Anzeige
10. November 2015, 12:07
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Immobilienverkauf: Konsequenzen für das Darlehen bedenken

Was passiert mit dem Darlehen, wenn Immobilieneigentümer die eigenen vier Wände bereits vor Ablauf von zehn Jahren wieder verkaufen? Das Portal Baufi24 rät dazu, auch diesen Fall zu durchdenken.

Vorfälligkeitsentschädigung

Bei Sonderkündigung eines Immobiliendarlehens – etwa bei Verkauf der eigenen vier Wände – kommen in der Regel Gebühren auf den Darlehensnehmer zu.

Wer seine finanzierte Immobilie später veräußern will, sollte dafür schon bei Planung und Erwerb einige wichtige Regeln beachten, so Baufi24.

Generell gibt es per Gesetz (Paragraf 490 BGB) ein Sonderkündigungsrecht für Darlehen, wenn die Immobilie verkauft werden soll. Im Vertrag ist festgelegt, welche Kosten auf den Verkäufer zukommen. Diese hängen meist von der bisherigen Laufzeit und der verbleibenden Restschuld ab.

Risiko der vorzeitigen Verkaufs bedenken

Ist eine Vorfälligkeitsentschädigung zu zahlen, sollte diese idealerweise im Verkaufspreis berücksichtigt werden, rät Baufi24. Nach zehnjähriger Laufzeit falle grundsätzlich keine Entschädigung mehr an.

Das Risiko des vorzeitigen Verkaufs, etwa durch Krankheit oder Arbeitslosigkeit, gehöre zu jeder soliden Baufinanzierungsplanung dazu.

“Auch wenn es für enthusiastische Bauherren komisch klingt, die Möglichkeit des Verkaufs sollte immer in Betracht gezogen und bei der Planung mit berücksichtigt werden”, sagt Stephan Scharfenorth, Geschäftsführer von Baufi24. “Die Wahl einer Immobilie in guter Lage und in Kombination mit einem nicht überteuerten Kaufpreis sowie hoher Tilgung bietet dafür die Grundlage. Mögliche Vorfälligkeitsentschädigungen sollten Bauherren einfach vorab ausrechen und den Wert in die Planung einbeziehen.” Auch der Verkauf beinhalte Nebenkosten, wie eventuell einen Makler, Werbung, Notariatskosten und Gebühren.

Darlehen mit Ausstiegsoption

Stehe schon beim Erwerb die Option im Raum, das Haus während der Finanzierungsphase wieder zu veräußern, sollten Bauherren über die Art des Darlehens nachdenken.

Ein Festzinsdarlehen mit Ausstiegsoption könne dann eine lohnende Alternative zum klassischen Annuitätendarlehen sein. Bei diesem Darlehen kann der Eigentümer ohne Vorfälligkeitsentschädigung kündigen. Dafür werde aber ein Zinsaufschlag oder eine Gebühr zu Beginn fällig – die Flexibilität hat ihren Preis.

Teilweise werden auch die Gründe für die Kündigung eingeschränkt und beispielsweise nur Arbeitslosigkeit, Erwerbsunfähigkeit oder Tod ohne Zahlungsverpflichtungen zugelassen, so Baufi24. Außerdem verlangten die Banken manchmal eine Mindestlaufzeit.

“Wenn der spätere Verkauf feststeht, kann sich diese Variante lohnen. Wenn nicht, verteuert es den Kredit nur”, erklärt Scharfenorth. Eine Alternative hierzu könnten Darlehen mit einer geringen Zinsfestschreibung von drei oder fünf Jahren sein oder im Einzelfall auch die Finanzierung über variable Darlehen.

Übernahme des Darlehens durch den Käufer möglich

Eine weitere Möglichkeit bestehe darin, den Käufer den Kreditvertrag übernehmen zu lassen. Grundvoraussetzung dafür bilde die Bonität des neuen Eigentümers. In der aktuellen Zinssituation falle jedoch ein neuer Kredit in der Regel günstiger aus.

Kommt eine Übernahme dennoch zustande, verlange die Bank eine Gebühr für die Übertragung. “Ganz wichtig ist es, immer zuerst mit der finanzierenden Bank zu sprechen, bevor Entscheidungen getroffen werden”, sagt Scharfenorth. Erst wenn alle Kosten und der Verkaufspreis feststehen, sollte eine finale Entscheidung, wenn keine Notsituation vorliegt, getroffen werden. „Im Einzelfall kann eine Vermietung die bessere Alternative sein, etwa wenn der Verkaufspreis unter der Restschuld liegt.” (bk)

Foto: Shutterstock

 

 

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 12/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Flaggschiff-Fonds – IDW S4-Standard – Crowdinvesting – Bankenwelt

Ab dem 17. November im Handel!

Special 4/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Regulierung – betriebliche Altersversorgung – Unfallversicherung – Privathaftpflicht – Gewerbehaftpflichtpolicen

Ab dem 25. Oktober im Handel!

Versicherungen

Übergangsregelung für Lebensversicherer wird verlängert

Die wegen der Niedrigzinsen eingeführten steuerlichen Entlastungen für Lebensversicherer werden um ein Jahr verlängert. Ohne die Verlängerung hätten vermutlich große Teile der freien Rückstellung auf Beitragsrückerstattungen aufgelöst und versteuert werden müssen.

mehr ...

Immobilien

Vonovia-Chef hofft auf Fusion mit Deutsche Wohnen

Der Chef des Wohnungskonzerns Vonovia hofft weiterhin auf eine Fusion mit seinem Konkurrenten Deutsche Wohnen. Im Februar scheiterte sein Versuch einer feindlichen Übernahme.

mehr ...

Investmentfonds

Dax vor entscheidenden Ereignissen

Am Wochenende stehen in Österreich und Italien gleich zwei wichtige Ereignisse an. Zudem wird die EZB in Frankfurt noch einmal zum Jahresende tagen.

mehr ...

Berater

Pflege: Studie offenbart großen Informationsbedarf

Ein Großteil der Deutschen ist der Ansicht, dass es notwendig ist, eine private Pflegeversicherung abzuschließen. Das geht aus einer aktuellen Online-Befragung hervor. Die große Mehrheit fühlt sich derzeit zudem beim Thema private Pflegevorsorge nur mittelmäßig bis gar nicht informiert.

mehr ...

Sachwertanlagen

Doric erwirbt erste Maschine für Flugzeugportfolio

Der Asset Manager Doric hat mit einem Airbus A330-200 das erste Flugzeug für das “Floreat Aviation Portfolio” erworben. Leasingnehmer des Flugzeuges ist die Fluggesellschaft Virgin Australia.

mehr ...

Recht

Todesfall in der Familie: Die zehn wichtigsten Schritte

Stirbt ein naher Verwandter oder gar der Ehepartner, ist es für die Betroffenen schwer, klare Gedanken zu fassen. Leider haben Gesetzgeber und Versicherungsgesellschaften bei Todesfällen oftmals sehr knapp bemessene Fristen gesetzt, die unbedingt beachtet werden sollten.

mehr ...