Anzeige
Anzeige
4. Juni 2014, 12:37
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Kritik am Koalitionsvertrag: Viel Lärm um nichts

Die Immobilienwirtschaft übt nicht selten Kritik an den Plänen deutscher Politiker. Ganz oben auf der Liste steht die Mietpreisbremse. Dabei wird vergessen, dass Mieter und Käufer oftmals bereit sind, einen höheren Preis zu bezahlen, wenn ihre Anforderungen erfüllt werden.

Gastbeitrag von Jürgen F. Kelber, Dr. Lübke & Kelber

Juergen-Kelber Dr -Luebcke in Kritik am Koalitionsvertrag: Viel Lärm um nichts

Jürgen F. Kelber, Dr. Lübke & Kelber: “Wer kalkulieren will, ob sich eine Investition rechnet, sollte das immer ohne Einbeziehung von Steuervorteilen ausrechnen.”

“Fatales Signal”, “extrem enttäuschend”, “böse Überraschung” – wenn man sich die Stimmen aus der Immobilienbranche zum Koalitionsvertrag anhört, könnte man meinen, der Untergang des Abendlandes stünde bevor. Dem ist natürlich nicht so.Insbesondere die Aufregung um die degressive Abschreibung ist nicht nachvollziehbar. Hier empört sich die Branche, als hätte die Koalition eine seit Jahren üppig fließende Förderung gestrichen. Dabei war nur angedacht, über fünf Jahre eine degressive AfA für den Mietwohnungsbau (wieder-) einzuführen, zudem beschränkt auf Gebiete mit angespanntem Wohnungsmarkt.

Der Schlüssel zum Erfolg

Das kommt nun doch nicht. Schade, aber keinesfalls ein Drama! Wenn ein Neubauprojekt den Zahn der Zeit trifft und die Anforderungen der Nutzer erfüllt, wird es auch künftig bei einem vergleichsweise höheren Erstvermietungsniveau und gerade in Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt eine geeignete Zielgruppe erreichen – und damit wird der Bau für den Entwickler lohnenswert. Ob der Entwickler steuerliche Vorteile beim Bau erzielen konnte oder nicht, tut dazu rein gar nichts zur Sache.

Mieterhöhungen sind wirklichkeitsfremd

Wer kalkulieren will, ob sich eine Investition rechnet, sollte das immer ohne Einbeziehung von Steuervorteilen ausrechnen. Das gilt für private Immobilienkäufer genauso wie für professionelle Investoren. Wichtig für den Erfolg eines Projektes ist vielmehr, dass Projektentwickler und Investoren marktgerechte Zielmieten ansetzen und entsprechend realistisch kalkulieren. Mietsteigerungsfantasien, wie sie derzeit häufig zu beobachten sind, müssen dann eben Fantasien bleiben. In der Realität dagegen wird sich der Markt bereinigen und es werden künftig nur noch wirtschaftlich, sozial nachhaltig und vernünftig agierende Projektentwickler neue Wohnungen in Lagen mit erhöhter Wohnungsknappheit errichten. Und das ist auch gut so.

Energiewende steigert Kosten

Dennoch ist die Politik gefragt, auch günstigen Neubau zu ermöglichen. Mit kostenintensiven Auflagen an die Energieeffizienz von Neubauten erreicht sie aber eher das Gegenteil. Und bis auf wenige Ausnahmen verkaufen auch die Kommunen ihre Grundstücke lieber an den Höchstbietenden, statt zumindest zu einem Teil sozialen Wohnungsbau zu ermöglichen. Die Folgen liegen auf der Hand.

Autor Jürgen F. Kelber ist geschäftsführender Gesellschafter der Dr. Lübke & Kelber GmbH in Frankfurt am Main.

Foto: Dr. Lübke & Kelber

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 4/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Tech-Aktien – Fondspolicen – Baufinanzierung – Frauen in der Finanzberatung

Ab dem 16. März im Handel.

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Versicherungen

Viele Bundesbürger befürchten Geldprobleme im Alter

Mehr als ein Drittel der Bundesbürger zwischen 40 und 55 Jahren geht von einer schlechten eigenen Finanzlage im Alter von 75 Jahren aus, wie aus einer Studie des Sinus-Institutes im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervorgeht.

mehr ...

Immobilien

Wohnungsbau in Berlin zieht deutlich an

Der Wohnungsbau in Berlin kommt weiter in Schwung. Im vergangenen Jahr genehmigten die Behörden 25.063 neue Wohnungen, wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg am Montag mitteilte. Das ist die höchste Zahl seit 1997.

mehr ...

Investmentfonds

Brasilien bietet ausgezeichnete Reformdynamik

In den vergangenen Jahren war das Image von Brasilien bei Anlegern deutlich angekratzt. Allerdings hat sich in dem bevölkerungsreichsten Land viel bewegt, so dass die Situation neu bewertet werden muss. Gastkommentar Maarten-Jan Bakkum, NN Investment Partners

mehr ...

Berater

Indexpolicen: Einstieg in die “Kapitalmarkt-Denke”?

Seit geraumer Zeit wird in der Assekuranz die Frage diskutiert, ob Kunden über den Zwischenschritt Indexpolicen eher bereit sind, den Schritt in die Welt der rein fondsgebundenen Lösungen zu wagen. Doch viele Versicherer sind skeptisch, ob dies der richtige Weg ist.

mehr ...

Sachwertanlagen

Erfolgreiche Projekte von Project

Der Asset Manager Project Investment hat 2016 zusammen mit dem Partner Project Immobilien insgesamt fünf Wohnungsbauprojekte erfolgreich abgeschlossen und damit eine durchschnittliche Objektrendite von über zwölf Prozent auf das eingesetzte Kapital erzielt.

mehr ...

Recht

Elternunterhalt: Betreuungsleistung nicht einkommensmindernd

Im Rahmen einer Überprüfung der Leistungsfähigkeit für den Elternunterhalt ist die vom Unterhaltsschuldner an sein minderjähriges Kind geleistete Betreuung nicht zu monetarisieren und kann somit nicht einkommensmindernd geltend gemacht werden, so der BGH.

mehr ...