurt, empfiehlt dringend, sich der Aktienanlage zuzuwenden und Aktien von Unternehmen zu favorisieren, die eine nachhaltige Dividende zahlten.

Darüber hinaus sieht er vor allem die Schwellenländer weit vorne, die sich mittlerweile unabhängig von den etablierten Industriestaaten prosperierend entwickeln könnten.

„Die Schwellenmärkte vermeiden heute allesamt den alten japanischen Fehler, nur auf Anlageinvestitionen und Exporterfolge zu setzen. Stattdessen fördern die aufstrebenden Länder ihren Mittelstand und damit auch ihre Binnenkonjunktur, weil breite Bevölkerungsschichten in die Lage versetzt werden, kräftig zu konsumieren. Darüber hinaus haben Emerging Markets noch ein weiteres großes Plus: Diese Länder sind so wenig verschuldet, dass sie im Gegensatz zur westlichen Welt bei Bedarf noch einen großen Spielraum haben, ihre Volkswirtschaft mit stützenden Maßnahmen auf Kurs zu halten“, weiß Halver.

Hinzu kämen die bekannten Argumente wie etwa eine junge und schnell wachsende Bevölkerung sowie eine moderne Infrastruktur.

Betongold bleibt beliebt

Neben Aktien wird auch der Immobilienanlage als Mittel gegen Inflation ein goldenes kommendes Jahr bescheinigt. Sofern es Investoren gelingt, sich Objekte abseits reichlich überhitzter Standorte zu sichern.

Ganz gleich, wie sich die Schuldenkrise weiterentwickeln wird: Am Jahresende sollte jeder Anleger sein Depot auf die einmal gesteckten Ziele überprüfen und gegebenenfalls anpassen. Eine Hilfestellung dazu bieten die nachfolgenden Einschätzungen renommierter Marktteilnehmer zur Entwicklung der wichtigsten Anlageregionen und -segmente in 2013.

Ausblick für die USA von Greg Kolb und Tom Reynolds, Perkins Investment Managers

 

Ausblick für Europa von Philippe Uzan, Edmond de Rothschild Asset Management

 

Ausblick für China von James Bilson, Schroders

 

Globaler Ausblick von Eckart Keil, Premium Pearls

 

Fotos: Shutterstock und Baader Bank

Folgen Sie uns:
Aktuelle Beiträge aus dem Ressort Versicherungen


Topaktuelle Themen auf der Startseite


Cash.Aktuell

05/2014

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Dividendenfonds – Pflegepolicen – Berufsunfähigkeitspolicen – Portfoliofonds – Wohnimmobilien

Ab dem 24.04. im Handel.

04/2014

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fondspolicen – Deutschlandimmobilien – Baufinanzierung – Vermögensverwaltende Fonds

1 Kommentar

  1. Das die deutschen Anleger beim Thema Aktien,leider, bei weitem nicht ihre Möglichkeiten ausschöpfen ist kein Geheimnis und sollte sich ändern.
    Jedoch wird zu selnte darauf verwiesen, dass es auch daruam geht sich ein, zumindest Grundlegendes, Wissen auf diesem gebiet anzueignen.
    Viele schrecken hier zurück und glauben immer noch die Thematik wäre den sogenannten “Profis” vorbehalten.
    Wer sich jedoch mal in etwas so viel mit dem Thema Börse beschäftigt wie mit den Apps für sein Handy ist hier schon klar im Vorteil.
    Einen guten Überblick bietet zum Beispiel das kostenlose E-Book auf aktienhandel-einsteiger.de
    Es geht nicht darum, wie im Hollywood Film zu zocken, sondern wie der Anleger wirklich langfristig auf der Eroflsspur bleibt. Dies ist leider in Deutschland noch immer nicht ganz zu allen durchgedrungen.

    Kommentar von Dalchow — 10. März 2013 @ 16:20

Ihre Meinung

Versicherungen

“Das Thema Pflege ist salonfähig geworden”

“Das Thema Pflege ist deutlich stärker in die Öffentlichkeit gerückt”, meint Joachim Geiberger, Inhaber und Geschäftsführer des Hofheimer Analysehauses Morgen & Morgen. Im Interview mit Cash.-Online spricht er über die Entwicklung der geförderten Pflegeversicherung, auch bekannt als “Pflege-Bahr”, und über die Produktpolitik der Versicherer im Bereich Pflege.

mehr ...

Immobilien

LaSalle Investment Management und Harvest Properties kaufen Büros in Kalifornien

Die Häuser LaSalle Investment Management, Chicago, und Harvest Properties, Emeryville, erwarben in San Mateo zusammen ein Bürohaus.

mehr ...

Investmentfonds

ETF von DB X-trackers bilden Indizes physisch nach

Zum Ende des ersten Quartals 2014 hat die Deutsche Asset & Wealth Management (DeAWM) 18 db X-trackers Aktien-ETFs auf physische Indexreplikation umgestellt. Die umgestellten ETFs verwalten insgesamt mehr als zehn Milliarden Euro.

mehr ...

Berater

Mifid II passiert EU-Parlament

Das Europäische Parlament hat in der gestrigen Plenarsitzung die überarbeitete Version der “Markets in Financial Instruments Directive” (Mifid II) verabschiedet. Statt eines Provisionsverbot soll es eine klare Unterscheidung zwischen unabhängiger und nicht-unabhängiger Beratung geben.

mehr ...

Sachwertanlagen

Brenneisen Capital wieder unabhängig

Die Brenneisen Capital AG (BC AG) agiert wieder als eigenständiges Unternehmen. Mit Kaufvertrag vom 10. März 2014 hat Manfred Brenneisen, Vorstand und Gründer der BC AG die Aktien zu 100 Prozent von der Insolvenzverwalterin der Infinus AG Ihr Kompetenz-Partner (Infinus) zurückgekauft.

mehr ...

Recht

Schäuble setzt offenbar auf Prangerwirkung

Die Bundesregierung plant eine weitergehende Regulierung des sogenannten “grauen Kapitalmarktes”. Dies berichtet die Tageszeitung Die Welt unter Berufung auf ein Eckpunktepapier des Finanzministeriums.

mehr ...