14. Januar 2013, 11:51

Deutschland – der sichere Hafen für Immobilien-Investoren

Deutschlands Immobilienmarkt zählt derzeit zu den nachgefragtesten weltweit. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 36 Milliarden Euro von nationalen und internationalen Investoren in Wohn- und Gewerbeimmobilien hierzulande angelegt. Gastkommentar von Ignaz Trombello, Colliers International.

Ignaz-Trombello-Colliers-255x300 in Deutschland – der sichere Hafen für Immobilien-Investoren

Ignaz Trombello, Colliers International

Die historisch niedrigen Zinsen sowie die Suche nach vergleichsweise sicheren Anlagemöglichkeiten haben dieses Volumen möglich gemacht. Die größten Investorengruppen 2012 waren offene Immobilien- und Spezialfonds, gefolgt von Asset und Fund Managern sowie Privatinvestoren und Family Offices. Der Schwerpunkt der überwiegend nach Sicherheit einerseits und akzeptabler Verzinsung andererseits suchenden Nachfrage lag im gewerblichen Bereich wenig überraschend weiter auf Core-Immobilien, das heißt auf Objekten in sehr guter Lage in erstklassiger Ausstattungs- und Bauqualität und mit langfristig gebundenen, bonitätsstarken Mietern.

Da es von diesem Immobilientyp in den wichtigsten deutschen Immobilienzentren aber nur eine begrenzte Anzahl gibt, haben sie sich weiter verteuert. Die sinkenden Flächenleerstände auf dem Bürovermietungsmarkt bei gleichzeitig meist überdurchschnittlichen Flächenumsätzen haben zudem bisher nicht zu einer umfangreichen Neubautätigkeit geführt, weshalb die Angebotsseite weiterhin einen limitierenden Faktor für den Investmentmarkt darstellt. Alternativen abseits des Core-Segments sind im Value-add-Bereich etliche vorhanden: Nicht mehr ganz neue Objekte oft am Rande etablierter Lagen, die nicht vollständig oder langfristig vermietet sind.

Limitierend wirken hier zum Teil die Finanzierungsbedingungen und in diesem Zusammenhang vor allem die von den Banken aufgerufenen Eigenkapitalanforderungen. Die schärferen Eigenkapitalregelungen für Banken durch Basel III erleichtern diese Situation nicht. Des Weiteren liegen die Kaufpreisvorstellungen der derzeitigen Eigentümer zu einem großen Teil noch über denen der Investoren, die auf entsprechende Wertsteigerungspotentiale orientiert sind.

Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt ungebrochen hoch

Anders ist die Situation auf dem Wohnungsmarkt, wo die Nachfrage sowohl im Neubau- als auch im Bestandsbereich ungebrochen hoch ist. Hier wurde das Investitionsvolumen durch Paketverkäufe wie jene der TLG-Wohnimmobilien oder des Speymill-Portfolios 2012 auf über zehn Milliarden Euro getrieben. Sowohl sicherheitsorientierte Anleger wie Versicherungen und Pensionsfonds als auch risikofreudige Anleger mit meist internationalem Hintergrund investieren in deutsche Wohnimmobilien – von Privatanlegern einmal ganz abgesehen. Diese treten verstärkt am Markt auf und in zunehmende Konkurrenz zu institutionellen Investoren. Exklusive Entwicklungen werden auch schon einmal zu deutlich mehr als dem 22-fachen der Jahresmiete angekauft. Internationale Investoren suchen ihre Chance im Ankauf großer Wohnungsbestände und deren Optimierung.

Transaktionsvolumen-auslaendischer-Investoren-Immobilienmarkt-Deutschland-2012-Colliers in Deutschland – der sichere Hafen für Immobilien-Investoren

Das Transaktionsvolumen ausländischer Investoren auf dem deutschen Immobilienmarkt 2012 gegliedert nach Herkunft. Quelle: Colliers International

Der Autor Ignaz Trombello ist Geschäftsführer von Colliers International in Düsseldorf und seit dem Jahreswechsel auch Head of Investment von Colliers International, Deutschland.

Foto: Colliers International

 


Aktuelle Beiträge
Folgen Sie uns:
Aktuelle Beiträge aus dem Ressort Meinung


Topaktuelle Themen auf der Startseite


Cash.Aktuell

02/2015

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Europa-Fonds – Private-Equity – offene Immobilienfonds – Nachwuchsmangel – Die Lebensversicherung 2015

Ab dem 22. Januar im Handel.

01/2015

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Rentenfonds – Cyber-Policen – Secondhand-Fonds – Metropolen im Immobilien-Check – Vertrieb 2015

3 Kommentare

  1. Hey Karl, jag tror inte att du ökar på risken att dina barn blir mobbade genom att publicera fina minnen på en blogg, du kan inte orsaka eller skydda ditt barn från mobbning på det viset, hur välvilligt du så klart än menar.
    sammy dress http://www.sammydress.cc

    Kommentar von sammy dress — 31. Januar 2015 @ 08:35

  2. Jaja…die Einsteigertarife waren an allem schuld :) Es war doch schon vor Jahren abzusehen, dass das Prinzip Leute billig in die PKV zu locken, damit sie später bessere Tarife wählen, einfach nicht funktionieren kann. Ich kenne selbst einige “Selbstständige”, die ohne zu überlegen sofort in die PKV gegangen sind, weils da “nur” 120 Euro gekostet hat….Die Marktbereinigung tut der Branche gut aber ich bezweifle, ob die Vollversicherungen auf Dauer noch tragbar sind…das Geschäft liegt ganz klar in den Zusatzpolicen.

    Kommentar von Hr. Meier — 31. Januar 2015 @ 03:03

  3. Da dreht sich bei mir der Magen um, wenn ich das lese “Herr Franken von der DVAG”…die Fehlverhalte und Exzesse einzelener Marktteilnehmer”..bitte an der Stelle mal Selbstkritik üben…vielen Dank.
    Was dieser Artikel verschweigt.. die Generation “Y”, wünscht sich Sicherheit und eine finanzielle Basis nach dem Studium…das bietet eine selbständige Tätigkeit nicht. Nach dem Studium fängt man in der Regel bei “null”auf dem Konto an zu arbeiten. Und woher also das erste Geld verdienen? Richtig VERKAUFEN!!! Ein Null auf dem Konto zwingt zum Verkaufen, “Beratung” wird da Nebensache, und das hilft der Branche leider nicht, ihr Image zu verbessern… wenn man nur das kurzfristige Wachstum im Blick hat, blockiert das beim Umdenken.

    Kommentar von Tom Bein — 30. Januar 2015 @ 15:17

Ihre Meinung

Mehr Cash.

Versicherungen

Berufseinsteiger gesucht: Die Regulierung soll es richten

Das schlechte Branchenimage und die verschärfte Regulierung, die zusätzliche Einstiegsbarrieren schafft, wirken abschreckend auf Berufseinsteiger im Versicherungs- und Finanzvertrieb. Allerdings erhofft sich die Branche langfristig positive Impulse von LVRG & Co.

mehr ...

Immobilien

Projekt “Quality Street”: Wohnen mit historischem Flair

Auf dem Gelände einer ehemaligen Bonbonfabrik in Hamburg-Eppendorf entsteht das Wohnimmobilienprojekt “Quality Street” mit insgesamt 47 Wohneinheiten.

mehr ...

Investmentfonds

“Langfristig führt kein Weg an US-Aktien vorbei”

Professor Dr. Michael Werz vom Center for American Progress und Uwe Diehl von Axa Investment Managers sehen die Zukunft der USA im Pazifik mit erheblichen Folgen für Europa.

mehr ...

Berater

Network-Convention in Lissabon

Bereits zum siebten Mal hatte der Lübecker Maklerpool Blau direkt zur Network-Convention geladen. Bei der diesjährigen Veranstaltung vom 25. bis 28. Januar in Lissabon konnte der Pool zudem sein 15-jähriges Bestehen feiern. Der Ort der Jahresauftaktveranstaltung 2016 steht auch schon fest.

mehr ...

Sachwertanlagen

Verbandsspitzen beim 13. Fondsrating-Tag

Die neuesten rechtlichen Entwicklungen der Branche, die Produktwelt nach Einführung des KAGB und der Vertrieb von Direktinvestments stehen im Mittelpunkt des 13. Fondsrating-Tags am 24. März in Hamburg. Veranstalter Jürgen Braatz erwartet rund 130 Teilnehmer.

mehr ...

Recht

Erbschaftsteuer vermeiden – die drei besten Tipps

Die Angst, dass das Familienvermögen nach dem Tode durch eine hohe Erbschaftsteuerbelastung beeinträchtigt oder zerschlagen werden könnte, beschäftigt viele Menschen. Doch das Erbschaft- und Schenkungsteuerrecht bietet Wege, legal Steuern zu sparen und eine hohe Belastung für die Erben zu vermeiden.

mehr ...