Anzeige
6. Juli 2015, 14:41
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

GdW: Wohnungsneubau muss günstiger werden

Die hohen Baukosten in Deutschland behindern den Wohnungsneubau, mahnt der GdW Bundesverband, und fordert Fördermaßnahmen wie eine Erhöhung der Abschreibungssätze.

GdW Wohnungsbau

Der Neubauboom darf nicht wieder abebben, mahnt der Wohnungsverband GdW.

Der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW hat die Bundesregierung aufgefordert, eine überzeugende wohnungspolitische Strategie vorzulegen, um dem Wohnungsmangel entgegen zu treten.

Zwar sei die Zahl der Baugenehmigungen im Jahr 2014 um 5,4 Prozent gestiegen. Damit habe sich der positive Trend des Jahres 2013 (plus 12,9 Prozent gegenüber 2012) jedoch deutlich verlangsamt.

“Es müssen alle an einem Strang ziehen, damit der Neubauboom nicht sofort wieder abebbt”, erklärte GdW-Präsident Axel Gedaschko. Dass die Zahl der tatsächlichen Baufertigstellungen deutlich unter der der Baugenehmigungen liege, zeige auch, dass viele Bauinvestoren durch die hohen Baukosten während des Bauprozesses abgeschreckt würden.

Energetische Sanierung oft nicht mehr wirtschaftlich

Um rund 36 Prozent seien die Kosten rund um den Neubau von Mehrfamilienhäusern in Deutschland seit dem Jahr 2000 gestiegen. Bei den reinen Baupreisen habe es im gleichen Zeitraum dagegen lediglich einen Anstieg von rund 27 Prozent gegeben – ähnlich zu den Lebenshaltungskosten, bei denen die Zunahme bei 25 Prozent lag.

Ein großer Kostentreiber ist laut GdW die Energieeinsparverordnung (EnEV), die seit 2009 vier Mal novelliert wurde. “Bereits für den energetischen Standard, den die Energieeinsparverordnung ab 2016 vorschreibt, kann die Wirtschaftlichkeit nicht nachgewiesen werden”, erklärte Gedaschko. Die Grenze der wirtschaftlichen Vertretbarkeit sei damit insbesondere für den mehrgeschossigen Wohnungsbau bereits mit der EnEV 2009 erreicht worden.

Politik muss Baukosten senken

Der GdW fordert unter anderem, der Bund müsse die für den Herbst erwarteten Ergebnisse der Baukostensenkungskommission zügig umsetzen. Darüber hinaus solle die steuerliche Normalabschreibung (AfA) für Neubauten von zwei auf drei Prozent erhöht werden. In den Gebieten, in denen die neue Mietpreisbremse gelten soll, sollten die Abschreibungssätze auf vier Prozent erhöht beziehungsweise ein Investitionszuschuss eingeführt werden.

Darüber hinaus solle die Bundesregierung eine Sonder-Abschreibung für den sozialen Wohnungsbau zulassen und dazu den früheren Paragraphen 7k des Einkommensteuergesetzes wieder einführen.

Weniger Geld für Modernisierungen – mehr Neubau

Die GdW-Unternehmen vermieten bundesweit rund sechs Millionen Wohnungen, das ist fast ein Drittel des deutschen Mietwohnungsmarktes. Sie bewirtschaften knapp 61 Prozent der Sozialwohnungen in Deutschland.

Für die Modernisierung von Mietwohnungen haben diese Wohnungsunternehmen nach Angaben des GdW zuletzt etwas weniger Geld ausgegeben. Die Investitionen in diesem Bereich seien im vergangenen Jahr um 1,3 Prozent gesunken. Viele Unternehmen seien verunsichert durch die Diskussion um eine Begrenzung von Mieterhöhungen nach energetischer Sanierung. Sie setzten daher mehr auf Neubau.

Zwar flossen mit rund 7,1 Milliarden Euro noch fast zwei Drittel der Investitionen in den Bestand. Der Anteil gegenüber dem Neubau aber verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr erneut. Insgesamt investierten die rund 3000 beim GdW organisierten Wohnungsunternehmen rund 10,9 Milliarden Euro. Das sind 5,9 Prozent mehr als im Vorjahr. In den Vorjahren war der Aufschwung aber noch deutlicher ausgefallen.

GdW-Unternehmen bauen jede dritte neue Mietwohnung in Deutschland

Im Jahr 2014 haben die GdW-Unternehmen 14.729 Wohnungen fertig gestellt. Das waren 13 Prozent mehr als im Vorjahr. Die GdW-Unternehmen haben damit bundesweit 31 Prozent aller neuen Mietwohnungen gebaut. Für das Jahr 2015 planen die GdW-Unternehmen sogar den Neubau von rund 20.427 Wohnungen. Das wäre der höchste Wert seit 13 Jahren und ein Plus von 15,7 Prozent.

Seite 2: Mieten wachsen im Schnitt um 3,5 Prozent

 

Weiter lesen: 1 2

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Absolute-Return – Insurtechs – Robo Advisors – Denkmalimmobilien


Ab dem 26. Januar im Handel.

Cash. 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Trumps Sieg in Rendite ummünzen - Themen, Produktangebote und Trends 2017 - Rentenreform

Versicherungen

Insurtechs: Über 80 Millionen US-Dollar für deutsche Start-ups

Im Jahr 2016 haben die deutschen Insurtechs in Finanzierungsrunden mehr als 80 Millionen US-Dollar eingesammelt. Das geht aus einer Untersuchung des Münchener Fintech-Start-ups Finanzchef24 hervor. Demnach hat sich das Finanzeriungsvolumen im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt.

mehr ...

Immobilien

Baufi Secure: Neues Absicherungsprodukt für Immobiliendarlehen

Was geschieht, wenn Immobilienkäufer ihre Darlehensraten aufgrund von Krankheit oder Arbeitslosigkeit nicht mehr bedienen können? Das Produkt Baufi Secure will die Immobilienfinanzierung flexibel absichern.

mehr ...

Investmentfonds

Merck Finck sieht Rückenwind für Aktien

Kurz vor der Amtseinführung von Donald Trump sind vermehrt kritische Stimmen von der Investmentseite laut geworden. Merck Finck blickt der kommenden Handelswoche dennoch optimistisch entgegen.

mehr ...

Berater

WhoFinance und Defino bauen Kooperation aus

Wie das Bewertungsportal WhoFinance und das Defino Institut für Finanznorm mitteilen, haben sie ihre beiden Portale eng miteinander vernetzt. Dadurch sollen Finanzberater und Vermittler künftig die Qualität ihrer Beratung noch besser im Internet darstellen können.

mehr ...

Sachwertanlagen

Doric zieht positive Bilanz für 2016

Quadoro Doric hat mit der kernsanierten Büroimmobilie Trappenburch in Utrecht eine weitere Immobilie für den offenen Spezial-AIF Vescore Sustainable Real Estate Europe übernommen und damit das Jahr 2016 erfolgreich abgeschlossen.

mehr ...

Recht

LV-Verträge als Kreditsicherung: Widerspruchsrecht verwirkt

Werden Lebensversicherungsverträge zur Immobilienfinanzierung eingesetzt, kann das Widerspruchsrecht des Versicherten verwirkt sein, auch wenn die Widerspruchsbelehrungen der Policen nicht korrekt sind. Knackpunkt ist die Bedeutung der Policen als Sicherungsmittel.

mehr ...