Anzeige
Anzeige
18. Mai 2015, 14:21
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Trendwende bei den Baufinanzierungszinsen?

Die Baufinanzierungszinsen in Deutschland haben sich in den vergangenen Wochen verteuert. Ob es sich um eine Trendumkehr handelt, ist nach Einschätzung des Finanzdienstleisters Dr. Klein noch unsicher.

Baufinanzierungszinsen

Immobiliendarlehen haben sich in den vergangenen Wochen verteuert.

Kunden, die derzeit auf der Suche nach einer Erst- oder Anschlussfinanzierung sind, haben sich in letzter Zeit verwundert die Augen gerieben: Innerhalb weniger Wochen kletterten die Baufinanzierungszinsen − nach Auskunft von Dr. Klein bei einer zehnjährigen Zinsbindung um bis zu 0,50 Prozentpunkte.

Ob es sich um die lang erwartete Trendumkehr handelt oder die Baufinanzierungzinsen wieder auf das Niveau von Mitte April zurückfallen, bleibt nach Aussage des Unternehmens abzuwarten. Ein deutlicher Zinsanstieg sei nicht auszuschließen.

Verzerrte Entwicklung

“Seit geraumer Zeit ist bei den Baufinanzierungskonditionen eine völlig verzerrte Entwicklung zu beobachten”, erläutert das Unternehmen. Vor dem Hintergrund der Staatsschuldenkrise diverser Länder in Europa haben die Investoren in den letzten anderthalb Jahren viel Kapital in sichere deutsche Staatsanleihen investiert.

Dies habe dazu beigetragen, dass die Renditen dieser Staatsanleihen immer weiter gefallen sind. Die Renditen von Pfandbriefen, zu denen sich Banken für ausgegebene Baufinanzierungsdarlehen refinanzieren können, orientieren sich wiederum an der Entwicklung der Renditen der Staatsanleihen.

Zinsanstieg seit Mitte April 2015

Infolgedessen sei bis zum bisherigen Tiefststand Mitte April 2015 eine starke Vergünstigung bei den Baufinanzierungszinsen beobachtet worden: Seit Ende 2013/Anfang 2014 seien die Zinsen für zehnjährige Zinsbindungen um bis zu 1,5 Prozentpunkte gefallen, eine Entwicklung, die sich bis April 2015 fortsetzte.

“Dass es bei einer derart starken Abwärtsentwicklung einmal eine Gegenreaktion geben musste, war nur eine Frage der Zeit”, kommentiert Stephan Gawarecki, Vorstandssprecher der Dr. Klein & Co. AG, das Geschehen. “Internationale Investoren haben sowohl am Markt für Staatsanleihen als auch im Aktienmarkt in der letzten Zeit begonnen, Gewinne mitzunehmen. Bei Staatsanleihen hat dies zu wieder steigenden Renditen − und damit in der oben beschriebenen Logik zu steigenden Baufinanzierungszinsen − geführt.”

Über den Auslöser für die Verkaufswelle könne nur gemutmaßt werden: Es scheine bei den Investoren die Erkenntnis gereift zu sein, dass die Renditen der Staatsanleihen zwischenzeitlich als zu gering eingeschätzt wurden. Andere Experten führen an, dass der Ölpreis seit seinen Tiefstständen wieder deutlich zugelegt hat und dies zu einer zukünftig steigenden Preisentwicklung führen wird.

Ob diese Situation zu einem dauerhaften Aufwärtstrend der Baufinanzierungszinsen in Deutschland führe, werde die weitere Entwicklung zeigen.

Sollte sich in den nächsten Monaten die einhellige Meinung durchsetzen, dass die Inflation wieder anziehen wird oder die EZB sogar ihr Anleihekaufprogramm schneller als erwartet verringert oder einstellt, sei mit einem deutlichen Zinsanstieg zu rechnen. Für die nächsten Wochen seien zunächst stark schwankende Zinsen zu erwarten.

Baufinanzierung: Aktuelles Zinsniveau sichern

“Kunden, die in den kommenden zwei bis 24 Monaten eine Anschlussfinanzierung benötigen und das Risiko eines weiteren Zinsanstieges scheuen, sollten sich die jetzigen Konditionen unbedingt sichern”, empfiehlt Gawarecki. “Zum einen ist das jetzige Zinsniveau noch immer historisch niedrig. Zum andern werden für ein Forward-Darlehen, das heute abgeschlossen wird, meistens keine hohen Aufschläge fällig. Viele Banken bieten eine kostenlose Vorlaufzeit von sechs, aber auch teilweise zwölf Monaten an.” (bk)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 10/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Multi-Asset-Fonds - Digitalisierung - Kfz-Policen - Spezialitätenfonds - Robo Advice - Wohnimmobilien

Ab dem 15. September im Handel

Rendite+ 3/2016 "Immobilien"

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Deutschlands beste Wohnimmobilien-Standorte - Marktreport Anlageimmobilien - Aktuelle Baufinanzierungstrends - Mietrecht etc.


Ab dem 1. September im Handel.

Versicherungen

GDV: Eiopa sollte IDD-Entwurf überarbeiten

Der Umsetzungsvorschlag der europäischen Aufsichtsbehörde Eiopa zur europäischen Richtlinie Insurance Distribution Directive (IDD) würde nach Ansicht des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) auf ein faktisches Provisionsverbot hinauslaufen. Der Verband fordert daher eine Überarbeitung.

mehr ...

Immobilien

Wunschbüro der Zukunft überraschend konservativ

Wie stellen sich die Generationen X und Y das Büro der Zukunft vor? Unter dem Titel „Office of the future?“ untersuchten Savills und die Unternehmensberatung Consulting cum laude die Vorstellungen vom Büro der Zukunft.

mehr ...

Investmentfonds

Europäischer Aktienmarkt unterschätzt heimische Konjunktur

Bei vielen Investoren hat die europäische Konjunktur derzeit einen schlechten Ruf. Allerdings ist die Ausgangssitution für einige Experten positiver als angemommen.

mehr ...

Berater

Presse: Commerzbank steht vor massiven Stellenstreichungen

Die Commerzbank steht Presseberichten zufolge vor einem drastischen Stellenabbau. Der seit Mai amtierende Vorstandschef Martin Zielke wolle mindestens 5000 der derzeit konzernweit rund 50.000 Jobs streichen, schrieb das “Wall Street Journal” auf seiner Internetseite unter Berufung auf mit den Planungen vertraute Personen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Inhaberwechsel bei Autark Capital Care

Lars Schmidt (44) hat am 1. September die Autark Capital Care GmbH zu 100 Prozent übernommen und ist neuer Geschäftsführer. Er löst damit Wolfgang Laufer ab, der das Unternehmen im November 2015 gegründet hatte.

mehr ...

Recht

Massenkündigungen von Bausparverträgen: Nicht nur juristisches Problem

Die niedrigen Zinsen veranlassen viele Bausparkassen zur Kündigung von Bausparverträgen. Die Kündigungswelle wirft nicht nur juristische Fragen auf, sondern hat auch wirtschaftliche Konsequenzen.

mehr ...