Anzeige
7. August 2013, 09:10
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Immobilienbranche: Defizite in der Objektvermittlung

Die gewerbliche Immobilienvermittlung in Deutschland basiert vor allem auf persönlichen Kontakten, so eine aktuelle Studie. Beim Einsatz moderner, IT-basierter Verfahren gebe es dagegen noch deutlichen Nachholbedarf.

Asset ProfilerDie Studie “Informationseffizienz bei gewerblichen Immobilienmärkten” kommt zu dem Schluss, dass die deutsche Immobilienwirtschaft auf Netzwerken persönlicher Kontakte basiert. Ein solches System lasse sich als “Old Boys Business” beschreiben.

Moderne, IT-basierte Matching-Verfahren könnten die Effizienz der Immobilienvermittlung steigern, seien aber noch neu am Markt und müssten sich erst durchsetzen.

Die Untersuchung wurde durch Studierende des Masterstudiengangs Bau- und Immobilienmanagement der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Holzminden durchgeführt. Kooperationspartner ist die Online-Plattform für gewerbliche Immobilieninvestments Asset Profiler.  An der Erhebung beteiligten sich 146 Marktteilnehmer aus der deutschen Immobilienwirtschaft.

“In Zeiten schlanker Prozesse ist es eine Frage der Effizienz, auf welchem Weg und wann es zu einer erfolgreichen Transaktion kommt. Das wiederum hängt mit der Transparenz und damit der Informationseffizienz auf beiden Seiten des Marktes zusammen”, erläutert Professor Dr. Susanne Ertle-Straub die Fragestellung der Untersuchung.

Über 90 Prozente der Geschäfte basieren auf persönlichen Kontakten

Die deutsche Immobilienwirtschaft sei noch immer “People Business”, so die Studie. Angebot und Nachfrage fänden zu 92 Prozent durch bereits bestehende Direktkontakte zueinander. Über zwei Drittel der befragten Immobilienanbieter geben denn auch an, dass ihre durchschnittliche Abschlussquote nur im Bereich von null bis 25 Prozent liegt.

76 Prozent der Befragten geben außerdem an, dass sie Anlageprofile über Eigenrecherchen ermitteln. 66 Prozent antworten, dass sie Anlageprofile über neue Direktkontakte finden, 61 Prozent geben Messen und Veranstaltungen und 49 Prozent Berichte in den Medien und der Fachpresse als Informationsquellen an (Mehrfachnennungen möglich).

Auf Seiten der Investoren wird angegeben, dass nur 32 Prozent der Angebote gezielt auf das Anlageprofil ausgerichtet sind. Das Filtern der Objektangebote binde dabei hohe Personalkapazitäten, je nach Unternehmensgröße seien von einem Viertel bis zur Hälfte der Angestellten mit dem Objekteinkauf beschäftigt. Die Immobilienanbieter geben an, dass sie nahezu 90 Prozent der Absagen mit der Begründung bekommen, dass das angebotene Objekt nicht zum Anlageprofil passt.

Informationseffizienz verbessern

“Ein Hauptproblem scheint darin zu bestehen, dass viele Immobilienanbieter die Anlageprofile potenzieller Interessenten nicht kennen oder die eigenen Immobilien nicht passgenau auf die Profile hin anbieten”, kommentiert Norman Meyer, Geschäftsführer von Asset Profiler.

Der Markt sei sich dessen bewusst: Auf Investorenseite bewerteten über 80 Prozent der Befragten die Informationseffizienz zwischen Anbietern und Anlegern als verbesserungswürdig bis sehr schlecht. Die Immobilienanbieter seien zu mehr als 60 Prozent ebenfalls dieser Meinung.

“Um dem Interesse nach größtmöglichem Schutz persönlicher Verbindungen auf der einen Seite und dem Wunsch nach einer effizienteren Arbeitsweise der Branche auf der anderen Seite nachzukommen, haben wir vor drei Jahren unsere Online-Plattform Asset Profiler gegründet”, so Meyer. Diese trage dazu bei, durch zielgenaues Matching die Kontakte – auch die persönlichen Kontakte – zwischen Anbietern und Investoren qualitativ deutlich zu verbessern. (bk)

Foto: Shutterstock

 

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Trumps Sieg in Rendite ummünzen - Themen, Produktangebote und Trends 2017 - Rentenreform - IDD

Ab dem 15. Dezember im Handel!

Cash. 12/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Flaggschiff-Fonds – IDW S4-Standard – Crowdinvesting – Bankenwelt

Versicherungen

Mehr Pflegebedürftige in 2015 – zwei Millionen werden zu Hause gepflegt

Immer mehr Menschen sind pflegebedürftig. Wie das Statistische Bundesamt am Montag berichtete, waren Ende 2015 in Deutschland 2,86 Millionen Menschen pflegebedürftig im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes. Das waren 8,9 Prozent beziehungsweise 234.000 Menschen mehr als im Dezember 2013.

mehr ...

Immobilien

Baufinanzierung: Beratung ist nicht alles

Wie viel ist Beratung in der Baufinanzierung wert? “Gute” Beratung wird zunehmend zum erwarteten Standard – wie stellt man sich darauf ein?

Kolumne von Joachim Leuther, BS Baugeld Spezialisten

mehr ...

Investmentfonds

Versorgeraktien stehen unter Strom

In den vergangenen Jahren wurden Versorger an der Börse massiv abgestraft. Dabei werden diese Firmen besonders von der Elektromobilität profitieren. Gastkommentar von Uwe Zimmer, z-invest Gmbh

mehr ...

Berater

BCA: Wüstenbecker verkauft Aktien

Wie der Oberurseler Maklerpool BCA mitteilt, veräußern Unternehmensgründer Jens Wüstenbecker und die Wüstenbecker GmbH & Co. KG ihre Aktien an der BCA AG. Vorübergehend übernimmt demnach die BBG aus Bayreuth das gesamte Aktienpaket. Mittelfristig soll es an weitere Unternehmen aus der Versicherungs- und Investmentbranche veräußert werden.

mehr ...

Sachwertanlagen

Klumpe Rechtsanwälte: Neue Struktur, mehr Service

Die 1982 von Rechtsanwalt Werner Klumpe gegründete Anwaltskanzlei KSP mit Sitz in Köln firmiert seit dem 1. Januar 2017 unter dem Namen “Klumpe Rechtsanwälte” und hat sich neu positioniert.

mehr ...

Recht

Rentenberater muss Gewerbesteuer zahlen

Die Einkünfte eines selbstständigen Rentenberaters unterliegen der Gewerbesteuer. Sein Berufsbild entspricht nicht den Vergleichsberufen Steuerberater oder Rechtsanwalt. Dies entschied das Finanzgericht Düsseldorf in einem aktuellen Urteil.

mehr ...